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Göttingen Verwaltungen fühlen sich gewappnet
Die Region Göttingen Verwaltungen fühlen sich gewappnet
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00:18 15.07.2017
Von Peter Krüger-Lenz
 Volle Klassenzimmer bald noch voller? Quelle: dpa
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Göttingen

Als Gründe für den Anstieg nennen die Forscher neben verstärkter Zuwanderung vor allem eine steigende Zahl von Geburten. „Freude pur“, sagt Andreas Friedrichs (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Friedland zum Anstieg der Geburtenrate. Zwar sei in Groß Schneen gerade eine Grundschule geschlossen worde, dafür werde aber in Friedland angebaut. Dies sei mit Nachhaltigkeit geplant, sagt Friedrichs, „wir können einem möglichen Ansturm gerecht werden.“

Thomas Brandes (SPD), Bürgermeister des Fleckens Bovenden, bestätigt steigende Kinderzahlen, allerdings nicht erst 2020 sondern gegenwärtig. „Bovenden ist als Wohnort sehr gefragt.“ Das Angebot an Kindertagesstätten werden derzeit aufgestockt. „Das machen wir bedarfsorientiert.“ Und weil die Grundschule mehr Raum braucht, zieht der dort untergebrachte Waldorf-Kindergarten in die neue Kita in Bovenden. Auch künftig würde die Verwaltung in Bovenden auf Bedarfsanalysen reagieren.

Skeptisch zeigt sich Klaus Hampe, Leiter des Fachbereichs Zentrale Verwaltung und öffentliche Einrichtungen in Rosdorf. „Bundesweit erhobene Zahlen lassen sich nicht einfach auf Gemeinden herunterbrechen“, sagt Hampe. So beeinflusse das Schaffen von Wohnraum die Entwicklung der Schülerzahlen. „Ich rechne nicht damit, dass uns irgendetwas total umhaut.“

Keine Zweifel lässt Frank Wilde, Verwaltungsvertreter des Samtgemeindebürgermeisters von Radolfshausen, bei der Frage aufkommen, ob die Samtgemeinde gut aufgestellt sei: „Auf jeden Fall“, sagt Wilde. Er erläuter das mit einem kleinen Rechenbeispiel. Laut Bertelsmannä-Stiftung erhöhten sich die Schülerzahlen um weniger als 15 Prozent. 240 Schüler besuchten in der Samtgemeinde die drei Grundschulen 15 bis 20 Prozent mehr seien da „locker zu verkraften“.

„Wir fühlen uns gewappnet“, sagt Mathias Eilers (SPD), Bügermeister der Samtgemeinde Dransfeld. Die Grundschule im Kernort sei dreizügig gebaut, laufe derzeit aber nur zweizügig. Die Grundschule in Scheden laufe „schwach zweizügig“, also kurz über der Teilungsgrenze der Klassen. Laut Eilers steigen die Geburtenzahlen. Doch ob die Prognose der Bertelsmann-Stiftung „bei uns zutrifft, müssen wir abwarten“.

Von einem gegenteiligen Trend in ihrer Gemeinde berichtet Astrid Wiegand, Leiterin des Haupt- und Verwaltungsamtes der Gemeinde Gleichen. Anstieg der Schülerzahlen? „Das würde unsere eigene Schulentwicklung so nicht bestätigen.“ Die sage nämlich für das Schuljahr 2022/23 einen Rückgang von um 50 Kinder voraus. Aktuell verzeichnet die Samtgemeinde 285 Grundschüler.

Die Göttinger Stadtverwaltung als Trägerin der weiterführenden Schulen setzt auf ihre eigenen Prognosen. „In unserer Schulentwicklungsplanung werden zum Beispiel die Geburtenzahlen und Fruchtbarkeitsziffern in unserem Einzugsbereich berücksichtigt, die jährlich in Zusammenarbeit mit unserem Referat für Statistik beziehungsweise den Verwaltungen der Schulträger in unserem Einzugsbereich erhoben werden. Daraus wird die Prognose für zukünftige Schülerzahlen ermittelt. Berücksichtigung finden daneben natürlich auch stadtplanerische Entwicklungen, die Ausweisung neuer Baugebiete. Dass wir uns darüber hinaus mit überregionalen oder nationalen Studien beschäftigen, versteht sich fast von selbst. Solche Studien können Entwicklungen beschreiben, die konkreten vor Ort erhobenen Daten allerdings selten ersetzen“, teilt Detlef Johannson, Pressesprecher der Stadtverwaltung mit. Ähnlich hält es die Landkreis-Verwaltung,Träger der weiterführenden Schulen im Kreisgebiet. „Die Verwaltung erarbeitet derzeit ein Konzept zur Weiterentwicklung der Schullandschaft im fusionierten Landkreis. Als erster Schritt wird eine Elternumfrage zur Zufriedenheit mit dem weiterführenden Schulangebot und zu Wünschen durchgeführt. Daneben werden Daten zu Geburten- und Einwohnerzahlen, Übergängen auf weiterführende Schulen und Ähnliches erhoben. Die Ergebnisse werden in die Schulentwicklungsplanung einfließen“, erklärt Sprecherin Andrea Riedel-Elsner.

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