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Göttingen Altes Gefängnis als Hostel
Die Region Göttingen Altes Gefängnis als Hostel
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00:17 23.12.2016
Quelle: gt
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Göttingen

„Es ist doch keine Frage, in diesem Viertel besteht dringender Handlungsbedarf“, erklärte Klaus-Peter Hermann (SPD) im Rat zum gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen und CDU. „Städtebaulich und sozialpolitisch“, fügte er an. Mit dem europäischen Förderprogramm für Regionalentwicklung (EFRE) für „innovative Maßnahmen zur Stadtentwicklung“ biete sich jetzt die Chance, ein neues Göttinger Projekt auch finanziell abzusichern.

Mit Beteiligung der Nachbarn

Konkrete Ideen dafür gebe es bereits bei der städtischen Beschäftigungsförderung öffentlichen Rechts: Eine Art Hostel in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt (JVA) als Ankerprojekt – partizipativ angelegt mit Beteiligung der Nachbarn wie die Heilsarmee und das Wohnprojekt OM10. Geflüchteten und Migranten sollen auch beim Umbau helfen.

Nach Vorstellung von SPD, Grünen und CDU soll sich die Stadt jetzt an der Ausarbeitung des Projektes bis zur EFRE-Bewerbung mit 20000 Euro beteiligen. Bei Erfolg könnten von 2018 bis 2020 bis zu fünf Millionen Euro Fördermittel nach Göttingen fließen, so Hermann.

Ehemalige JVA

Das Gebäude der ehemalige JVA am Waageplatz wurde 1836 gebaut und steht unter Denkmalschutz. Seit dem Bau einer neuen JVA bei Rosdorf vor neun Jahren wird das alte Gefängnis mitten in der Altstadt nicht mehr genutzt und steht leer. 2008 hat es die Stadt Göttingen  gekauft – das Gebäude sollte als eines von drei Wissenshäusern für Ausstellungen der Universität entwickelt werden. Diese Pläne haben sich zerschlagen.  us  

Felizitas Oldenburg (FDP) sieht die Idee „eher kritisch“: „Warum sollte die Stadt ein eigenes Hostel betreiben, und dann auch noch in einer Immobilie, die sich besonders schwer vermarkten lässt?“ Auch die Göttinger Linke ist skeptisch. Zu häufig müsse die Stadt bei so groß angelegten Entwicklungsprojekten draufzahlen, fürchtete Gerd Nier. Und für Ratsfrau Helena Arndt (Die Partei) „gibt es sicher sinnvollere Ideen“ für dieses „Sorgenkind der Stadt“. Zumal nicht sicher sei, ob der Einsatz von 20000 Euro auch wirklich zu dem gewünschten Erfolg führen werde.

Das wird sich zeigen: Mehrheitlich stimmten die Mitglieder von SPD, Grünen und CDU dem Antrag zu. FDP sowie die Fraktion von Piraten und „Die Partei“ lehnten ab, die Linken enthielten sich.

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