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Göttingen Busse fahren nicht, Betreuung eingeschränkt
Die Region Göttingen Busse fahren nicht, Betreuung eingeschränkt
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17:19 11.04.2018
Wie schon bei der letzten Tarifrunde Ende März ruft Verdi am Donnerstag zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Quelle: Richter
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Göttingen

Am 15. und 16. April geht es in die dritte Runde der aktuellen Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst. Wie schon im März wurde im Vorfeld der Gespräch zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft bundesweit zu Streiks aufgerufen. Nachdem es am Dienstag zu Arbeitsniederlegungen an den Flughäfen in Frankfurt am Main, München, Köln und Bremen, sowie im kommunalen Einrichtungen in mehreren Bundesländern gekommen ist, liegt laut Verdi der Schwerpunkt am Donnerstag in Niedersachsen. Zur zentralen Kundgebung mit Verdi-Chef Frank Bsirske in Hannover werden rund 8000 Teilnehmer erwartet.

Die Auswirkungen des ganztägigen Warnstreiks werden in Südniedersachsen deutlich zu spüren sein. Wie Verdi-Sekretär Moritz Braukmüller am Dienstag erklärte, wurde nicht nur in Göttingen sondern in allen umliegenden Kommunen zum Streik aufgerufen.

Die Göttinger Verkehrsbetriebe informierten ihre Kunden bereits am Wochenanfang, dass am Donnerstag im Göttinger Stadtgebiet keine GöVB-Busse fahren werden. „Wir bitten unsere Fahrgäste, sich bei Bedarf im Laufe der nächsten Tage über den aktuellen Sachstand oder Fahrtalternativen zu informieren und auf andere Verkehrsmittel des VSN auszuweichen“, so Sprecherin Stephanie Gallinat-Mecke. Für einige Bahnreisende kam es bereits am Dienstag zu Verzögerungen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bestreikte in den frühen Morgenstunden zahlreiche Cantus-Verbindungen zwischen Südniedersachsen und Nordhessen.

Einige Kitas bleiben geschlossen

Auch die Betreuung in den Göttinger Kindertagesstätten wird eingeschränkt sein. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, werden die Kita Gartenstraße und Grone geschlossen bleiben. Notgruppen, teilweise jedoch nicht für alle Betreuungsarten, bieten das Elisabeth-Heimpel-Haus, das Ernst-Fahlbusch-Haus, die Kitas am Insterburger Weg, Lönsweg, Pfalz-Grona-Breite, Rosdorfer Weg und Weende West. Nicht bestreikt werden die Einrichtungen in Geismar, Hetjershausen und Weende Nord.

Es sei mit weiteren Einschränkungen zu rechnen, heißt es gleichlautend aus weiteren Rathäusern, Gemeindeverwaltungen und aus dem Kreishaus. Da allerdings nicht bekannt sei, wie viele Mitarbeiter dem Aufruf der Gewerkschaft zur Arbeitsniederlegung folgen, könnten weitere Streikfolgen in den verschiedenen Teilen der kommunalen Verwaltung noch nicht abgeschätzt werden.

Kreisverwaltung rechnet mit Einschränkungen

Die Kreisverwaltung Göttingen rechnet mit Einschränkung beim Service und hält Wartezeiten und Verzögerungen für möglich. „Grundsätzlich ist die Kreisverwaltung an allen Standorten zu den gewohnten Servicezeiten geöffnet. Es kann jedoch zu einem eingeschränkten Serviceangebot, Verzögerungen und Wartezeiten kommen“, teilte die Kreisverwaltung am Mittwoch mit und bittet um Verständnis. Sollten vereinzelt Restabfallbehälter nicht geleert oder Baum- und Strauch­schnitt nicht abgefahren werden, werde dies am Folgetag beziehungsweise so früh wie möglich nachgeholt, heißt es weiter.

Zudem sind nach Auskunft von Braukmüller folgende Sparkassen vom Streik betroffen: Kreis-Sparkasse Northeim, Sparkasse Göttingen, Sparkasse Einbeck und die Sparkasse Hann. Münden.

Auch Entsorgungsbetriebe werden bestreikt

Nach Auskunft der Göttinger Stadtverwaltung beteiligen sich voraussichtlich auch Mitarbeiter der Göttinger Entsor­gungsbetriebe (GEB). Es sei daher nicht auszuschließen, dass Restabfallbehälter, Bio- und Papiertonnen nicht geleert und auch gelbe Säcke und Sperrmüll nicht abgefahren würden. Der Warnstreik könne unter Umständen auch die Containerabfuhr und den Recyclinghof betreffen, heißt es aus dem Göttinger Rathaus. Zudem bleibt das Entsorgungszentrum Königsbühl geschlossen. „Sofern Leistungen nicht termingerecht erbracht wurden, wird nach dem Warnstreik über das Nachholen entschieden.“ Aktuelle Informationen über die Öffnungszeiten gibt es online unter www.geb-goettingen.de oder telefonisch unter der Servicenummer 05 51 / 4 00 54 00.

Sechs Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaft fordert in den laufenden Tarifverhandlungen für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten in den Kommunen und beim Bund sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro im Monat. Verdi will außerdem erreichen, dass die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Beide Seiten wollen ab dem kommenden Sonntag ihre bisher ergebnislosen Verhandlungen fortsetzen. Einen ähnlichen ganztägigen Warnstreik hatte es bereits am 15. März gegeben.

Von Markus Scharf

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