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Göttingen Stadthalle erneut Thema
Die Region Göttingen Stadthalle erneut Thema
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11:44 02.02.2017
Quelle: cm
Göttingen

Das  im November in Auftrag gegebene, 475 000 Euro teure Sanierungsgutachten liegt jetzt vor. Dieses zeigt auf, was, wann, wo und vor allem für wieviel Geld die Stadthalle saniert werden muss. Dass es teuer wird, sei klar, aber wie teuer, will Stadtbaurat Thomas Dienberg den Politikern in der Sitzung erläutern. "Wir haben einen großen Sanierungsstau", sagt Dienberg. Und: "Wir sind aber der Ansicht, dass sich eine Sanierung lohnt." Die immer wieder geführte Diskussion um einen Abriss sei durch ein 2015 veröffentlichtes Gutachten eigentlich vom Tisch. Stefan Luppold vom Institut für Messe-, Kongress- und Eventmanagement kam damals zu der Erkenntnis, dass die Göttinger Stadthalle am richtigen Ort stehe. Er empfahl die Fortsetzung des Betriebs als „wichtige Veranstaltungsstätte in Göttingen“.  Dienberg: "An den Aussagen des Gutachtens hat sich nichts geändert." Sollte die Halle nicht zeitnah saniert werden, müsse man "über Konsequenzen" sprechen, da es beispielsweise auch um den Brandschutz gehe, so der Stadtbaurat.

Die Sanierung sei grundsätzlich wichtig, sagt auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat der Stadt, Rolf Becker. Allerdings: "Wenn es sich um eine Summe von 20 bis 25 Millionen Euro handelt, kommen wir in eine Schieflage." Die sei "schwer erträglich." Auch andere Gebäude für Kultur und für Bildung benötigten Geld. Das Rahmenkonzept hält er für sinnvoll.

Bislang gelte für die CDU-Fraktion "ein klares Bekenntnis zur Stadthalle", sagt Bauausschuss-Mitglied Olaf Feuerstein. Da die Höhe der Sanierungskosten aber noch unklar sei, müsse man diese Zahlen erst einmal abwarten. "Wenn die Kosten in einem vernünftigen Rahmen bleiben, dann bleiben wir dabei."

Die Stadthalle sei "wichtig und richtig" an ihrem jetzigen Ort, formulierte für die SPD Sylvia Binkenstein. Wichtig sei jedoch eine Planung für das gesamte Areal um das Gebäude. Eine solche Planung habe die SPD bereits im Sommer 2015 in einem Antrag gefordert. Ansonsten müssten erst einmal die konkreten Zahlen zu den Kosten der Sanierung abgewartet werden.

Francisco Welter-Schultes von den Piraten unterstützt die Aufstellung eines Rahmenplans für das Quartier. Die Stadthalle müsse saniert werden, die Sanierung und die Rahmenplanung könne man paralell abwickeln. Die Arbeiten sollten "Hand in Hand" laufen.

Der Vorsitzende der Linken, Gerd Nier, meint, seine Fraktion wolle zu dem Thema noch beraten und die Zahlen abwarten. Klar sei jedoch: "Wir wollen keinen Abriss und keine Ersatzlösung an der Lokhalle." Dazu sei der derzeitige Stadthallen-Standort "viel zu wichtig."

Für die FDP erklärte Ratsfrau Felicitas Oldenburg, die Stadthalle müsse allein schon wegen ihrer ausgezeichneten Akustik erhalten bleiben. Das für das kulturelle Leben der Stadt enorm wichtige Göttinger Symphonie-Orchester habe keine andere Spielstätte, die für klassische orchestrale Musik geeignet sei. Eine jahrelange Pause wegen eines Neubaus sei undenkbar.

"Die Stadthalle gehört zu Göttingen", meint Torsten Wucherpfennig von der Antifa-Linken: "Wir würden sie liebend gerne erhalten." Dies dürfe aber nicht um jeden Preis geschehen. Wenn sich eine Sanierung nicht lohne, müsse auch über einen Abriss und einen Neubau nachgedacht werden.

"Je ertüchtigter die Stadthalle, um so ertüchtigter ist die ganze Stadt", erklärt "Die Partei"-Sprecherin Heide Haas im Verwaltungsdeutsch. Eine tüchtige, also sanierte Stadthalle solle dann den Namen von "Partei"-Chef Martin Sonneborn tragen. Das werde "Die Partei" im Rat der Stadt beantragen.

Von Jörn Barke, Britta Bielefeld und Matthias Heinzel

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