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Göttingen Start im „fliegenden Klassenzimmer“
Die Region Göttingen Start im „fliegenden Klassenzimmer“
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18:33 04.08.2011
Start auf dem Flugplatz Witzenhausen: Für einen Windenstart reicht die Größe des Platzes am Burgberg bei Witzenhausen kaum aus. So geht der Segelflieger meist im Schlepptau in die Lüfte. Quelle: Hinzmann
Witzenhausen

Fabian hat seinen ersten Alleinflug geschafft und dann gleich auf Einsitzer umgestellt. Auch Oliver Jungwirth hat seinen ersten Start im Einsitzer bereits hinter sich gebracht. Beim Fliegerlager des Luftsportvereins (LSV) Witzenhausen haben die Flieger am Vortag 26 Starts hingelegt. 60 Flüge können es laut Jugendleiter Thomas Meder an einem Tag mit richtig gutem Segelflugwetter werden. An diesem Tag ist das Wetter jedoch unentschieden. Mal regnet es, mal ist es trocken. Unentschieden sind deshalb auch die Piloten.

Einmal im Jahr, 14 Tage im Sommer, richtet der Luftsportverein Witzenhausen ein Fliegerlager für den Nachwuchs aus. Hinter der Flughalle stehen die Wohnwagen und Zelte, in denen die Teilnehmer übernachten. Jedes Tagesprogramm beginnt um 10 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Je nach Bedarf wird eine Mittagspause eingelegt. Am Abend sitzen alle beim Grill zusammen. Und dazwischen wird viel geflogen.

Viele Menschen träumen vom Fliegen. Wie dieser Traum wahr wird, zeigt ein Besuch beim Luftsportverein Witzenhausen.

Heute wird der neue Doppelsitzer für den Unterricht ausgepackt. Mitte Juli ist er aus Österreich eingetroffen, bis alle Formalitäten zur Ummeldung erledigt sind, wird es zum großen Bedauern der Flugschüler noch etwas dauern. Eine kleine Gruppe steht am „alten“ Schulflugzeug. Ein paar Mal ist es heute schon unterwegs gewesen. Lehrer und Schüler überlegen, ob sie noch einmal starten sollen. „Bei der Ausbildung wollen wir nicht unbedingt durch den Regen fliegen“, sagt der Fluglehrer Günther Grundmann. Nach einem Blick auf das Regenradar im Internet rechnet er noch mit einem kräftigen Schauer. Doch als nur ein paar Tropfen fallen, setzen Lehrer und Schüler den Fallschirm auf und steigen gelassen in den Flieger. Wie beim Fahrschulauto könne der Lehrer im „fliegenden Klassenzimmer“ jederzeit eingreifen, erklärt Grundmann. Der Fluglehrer hat sogar einen Steuerknüppel.

Oliver Jungwirth schließt die Sicherheitsgurte. „Passen die Pedale?“, fragt Fluglehrer Grundmann. „Oliver ist schon alles geflogen“, sagt er. Um den Flugschein zu machen, brauche man in der Regel etwa 35 Flugstunden. Zusätzlich zur theoretischen Prüfung muss der Schüler drei Flüge mit dem Prüfer absolvieren. Der erste Alleinflug sei lediglich der Abschluss der ersten Ausbildungsstufe, sagt Grundmann. Mit 14 Jahren darf ein Schüler ihn hinter sich bringen. Um den Flugschein zu bekommen, muss er 16 Jahre alt sein.

Oliver ist abflugbereit und bekommt per Funk die Startgenehmigung. Uwe Bokelmann im Motorflieger schleppt ihn für ein paar Flugplatzrunden hoch. Und dann kommt die sanfte, fast vorbildliche Landung. Nach drei Starts ist der nächste an der Reihe.

Das Fliegerlager beim LSV Witzenhausen läuft noch bis Sonntag, 7. August. Interessierte sind während der Lagerzeit oder am Wochenende ab 11 Uhr auf dem Flugplatz zwischen Witzenhausen und Ermschwerd willkommen. Infos auf dem Flugplatz, per Mail oder auf der Homepage.

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