Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen „Friederike“ wütet in und um Göttingen
Die Region Göttingen „Friederike“ wütet in und um Göttingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:38 19.01.2018
Umgestürzte Fichte am Rosdorfer Weg, Höhe Asklepios Klinik. Der Radweg ist blockiert. Quelle: Christina Hinzmann
Anzeige
Göttingen

Der Deutsche Wetterdienst hatte vor Orkanböen gewarnt.

Leitstelle: 1200 Anrufe

Feuerprobe für die neue Rettungsleitstelle von Stadt und Landkreis Göttingen: Während der Sturm über die Region tobte, gingen 1200 Anrufe dort ein. „Wir sind unter Volllast gefahren und hatten alle acht Plätze besetzt“, sagt Frank Gloth von der Göttinger Berufsfeuerwehr. Dennoch konnte nicht vermieden werden, dass sich bis zu zwölf Anrufer in der Warteschleife stauten. Diese Zahl der Anrufer: „Das war schon Wahnsinn“, so Gloth.

Hier sehen Sie, wo „Friederike“ in der Region gewütet hat:

Zur Galerie
Schäden in Stadt und Landkreis Göttingen

55 Einsätze im Stadtgebiet Göttingen

Mehr als 55 Einsätze haben die Feuerwehren allein im Gebiet der Stadt Göttingen absolviert. Wie Frank Gloth von der Berufsfeuerwehr mitteilte, wurden sämtliche Ortsfeuerwehren alarmiert, in vielen Stadtteilen waren die Sirenen zu hören. Glück im Unglück hatte ein Autofahrerin auf dem Gelände des Universitätsklinikums. Als sie vom Gelände fahren wollte krachte ein Baum auf ihr Fahrzeug. „Sie blieb unverletzt“, so Gloth. Im Grünen Weg krachte ein Baum auf ein Haus, am Holtenser Berg wurde ein VW-Bus getroffen. Bäume, so Gloth, seinen insgesamt „massenhaft“ umgebrochen, sie machten den Großteil der Einsätze aus.

So sieht es aus, wenn die Feuerwehr einen umgestürzten Baum zerlegt, wie hier in der Merkelstraße in Göttingen:

800 Reisende gestrandet

Am Nachmittag ist der komplette Bahnverkehr eingestellt worden, für mehr als 1000 Bahnreisende war in Göttingen zwangsweise vorläufig Endstation. Wer irgendwie konnte, organisierte sich ein Taxi oder ein Hotelzimmer. Doch die waren schnell ausgebucht. Die Bahn stellte drei so genannte Hotelzüge zur Verfügung, in denen die Menschen die Nacht verbringen konnten. Helfer der Rettungsdienste aus Stadt und Landkreis versorgten am Abend dann 800 Gestrandete. Gegen 19 Uhr war die Situation am Göttinger Bahnhof relativ entspannt. Sandra aus Landau und Tanja aus München berichteten: „Seit 14 Uhr hängen wir hier fest. Jetzt übernachten wir hier.“ Die Mitarbeiter der Bahn seien sehr nett. Auch der 20-jährige Niklas Rotsch aus Marburg sieht die Sache positiv. Der Student wollte nach Flensburg. „Seit 13 Uhr bin ich in Göttingen“, sagt er. Nun schlafe er im Hotelzug. „Ich will aber um 3.50 Uhr mit dem Flixbus weiterfahren, da bin ich schneller.“ Auch Jana Kübel aus Karlsruhe nimmt es gelassen. „Ich bin seit 12 Uhr hier am Göttinger Bahnhof“, sagt sie.

„Friederikes“ Spuren in Duderstadt

Sturm Friederike hat auch im Eichsfeld Spuren hinterlassen. Teile der Innenstadt von Duderstadt sind wegen der Gefahr herabfallender Ziegel abgesperrt. So waren unter anderem auch die St.-Servatius-Kirche und die Westeröder Kirchendächer betroffen. Zahlreiche Bäume wurden vom Wind umgeknickt oder entwurzelt. Zum Teil stürzten sie auf Autos oder Gebäude. Bei Hilkerode fiel ein Baum auf die Freilandleitung. Die Bundesstraße 446 zwischen Holzerode und Ebergötzen blieb auch am Abend noch gesperrt, berichtete Hermann Niesen, Einsatzdienstleister der Duderstädter Polizei. Auch zwischen Landolfshausen und Mackenrode blieb die Straße gesperrt. In Gieboldehausen habe es auch in mehreren Straßen umgefallene Bäume gegeben. 90 Feuerwehrleute aus acht Duderstädter Ortswehren fuhren zu 35 Einsätzen. Stadtbrandmeister Kai Walter erklärte, dass nach der ersten Alarmierung die Kreisleitstelle nicht mehr zu erreichen gewesen sei. Auch das Team des Bauhofs war im Einsatz. 14 Mitarbeiter halfen bei 25 Einsätzen aus. Im Bauhof der Stadt wurden mehrere Krisensitzungen abgehalten.

Sturm im Mittelgebirge

Der Oberharz ist wegen der Auswirkungen von Orkantief „Friederike“ seit Donnerstagnachmittag weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Wegen zahlreicher umgekippter Bäume seien alle Zufahrtsstraßen gesperrt worden, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung Goslar. Auch viele andere Straßen im Kreisgebiet seien unpassierbar. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Lage als chaotisch. Es stürzten nach wie vor in großer Zahl Bäume auf die Fahrbahnen. Trotz zahlreicher Verkehrsunfälle sei bisher niemand verletzt worden.

Liveblog

Aktuelle Informationen zum Sturm finden Sie in unserem Liveblog.

Von Peter Krüger-Lenz, Britta Bielefeld und Rüdiger Franke

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eine Gruppe von Göttinger Institutionen und Einzelpersonen kritisiert öffentlich die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Sie wollen Flüchtlingen vor Ort Schutzräume bieten und machen sich für Bürgerasyl stark.

18.01.2018
Göttingen Autor Leo Fischer liest in Göttinger Universität - Von Greisen und Anwohnern

Leo Fischer war Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“. In der Universität Göttingen ist er regelmäßig für Lesungen zu Gast – so auch am Mittwoch, mit einem Rundumschlag von der Kultur-Brezel über böse Anwohner zu greiser Erotikliteratur.

21.01.2018
Göttingen Irish-Dance-Show gastiert in Göttingen - Cornamusa – mit Dudelsack und E-Gitarre

Cornamusa hat sich Anfang des Jahrtausends als junge Band mit ungewöhnlicher Instrumentierung versucht einen Namen zu machen. Heute füllen sie als Irish-Danceshow große Hallen. Am 28. Januar gastieren die Thüringer in der Göttinger Stadthalle. Für einige Bandmitglieder ein Trip in die Vergangenheit.

21.01.2018
Anzeige