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Göttingen Sommerfest am 8. August
Die Region Göttingen Sommerfest am 8. August
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00:21 06.08.2018
Seilspringen mit den pädagogischen Mitarbeiterinnen Justyna Zielinska (l.) und Vanessa Schäferjohan (hinten). Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Kinder stark machen, lautet das Motto der Arche, einem christlichen Kinder- und Jugendwerk, das 1995 in Berlin-Hellersdorf von Pastor Bernd Siggelkow gegründet wurde. Die Einrichtung engagiert sich gegen Kinderarmut in Deutschland. Auch in Grone gibt es seit sieben Jahren eine Anlaufstelle, die am Mittwoch, 8. August, ein Sommerfest feiert.

Leiterin Luise Schünemann ist seit drei Jahren an Bord. Die gebürtige Göttingerin studierte frühkindliche Erziehung und Erziehungswissenschaften in Gießen, kam dann nach Göttingen zurück. Zwei Angestellte gibt es in Grone. „Wir sind eine kleine Einrichtung“, erzählt sie. Allerdings nicht minder engagiert als Projekte in großen Städten.

In ehemaligem Gemeindehaus untergebracht

„Wir wollen Kinder von der Straße holen, verlässliche Ansprechpartner sein. Wir geben Liebe und leben Beziehungen“, sagt Schünemann. Die Arche ist in Grone in einem ehemaligen Gemeindehaus untergebracht. Dementsprechend großzügig sind die Räumlichkeiten. Beispielsweise gibt es einen Bewegungsraum, der so groß ist, dass man mühelos Fußballspielen kann, möglich ist auch Inlineskaten, Tischtennis, Kickern oder auch Seilspringen. Denn miteinander spielen und toben, gehört unbedingt dazu.

Ein interessantes Konzept verfolgt der sogenannte Mietraum. „Es ist tatsächlich ein Raum zum Mieten. Zwei, drei Kinder dürfen sich zusammentun und für eine gewisse Zeit bestimmen, wer mit in diesen Raum darf und was gespielt. Voraussetzung ist allerdings, dass hinterher auch aufgeräumt wird“, erläutert die Leiterin. Klappt nicht immer, aber immer besser.

Kartoffelbrei mit Fischstäbchen sind der Renner

Eine gut ausgestattete Küche ist in Grone vorhanden. Dreimal die Woche gibt es Abendessen, Obst am Nachmittag ohnehin. „Die Kinder kochen liebend gern mit.“ Der Renner sind Kartoffelbrei mit Fischstäbchen und auch Nudeln sind ausgesprochen beliebt.

Nicht der Lieblingsort im Haus, aber extrem wichtig ist der Hausaufgabenraum, in dem eine Betreuung stattfindet. Hier behelfen sich die Verantwortlichen mit einem kleinen Trick, denn es wird nach einem Punktesystem verfahren. „Wer regelmäßig seine Hausaufgaben bei uns macht, der kann Punkte sammeln und bekommt dann kleinere Präsente dafür. Alle drei Monate gucken wir dann, wer am häufigsten dabei war. Und mit den ersten Fünf unternehmen wir dann etwas“, erläutert Schünemann.

98 Prozent beträgt der Ausländeranteil in Grone. Auch einige Flüchtlinge kommen inzwischen regelmäßig. Von drei bis 19 Jahren ist alles vertreten. „Die Kinder sollen wissen, wir sind da. Oftmals ist die Aufmerksamkeit zu Hause beispielsweise durch Schichtdienste nicht so da. Hier können die Kinder Kind sein.

Auch Elternhilfe wird geleistet

Durch Mund-zu-Mund-Propaganda finden Kinder den Weg nach Grone. „Wir leisten auch viel Elternhilfe, wenn beispielsweise Dokumente nicht gelesen werden können“, berichtet die 30-Jährige, die ihren Beruf eher als Berufung sieht. Die Einrichtung trägt sich ausschließlich durch Spenden. Geldspenden und Sachspenden werden immer dringend benötigt, beispielsweise Handtücher und Bettwäsche. „Man kann vorbeikommen, es uns schicken, was auch immer. Wir freuen uns über jeden, der hilft.“

Von den Geldspenden werden beispielsweise auch Ferienausflüge finanziert. „Dadurch lernen die Kinder die Welt kennen“, verdeutlicht Schünemann. Möglich ist es aber auch, sich ehrenamtlich einzubringen, beispielsweise bei der Hausaufgabenbetreuung. Auch Hausmeistertätigkeiten werden häufiger benötigt.

Am Mittwoch, 8. August, wird jetzt erst einmal gefeiert. Dann steht das Sommerfest der Arche auf dem Programm. „Es gibt Kaffee und Kuchen, die Eltern sind mit eingeladen, mehrere Stationen sind vorgesehen“, erklärt Schünemann. Eines wird es allerdings nicht geben, obwohl es die Kinder heiß und innig lieben. Schleim machen findet definitiv nicht statt. Die glibberige Masse, ein Gemisch aus Kleber, Waschmittel und Farbe zog doch einen intensiveren Putzeinsatz nach sich, der, wenn es nach Luise Schünemann und Justyna Zielinska geht, nicht häufiger sein müsste.

Von Vicki Schwarze

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