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Göttingen Stephan Weil und die Schwanzfrage beim Kreislandvolktag in Landolfshausen
Die Region Göttingen Stephan Weil und die Schwanzfrage beim Kreislandvolktag in Landolfshausen
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00:39 27.02.2015
Von Gerald Kräft
Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) versichert auf dem Landvolktag in Landolfshausen, auf die Landwirtschaft zu setzen. Quelle: Schauenberg
Landolfshausen

„Wir haben gemerkt, man tut niemandem einen Gefallen damit, wenn man sagt, dann fällt der Hammer“, sagte Weil. Bislang sollten alle Schweine ab 2017 ihre kompletten Ringelschwänze behalten und nicht mehr teilweise „kupiert“ werden. Noch gibt es aber keine eindeutigen wissenschaftlichen Ergebnisse zu Alternativen. Schwanzbeißen kommt in unterschiedlichsten Haltungsformen vor.

Es freue ihn, dass die Schweinehalter mitmachen wollten, so Weil, unverständlich sei ihm, warum der Landvolkverband nicht mitmache. Der Ministerpräsident versicherte den Bauern aus der Region, dass ihm klar sei, in Südniedersachsen gebe es nicht die Probleme mit Nitratbelastung von Grundwasser und Überdüngung wie in anderen Teilen des Landes. Die Landesregierung setze sich deshalb im Bund für Regionalklauseln bei der Düngeverordnung ein. Dafür brauche er ihre Unterstützung.

„Ich kann mir und will mir Niedersachsen ohne Landwirtschaft nicht vorstellen“, erklärte Weil und versuchte, den Bauern aus dem Landkreis Mut zu machen. „Wenn der Eindruck entsteht, alle Welt drischt auf einen ein, dass das keinen Spaß macht, kann ich verstehen.“ Die Landwirtschaft habe Grund, selbstbewusst zu sein und sich mit geradem Rücken zu präsentieren.Nach der Autoindustrie sei die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftssektor Niedersachsens. Weil versicherte, dass Niedersachsen auch auf Dauer das Agrarland Nummer eins in Deutschland bleiben solle. „Nicht mit diesem Minister“, kommentierte ein Zwischenrufer die Aussage des Ministerpräsidenten.

Gemeint war der nicht anwesende, aber ständig präsente Landwirtschaftsminister Christian Meyer. Der grüne Minister ist nach wie vor offenbar Feindbild Nummer eins, zumindest bei den konventionell wirtschaftenden Landwirten, die sich von ihm an den Pranger  gestellt fühlen. „Der ist das Problem, so einfach ist das nicht“, nahm Weil seinen Minister in Schutz, ohne ihn beim Namen zu nennen. Was beim Tierschutz gemacht werde, sei die Umsetzung des Tierschutzplans der Vorgängerregierung.

„Das ist nicht auf unserem Mist gewachsen.“ Er spreche auch von der „sanften Agrarwende“, wohl wissend, er begebe sich auf „glattes Eis“. Er verstehe darunter, Nutzungskonflikte zu veringern, Vertrauen der Verbraucher zu stärken und mehr Planungssicherheit für Betriebe zu erreichen, sagte Weil. „Mit Dekreten von oben nach unten kommt man nicht dahin.“ Vielmehr müsse man sich mit gemeinsamen Vereinbarungen langsam „heranrobben“. Er wünsche sich am Ende ein Qualitätssiegel „Made in Niedersachsen“. 

©Schauenberg
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