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Göttingen Theater und Orchester demonstrieren in Hannover
Die Region Göttingen Theater und Orchester demonstrieren in Hannover
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16:49 24.10.2018
Protest in Hannover: Christoph-Mathias Mueller, ehemaliger Dirigent des GSO, demonstriert gegen gestrichene Zusatzmittel für Kultureinrichtungen. Quelle: R
Göttingen / Hannover

Die kommunalen Theater hatten fest mit einer Erhöhung ihrer Fördermittel gerechnet, sollen nach dem vorliegenden Haushaltsentwurf aber vorerst darauf verzichten. Jetzt sammelten sie sich zum Protest vor dem Landtag.

Das GSO demonstriert in Hannover

Aus Göttingen waren Abordnungen des Deutschen und des Jungen Theaters sowie des Göttinger Symphonie Orchester (GSO) in die Landeshauptstadt gereist, um unter dem Motto #rettedeintheater gegen gestrichene Zusatzgelder zu protestieren. Das GSO erhielt dabei Unterstützung von seinem ehemaligen Dirigenten Christoph-Mathias Mueller. „Kultur ist das Brennglas einer lebendigen Gesellschaft“, stand auf seinem Transparent. Die Kultureinrichtungen hatten mit einer Erhöhung ihrer Fördermittel gerechnet, sollen nach dem Haushaltsentwurf darauf aber verzichten.

Pfiffe und Buh-Rufe für Minister Thümmler

„Es ist an der Zeit, dass die Politik sich nicht nur öffentlich zu uns bekennt, sondern sich auch dementsprechend verhält und uns fördert“, sagte die Regisseurin Antje Thoms vom Deutschen Theater Göttingen bei der Kundgebung vor dem Landtag. Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler (CDU) wies die Kritik an der Landesregierung auf dem Podium zurück, erntete dafür aber Pfiffe und Buh-Rufe.

Zu der Protestaktion waren Schauspieler, Regisseure, Intendanten und Bühnenmitarbeiter gekommen. Sie übergaben eine Petition mit mehr als 19000 Unterschriften an Vertreter des Landtags. Die Grünen-Fraktion im Landtag unterstützte die Aktion und beantragte eine aktuelle Parlamentsdebatte, die aber abgelehnt wurde.

Für eine offene und tolerante Gesellschaft

Unter dem Motto „Keine Kulturwüste in Niedersachsen!“ protestierten die Teilnehmer vor allem gegen die Streichung zusätzlicher Mittel in Höhe von sechs Millionen für die kommunalen Theater aus dem Entwurf des Haushaltsplans, die den Theatern aus deren Sicht versprochen waren. Die Theater setzten sich für eine offene und tolerante Gesellschaft ein, sagte Thoms für das Aktionsteam #rettedeintheater.

„Es hat keine festen Zusagen gegeben“

Thümler betonte dagegen vor dem Demonstranten: „Es hat keine festen Zusagen gegeben.“ Zwar habe sein Ministerium einen finanziellen Mehrbedarf von sechs Millionen Euro für den Haushalt geltend gemacht, und er persönlich halte dies auch für gerechtfertigt. „Aber wenn man Mehrbedarf anmeldet, heißt das nicht, dass das Geld dann auch im Haushalt steht.“

Die in der Koalitionsvereinbarung vorgesehene Stärkung der Theater beziehe sich nicht nur auf 2019, sondern auf die gesamte Legislaturperiode, betonte Thümler in seiner Rede, die immer wieder von Zwischenrufen unterbrochen wurde. Das Land stehe zu seiner Förderung für kommunalen Theater in Höhe von mehr als 25 Millionen Euro und biete den Häuser damit eine hohe Planungssicherheit.

Solidarität aus ganz Deutschland

Hinter der Demonstration stehen unter anderem die Ensembles und Mitarbeiter von Theatern aus Göttingen, Lüneburg, Osnabrück, Celle, Hildesheim und Wilhelmshaven. Unterstützung erhielten sie von freien Theatern, Staatstheatern, Orchestern und Schauspielschulen sowie der Gewerkschaft Verdi. In einer Solidaritätserklärung betonten Theaterverbände aus ganz Deutschland, im Ländervergleich liege Niedersachsen bei den Kulturausgaben an drittletzter Stelle.

Unterstützung von den Grünen

Grünen-Fraktionschefin Anja Piel sagte, die Landesregierung wolle der berechtigte Kritik der Theatermacher aus dem Weg gehen und den Protest in Leere laufen lassen. Die Koalition von SPD und CDU verspreche seit der Regierungsübernahme mehr Fördermittel für Kultur, im Haushaltsentwurf sei aber kein einziger Euro dafür zu finden.

Von epd / mib

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