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12:58 11.03.2018
Ehrenamtliche Mitarbeiter der Telefonseelsorge mit (v.l.). Superintendent Friedrich Selter, Oberkirchenrätin Susanne Kruse-Joost, Referentin für Sonderseelsorge, und Pastor Uwe Hobuß, Leiter der Telefonseelsorge Göttingen. Quelle: r

Die Telefonseelsorge Göttingen ist auf der Suche nach neuen Ehrenamtlichen. Gesucht werden Menschen aller Altersstufen, die sich vorstellen können, die zweijährige Ausbildung in Gesprächsführung und Seelsorge zu absolvieren, um Menschen in belastenden Lebenslagen am Telefon zu helfen.

„Bei der Telefonseelsorge geht es nicht darum, vorgefertigte Lösungen anzubieten, sondern in erster Linie ist es wichtig, für den Anrufenden da zu sein und ihm unvoreingenommen zuzuhören“, erzählt eine Ehrenamtliche, die ihren heutigen Dienst am Telefon gerade beendet hat. In einem geschützten Rahmen könnten die Anrufer über ihre Probleme sprechen – und dabei ebenso wie die Ehrenamtlichen unerkannt bleiben. „Anrufer und Telefonseelsorger genießen schützende Anonymität“, erklärt Pastor Uwe Hobuß, der die Göttinger Telefonseelsorge leitet. Derzeit seien etwa 60 Menschen im ehrenamtlichen Einsatz für die Belange der Anrufer. Um einen lückenlosen 24-Stunden-Dienst anbieten zu können, müssten aber mindestens 20 Ehrenamtliche mehr im Einsatz sein. Die Altersstruktur der Mitarbeiter sei sehr gemischt. Er freue sich, dass derzeit auch drei Studierende das Ehrenamt am Telefon übernommen hätten, so Hobuß. Dadurch, dass die Helfer ganz unterschiedliche persönliche Hintergründe hätten und sich in ganz unterschiedlichen Lebensphasen befänden, könne auch eine umfangreiche Beratung angeboten werden. Eine einmal im Monat in Kleingruppen stattfindende Supervision helfe zudem bei der Verarbeitung schwieriger Situationen und verschaffe Entlastung. Ergänzend würden Fortbildungsreihen für die Telefonseelsorger angeboten, beispielsweise zum Umgang mit psychisch kranken Anrufern.

Theoretische und praktische Übungen

Hinzu kämen die 110 bis 115 Ausbildungsstunden, die die Ehrenamtlichen auf ihren Einsatz vorbereiten sollen. Theoretische Kurseinheiten zu Gesprächsführungs- oder Kommunikationstechniken stehen laut Hobuß dabei ebenso auf dem Plan wie praktische Übungen und Rollenspiele. „Die Ehrenamtlichen können während der Ausbildung wertvolle Kompetenzen erwerben und vertiefen“, so der Leiter der Telefonseelsorge. Die Intensität der Vorbereitungstreffen habe sie „am meisten fasziniert“, erläutert die Ehrenamtliche. Durch die Gespräche und Übungen mit den anderen Kursteilnehmern habe sie auch viel über sich gelernt – „sowohl über meine Stärken als auch über meine Schwächen.“ Für ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung sei die Teilnahme an der Ausbildung zur Telefonseelsorgerin „wertvoll“ gewesen, und sie habe viel für die ehrenamtliche Tätigkeit am Hörer mitnehmen können. Die Probleme der Anrufer seien vielfältig. Viele Menschen seien aber einsam und benötigten einfach einen Gesprächspartner, „jemand, von dem sie wissen, dass er da ist“, erklärt die ehrenamtliche Helferin. Viele wollten auch „einfach mal ein Thema loswerden“, ohne auf einen konkreten Lösungsvorschlag zu hoffen. Anderen wiederum könne es helfen, wenn eine neutrale Person Ideen und Impulse zu einem Problem oder einer Fragestellung gebe, die der Anrufer bisher nicht bedacht habe. Die Ressourcen des Anrufers zu aktivieren sei ein „ganz wichtiger Baustein“ in der Telefonseelsorge.

Informationen für Interessierte

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr beginnt die ehrenamtliche und selbstständige Arbeit am Telefon. Im März soll ein neuer Ausbildungskurs für Interessierte stattfinden. Weitere Infos telefonisch: 0551 / 46543 (dienstags und mittwochs von 14 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 10 bis 12 Uhr), per Mail: tsgoettingen@t-online.de oder auf der Internetseite.

Unter neuer Trägerschaft

Die Telefonseelsorge Göttingen hat einen neuen Träger. Die Trägerschaft wechselte zum 1. September 2017 vom Verein Telefonseelsorge Göttingen zum Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen.

Die Voraussetzung für diesen Trägerwechsel hatte die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers mit einem Synodalbeschluss vom November 2016 geschaffen. Mit diesem Synodalbeschluss wurde die Finanzierung der Telefonseelsorgestellen der Hannoverschen Landeskirche weitgehend gesichert. Über diese gesicherte Finanzierung seien alle Beteiligten froh und dankbar, heißt es in einer Mitteilung der Telefonseelsorge Göttingen. „Der Kirchenkreis Göttingen hat die Trägerschaft der Telefonseelsorge sehr gerne übernommen. Zu unserer diakonischen Ausrichtung gehört die Seelsorge unverzichtbar dazu. Weil Gott ein offenes Ohr für die Anliegen und Nöte der Menschen hat, müssen wir als Kirche es auch haben. Darauf, dass wir seelsorgerlich Kirche sind, können sich alle verlassen. Unsere Gemeinden und diakonischen Einrichtungen können den Bedarf aber nicht vollständig abdecken. Darum sind wir dankbar für alle Frauen und Männer, die ehrenamtlich in der Telefonseelsorge mitarbeiten. Mit ihrer Lebenserfahrung und intensiven Ausbildung gewährleisten sie, dass immer jemand erreichbar ist, der wirklich gut zuhören kann“, so Friedrich Selter, Superintendent des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen.

Von Maren Iben

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