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Göttingen Störe im Levinschen Park in Göttingen
Die Region Göttingen Störe im Levinschen Park in Göttingen
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21:43 15.05.2015
Junger Europäischer Stör Quelle: dpa
Göttingen

„Das war noch vor meiner Zeit als Vorsitzender“, sagt Focken. Damals waren die Fische 20 bis 30 Zentimeter groß. Heute haben sie eine Länge von 1,20 Meter. „Unter günstigen Bedingungen können sie mehrere Meter lang und 600 Kilogramm schwer werden“, weiß der Angler. Unter den Bedingungen im Levinschen Teich rechnet er mit einer Größe von zwei Metern. Die imposanten Ausmaße gaben dem Fisch seinen Namen. Er leitet sich vom althochdeutschen Wort für „groß“ ab.

Die Angler wollen die Störe in Ruhe lassen, obwohl sie gebraten oder geräuchert als schmackhaft gelten. Sogar Kaviar ließe sich aus ihnen gewinnen. „Wir müssen nicht jedes Tier töten“, erklärt Focken. Einfach zu fangen sind die wehrhaften Störe nicht. Mit Schlägen ihres harten Schwanzes können sie einem Menschen die Knochen brechen. Natürliche Feinde haben die ausgewachsenen Tiere, die oben und seitlich in fünf Längsreihen mit Knochenplatten gepanzert sind, nicht. Die Reiher im Levinschen Park können ihnen nichts anhaben. Störe sind auch gegen Krankheiten und Parasiten unempfindlich. 60 bis 100 Jahre werden sie alt.  „Die Tiere fühlen sich im Teich wohl“, sagt Focken. Sie leben auf dem Grund, wo sie mit ihrer langen, harten, spitz zulaufenden Schnauze nach Würmern und Schnecken, Krebsen und Insektenlarven suchen. Wer geduldig auf der Bank im Norden des Gewässers nahe des Abflusses zum kleinen Teich ausharrt, sieht irgendwann die unsymetrischen Schwanzflossen der gründelnden Störe, die wie Wimpel aus dem Wasser ragen.  Vermehren können sich die Störe im Teich allerdings nicht. „Zum Laichen benötigen sie eine Stelle, wo klares Wasser schnell über ein Kießbett fließt“, erläutert Focken. Die Fische waren bis Ende des 19. Jahrhunderts weit verbreitet und dienten damals als Massennahrungsmittel. Überfischung, Wasserverschmutzung sowie die Verbauung der Flüsse mit Schleusen und Staustufen führten dazu, dass der Fisch seit den 1930er-Jahren als ausgerottet gilt.

Von Michael Caspar

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