Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Sommerfest von Christen, Juden und Muslimen
Die Region Göttingen Sommerfest von Christen, Juden und Muslimen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:41 12.08.2018
,,Fest der drei Abrahamsreligionen“: Mustafa Keskin (am Mikrofon) übebringt die Grüße der muslimischen Gemeinden. Quelle: Brakemeier
Göttingen

Musik und Essen – beides kann noch so unterschiedlichen Menschen, Religionen und Kulturen zusammen bringen. Das hat am Sonntag beim Fest von Jüdischer Gemeinde, der muslimischen DITIB-, Al-Taqwa- und Medina-Imam-Gemeinden und christlichen Gemeinden des römisch-katholischen Dekanates sowie des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises gut funktioniert.

Gospel, Soul und Pop mit „Lean on me“

So brachte die Gruppe „Lean on me“ die Gäste zu Beginn des Festes unter Leitung von Rüdiger Brunkhorst mit ihrer Mischung aus Gospel, Soul und Pop in Stimmung. Dazu gehörten auch Songs von Barclay James Harvest, George Michael und den Beatles.

Später lockten dann Piroggen und Latkes, Fischhäppchen und koscherer Wein, gefüllte Weinblätter und Paprika, Aufläufe und Süßspeisen in den Museumsgarten, um über das Essen ins Gespräch zu kommen. Die Gespräche, so die Idee der Initiatoren, sollten auch dazu dienen, mehr über die jeweils andere Religion zu erfahren und lernen und dabei zu helfen und so das knifflige Religionsquiz zu lösen.

Stammvater Abraham

Je fünf Fragen galt es für die Besucher zum Islam, Judentum und Christentum zu beantworten. Etwa: Wie viele jüdischen Gemeinden gibt es in Deutschland? Wie heißt der letzte Sonntag im Kirchenjahr in der katholischen Kirche? Nach welcher Frau ist eine Sure im Koran benannt?

„Wir wissen, dass es Unterschiede gibt“, sagte Hans Haase von der St.-Paulus-Gemeinde. „Wir sind verschieden, aber wir gehören zusammen“, sagte er. Den drei Religionen am Runden Tisch ist gemein, dass sie sich auf Abraham als ihren Stammvater beziehen.

„Mit kleinen Schritten zusammenzuwachsen“

Der Runde Tisch sei im Nachgang zu den Terroranschlägen am 11. September 2001 gegründet worden, als der Druck auf Muslime weltweit stärker wurde. „Wir wollten etwas tun, damit wir Menschen uns nicht weiter entfremden“, erläuterte Haase. Es sei der Versuch, „mit kleinen Schritten zusammenzuwachsen“.

Mit Blick auf die Schändung des Mahnmals für die ehemalige Göttinger Synagoge in der vergangenen Woche sagte Haase, dass es immer wieder Menschen gebe, die es auf andere abgesehen haben. Aber: „Wir gehören zusammen.“ Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Göttingen Jacqueline Jürgenliemk hatte in der vergangenen Woche gesagt: „Wir wünschen uns nun eine aufmerksame Öffentlichkeit.“ Diese müsse klar reagieren. „So etwas darf es in Göttingen nicht geben.“

Spenden für das Hospiz

Mustafa Keskin, Vorstand der türkisch-muslimischen DITIB-Gemeinde hatte bereits vor dem Fest daran erinnert, dass auch Moscheen in Göttingen Ziele von Schändungen gewesen sind, Drohungen an der Tagesordnung seien.

Die Erlöse aus dem Verkauf von Speisen und Getränken sollen in diesem Jahr in das Projekt „Hospiz an der Lutter“ fließen.

Von Michael Brakemeier

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zu wenig Lehrer, zu viele nicht ausreichend qualifizierte Quereinsteiger – die jüngste Kritik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) an der niedersächsischen Bildungspolitik glich einem Hilferuf. Im Landkreis Göttingen ist die Situation allerdings entspannter.

12.08.2018

Seit 25 Jahren besteht die Adipositas-Therapie an der Universitätsmedizin in Göttingen. Mit einem Tag der offenen Tür hat die Klinik für Gastroenterologie und Gastrointestinale Onkologie das Jubiläum gefeiert.

15.08.2018
Göttingen 50 Jahre Kunstverein Göttingen - „Ein Gewinn für unsere Stadt“

Mit etwa 100 Gästen hat der Kunstverein Göttingen seinen 50. Geburtstag gefeiert. Ein Verein, dem Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bescheinigte: „Für unsere Stadt sind Sie ein Gewinn in mehrfacher Hinsicht.“

15.08.2018