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Göttingen 820 Kilometer nach Houdan
Die Region Göttingen 820 Kilometer nach Houdan
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14:18 06.11.2018
Gemeinsam auf großer Tour: Rita Hepprich, Gunther Hepprich, Adelheid Schmidt, Udo Schmidt, Wilhelm Böning, Christian Baur, Katharina Aue, Christine Aue (v.l.). Quelle: r
Groß Schneen

820 Kilometer mit dem Auto fahren ist schon anstrengend. Umso mehr Respekt verdient die Radsportgruppe des TSV Groß Schneen, die diese Entfernung mit dem Rad zurücklegte, um der Partnerstadt im französischen Houdan einen Besuch abzustatten.

Es sollte etwas Besonderes sein zum 20-jährigen Bestehen der Radsportgruppe. Und was lag da näher, als die Tour zu den französischen Freunden zu wiederholen, denn schon einmal vor 20 Jahren hatte eine Gruppe diese sportliche Herausforderung angenommen. Vier Personen sind aus der damaligen Crew wieder dabei gewesen.

Älteste Teilnehmer 75 Jahre

In acht Etappen bezwangen die Groß Schneener die Entfernung. „Teilweise sind wir am Tag über 100 Kilometer gefahren, teilweise drunter. Es kam immer auf das jeweilige Quartier an“, erzählt Udo Schmidt, der mit 75 Jahren der älteste Teilnehmer war. Kleinere Motivationsprobleme gab es auch schon einmal, denn „bei Regen wollten sie nicht so gern aufs Rad steigen“, berichtet Schmidt, der in erster Linie als Tourenplaner fungierte. „Es gibt ja inzwischen Programme, die man zur Verfügung hat. Aber man muss dann schon noch in die Feinplanung gehen, denn ich wollte schon, dass die Strecken den Unterkünften angepasst sind“, erläutert er.

So wenig Berge wie möglich wollte die muntere Truppe auf ihrer Tour bewältigen müssen, und auch der Verkehr sollte sich in Grenzen halten. So schwangen sich im September acht Radfahrer auf ihre Räder, begleitet von guten Wünschen durch Bürgermeister, Ortsbürgermeister, Pastorin und Vereinsmitgliedern und bedacht mit kleinen Präsenten.

Abordnung kam ihnen entgegen

Herrlich waren die äußeren Voraussetzungen, als sich der Tross in Richtung Westen durch das hessische Bergland, Ostwestfalen, die Soester Börde der Peripherie südliches Ruhrgebiet näherte. Durch die Rheinebene streiften sie den südlichen Zipfel der Niederlande, Belgien mit Randgebiet der Ardennen, näherten sich Nordfrankreich mit Hauptrichtung Paris, ehe sie den Zielort Houdan erreichten. 20 Kilometer vorher kam ihnen bereits eine Abordnung der Partnerstadt auf dem Fahrrad entgegen, sodass die letzten Kilometer gemeinsam absolviert wurden.

Vergessen waren die Strapazen, die hinter den Groß Schneenern lagen. Denn bereits am ersten Etappentag schlug das herrliche Wetter um. Eine Kaltfront mit heftigen Weststürmen und Regengüssen machte den Trip keineswegs zu einem Vergnügen. Erst nach drei Tagen in Belgien änderten sich die Verhältnisse. In Belgien gab es zwar schönes Wetter, aber die Straßenverhältnisse wurden zunehmend schlechter und gefährlicher. „Ich hatte nicht erwartet, dass in Belgien und Frankreich so viel Verkehr herrschen würde“, berichtet Schmidt, der bei einem Überholmanöver eines LKWs innerhalb einer Ortschaft großes Glück hatte. „Er hätte mich fast erwischt.“ Er musste stark abbremsen, um einen Unfall zu verhindern.

Herzlicher Empfang

In der Partnerstadt erlebten er und seine Mitstreiter einen herzlichen Empfang auf dem Rathausplatz in Houdan durch den Bürgermeister und ein Begrüßungskomitee. Der Weg zurück nach Groß Schneen gestaltete sich dann ein paar Tage später weitaus entspannter für alle Beteiligten. Der Zug brachte sie wohlbehalten wieder in die Heimat zurück.

Was der Gruppe auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird ist der warmherzige Empfang, den ihnen die Gastgeber bereiteten. „Was auch besonders beeindruckend war, war die Radwegführung in Holland. Es war einmalig, auch von der Sicherheit her“, sagt Udo Schmidt.

Von Vicki Schwarze

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