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Göttingen Flüchtlingshilfe jetzt auch per App
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00:17 24.03.2016
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Göttingen

Die App ist in den drei gängigen Betriebssystemen Windows, iOS und Android verfügbar, erklärte Verwaltungssprecher Detlef Johannson am Montag. „Die Informationen sollen die Orientierung vor Ort im Alltag für die Flüchtlinge erleichtern, von denen viele über Smartphones kommunizieren.“ Die Inhalte werden demnach in englischer, französischer und arabischer Sprache angeboten.

Orientierung erleichtern

Dazu gehören Informationen zu Asylverfahren, Behördengängen und lokalen Beratungsstellen. „Darüber hinaus nennt die App erste Anlaufstellen, um den Flüchtlingen die Orientierung im Alltag zu vereinfachen, unter anderem auch, um die Teilnahme an Integrations- und Sprachkursen zu erleichtern“, sagte Johannson. Außerdem enthalte die App Kontaktstellen und Adressen, die in Notfällen unbedingt kontaktiert werden sollten.

Auch ohne Netz nutzbar

Hinter der „Welcome App Germany“ steht eine nach eigenen Angaben gemeinnützige Initiative des Dresdner IT-Unternehmen Saxonia Systems AG und der Heinrich & Reuter Solutions GmbH (HeiReS). Diese haben die mehrsprachige Smartphone-App entwickelt.

Die App ist demnach auch ohne konstante Internetverbindung zu nutzen. Die Stadt Göttingen bezahlt der Verwaltung zufolge nur die Bereitstellung des App-Konzepts von der Firma HeiReS und das Zusammentragen und Aufbereiten der Inhalte. Die Gesamtnettosumme beträgt demnach etwa 8400 Euro. afu

Als eine der ersten deutschen Kommunen bietet die Stadt Göttingen den in der Stadt lebenden Flüchtlingen diesen Service an. Ermöglicht werde dies durch die Kooperation mit der Dresdener Agentur „HerEis“, die unter dem Titel „Welcome App Germany“ Informationen unterschiedlicher Städte vereine, so Johannson. Eine Auswahl der stadtspezifischen Inhalte erfolge über das Menü der App. Diese würden bislang neben Göttingen auch die Städte Dresden, Dortmund, Frankfurt am Main und München nutzen.

Mehr als 90 Behörden, Institutionen und andere Einrichtungen in der Flüchtlingsarbeit stellt die Stadtverwaltung mithilfe der App vor. Das sei das Ergebnis „eines Abstimmungsprozesses, an dem unter Federführung der Öffentlichkeitsarbeit die Sozialverwaltung, die Beschäftigungsförderung, die Ausländerstelle und das Büro für Integration beteiligt gewesen sind“, erklärte Johannson. „Wir hätten die App noch reichhaltiger bestücken können, aber wir sind der Empfehlung unseres Partners gefolgt und haben auf Übersichtlichkeit geachtet.“

Handzettel mit CR-Codes

Auf die neue App macht die Stadt die Flüchtlinge aufmerksam, indem sie in deren Unterkünften Handzettel verteilt und Plakate aushängt. Diese enthalten jeweils drei QR-Codes, die direkt zur App im gewünschten Betriebssystem führen. QR-Codes sind mit den Strichcodes verwandt. Sie lassen sich mit Hilfe kostenloser Apps und der Kamera eines Smartphones aufnehmen und entschlüsseln.

Unterwegs in der Welcome App

Göttingen. Die „Welcome App“ soll Flüchtlingen Orientierung in Deutschland und in Göttingen geben. Ein erster Eindruck ist positiv, aber nicht ungetrübt.
Eine Panoramaaufnahme des Alten Rathauses bei Nacht begrüßt Nutzer, die sich auf der Göttinger Subseite der App umsehen wollen. Zentraler sind aber die unterschiedlichen Kategorien, auf denen sich Nutzer über, Beratungsangebote, Asylrecht, Alltag und Hilfsangebote informieren können – mehrsprachig, denn die App lässt sich wahlweise auf Deutsch, Arabisch, Englisch oder Französisch benutzen.

Es sind kurze Texte, die Themenkomplexe möglichst simpel anreißen – und auf weitere Ansprechpartner verweisen. Gerade das ist Abdul Abbasi zufolge wichtig, denn Fragen wie „wohin muss ich gehen, wen muss ich ansprechen?“ seien häufige Fragen, die sich syrische Flüchtlinge in Deutschland stellten, berichtet der in Göttingen lebende syrische Videoblogger.

Und auch wenn er sich mit dem pakistanischen Flüchtling Wasey Khan Khalil einig ist, dass die App „richtig gut“ ist, wundert sich Abbasi über manche der dort aufgeführten Informationen. So ist beispielsweise die Göttinger Ausländerbehörde als Beratungsstelle zum Asylrecht aufgeführt – allerdings würde „niemand im ersten Schritt zu einer staatlichen Beratung gehen“, sagt Abbasi. Auch die arabische Übersetzung erinnert Abbasi eher an „den Google-Übersetzer als an das Arabisch eines Muttersprachlers“.

Bisher war Abbasi zufolge Facebook für viele Flüchtlinge die zentrale Informationsquelle: Auf Seiten wie „das Syrische Haus“ und anderen tauschen sich Zehntausende bis Hunderttausende über die großen und kleinen Fragen zum Asylverfahren oder zu Studium und Arbeit in Deutschland aus. Vielleicht tendieren nun zumindest Göttinger Flüchtlinge eher zu der neuen App als Informationsquelle.

Ergänzungswünsche oder Hinweise auf Fehler in der App könnten der Stadtverwaltung gerne mitgeteilt werden, betonte Johannson. In naher Zukunft soll die Stadtverwaltung die Inhalte ihrer App, die es bald auch in Farsi und Russisch geben soll, zudem selbst pflegen und aktualisieren können.

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