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Göttingen 95 Helfer, 400 Besucher
Die Region Göttingen 95 Helfer, 400 Besucher
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20:29 26.12.2016
 Rund 400 Menschen feiern am Sonnabendabend beim offenen Heiligabend der Tageblatt-Weihnachtshilfe "Keiner soll einsam sein" Weihnachten. Quelle: HW
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Göttingen

Die Organisatoren Wolfgang Stoffel und Benjamin Wolff waren sehr zufrieden mit der Resonanz. "Gut 400 Leute, das ist schon toll", sagte Stoffel. Die Stadthalle habe sich viel schneller gefüllt als in den vergangenen Jahren. Er habe zudem viele positive Rückmeldungen der Besucher erhalten. Eine der berührendsten Szenen: Ein kleines Mädchen dankte Stoffel sogar persönlich und reichte ihm die Hand.

95 freiwillige Helfer aus Göttingen und der Region bedienten die Gäste, kümmerten sich um Essen und Trinken und standen als Gesprächspartner für die Besucher zur Verfügung. Es gab Kaffee und Kuchen und ein leckeres Weihnachtsessen, zubereitet vom Catering der Universitätsmedizin Göttingen. Klaus Faber spielte Musik am Klavier, und Zauberer Andy Clapp und seine Familie unterhielten die Gäste mit "Zauberei und Spaß". Pastor Thomas Harms hielt zu Beginn die Weihnachtsandacht. Die Botschaft Jesu "Frieden auf Erden" sei ob der Geschehnisse der vergangenen Tage umso wichtiger, sagte Harms. "Das rufen wir uns weltweit zu, das verbindet Menschen", so Harms. Dann sangen die Besucher gemeinsam Weihnachtslieder.

Edeltraud Badura ist am längsten als Helferin beim offenen Heiligabend dabei. Seit 35 Jahren engagiere sie sich in der Stadthalle für die Aktion der Tageblatt-Weihnachtshilfe, sagte die 80-Jährige. "Ich muss unter Leute. Außerdem helfe ich gerne", erklärte sie ihr Engagement. Ihre Devise: "Nicht pflegen, sondern bewegen. Wer rastet, der rostet."

Mit dabei als Helfer war in diesem Jahr erstmals Familie Bittner-Szaukellis. Kathrin Bittner-Szaukellis, Ehemann Wolfgang, die Kinder Varenka und Leon sowie Schwiegersohn Dirk Möller - zu fünft waren sie an diesem besonderen Tag im Einsatz. "Wir haben letztes Jahr in einer Familienkonferenz beschlossen, dass wir Heiligabend mal etwas Sinnvolles tun wollen", sagte Kathrin Bittner-Szaukellis. "Ich hatte schon mal von der Tageblatt-Hilfsaktion gehört und bin dort auf offene Ohren gestoßen."

Also habe sich die Familie dazu entschlossen, beim offenen Heiligabend mitzuhelfen. "Es gefällt uns sehr gut. Diese Aufgabe ist sehr gewinnbringend", erklärte Kathrin Bittner-Szaukellis. Die Gäste an ihrem Tisch seien mit ihrer Hilfe schnell ins Gespräch gekommen und hätten ihr schnell ihre gesamte Lebensgeschichte erzählt. "Das war sehr beeindruckend." Viele Gäste erzählten, dass sie sich schon lange auf diesen Tag freuten, ergänzte Wolfgang Szaukellis.

Rosemarie Henkelmann gehörte zu den Gästen und war zum zweiten Mal beim offenen Heiligabend dabei. "Weil ich sonst ganz alleine wäre", sagte sie. "Meine Kinder wohnen in Wiesbaden und kommen erst am Sonntag vorbei. Da haben sie gesagt, ich soll hierher gehen, damit ich unter Menschen komme." Sie sei ja bereits einmal beim offenen Heiligabend gewesen, und schon damals habe es ihr gut gefallen.

"Es ist sehr schön hier, ein sehr gemischtes Publikum", sagte Henkelmann. Leider höre sie die Musik von Klaus Faber am Klavier nicht so gut. "Aber ich bin sehr froh, dass ich hier bin." Auch Achim Westermann aus Reinhausen und Herbert Lieberenz aus Göttingen freuten sich über das Angebot in der Stadthalle. "Ich bin alleine und doch recht einsam", sagte Lieberenz. Das sei es gut, an einem solchen Tag "ein bisschen unter Leute zu kommen. Es ist einfach eine schöne Möglichkeit, nicht alleine zu Hause zu sitzen."

Pastor Thomas Harms und Diakon Hagop Shahinian hatten auch zwei Familien aus dem Grenzdurchgangslager Friedland mitgebracht. Die Familien aus Syrien und dem Irak würden das erste Mal ein friedliches Weihnachtsfest erleben, sagte Harms.

"Es ist ein Traum. Wir haben fünf Jahre nicht gelacht, jetzt sind wir Gott sei Dank in Deutschland", sagte Familienvater Eman aus Syrien. Zum ersten Mal fühlten sich seine Frau Raja und die Kinder Muhanad (6) und Natali (14) in Sicherheit.

Zu erleben, wie Weihnachten gefeiert wird, sei für sie nicht neu, sagte Eman. In Syrien hätten sie mit vielen Christen friedlich in einem Ort zusammengelebt. "Es gab sogar Weihnachtsbäume", erklärte er. Er hoffe, dass er seiner Familie nun ein besseres, sicheres Leben ermöglichen könne. "In der Heimat gab es nur noch Chaos. Hier ist es wie im Paradies. Mein Sohn kann endlich wieder ruhig schlafen nach all den Bomben und Raketen in Syrien."Ahmad aus dem Irak pflichtete ihm bei. Er, seine Frau Jamila und die Kinder Siedra (10), Ayman (8), Eyad (6) und Sara (5) hätten seit Jahren keine Ruhe mehr gehabt. Zum Glück hätten sie Pastor Harms und Diakon Shahinian zum offenen Heiligabend eingeladen. "Das gibt uns die Freude zurück, und wir können die Probleme in der Heimat vergessen", sagte Ahmad.

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