Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Theuvsen: „La Paz Centro statt Göttingen“
Die Region Göttingen Theuvsen: „La Paz Centro statt Göttingen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:36 11.03.2018
La Paz Centro: Unter den Arbeitern auf Zuckerrohr-Plantagengrassiert eine rätselhafte Nierenkrankheit. Derzeit finanziert der Nicaragua-Verein die Transportkosten, um die Kranken zur Dialyse zu fahren. Quelle: r
Anzeige
Göttingen

„La Paz Centro statt Göttingen“ – so habe am Freitag die rot-grüne Mehrheit im Rat der Stadt Göttingen entschieden, kritisierte Theuvsen auf seiner Facebook-Seite den Beschluss.

La Paz Centro statt Göttingen - so hat gestern die rot-grüne Mehrheit im Rat der Stadt Göttingen entschieden. Anträge...

Gepostet von Ludwig Theuvsen am Samstag, 17. Februar 2018

„Anträge Göttinger Sozial-, Bildungs- und Kultureinrichtungen auf eine angemessene finanzielle Förderung sind durch die rot-grüne Mehrheit im Rat in den Beratungen zum Nachtragshaushalt 2018 reihenweise abgelehnt worden“, erklärte Theuvsen und führte erneut die Göttinger Tafel an. Trotz eines entsprechenden Antrags der CDU seien für die Einrichtung vom Rat keine 15 000 Euro zur Verfügung gestellt worden. Am Freitag sei es für Rot-Grün aber kein Problem gewesen, „kurzfristig“ 35 000 Euro für einen Kleinbus in La Paz Centro in Nicaragua lockerzumachen.

Ludwig Theuvsen (CDU) Quelle: R

„Bei allem Verständnis für die Probleme der Menschen in La Paz Centro: Es kann nicht die Aufgabe des Göttinger Rates sein, Entwicklungshilfe in Mittelamerika zu leisten, soziale Probleme vor Ort aber zu ignorieren“, argumentiert Theuvsen. Der Kauf des Busses sei sinnvoll, hätte aber durch private Spenden finanziert werden müssen.

Linke sehen „fast böswillige“ Verdrehung des Sachverhalts

In einer Antwort auf Theuvsens Kritik nennt die Ratsfraktion der Linken das Gegeneinanderaufrechnen als „schäbig“. Auch sie hätte sich gewünscht, dass die relativ überschaubaren Förderbeträge für etwa die Göttinger Tafel, Medinetz oder die Zwangsarbeiterausstellung im Nachtragshaushalt berücksichtigt worden wären.

„Dass die CDU-Fraktion die Verweigerung dieser Gelder durch die rot-grüne Ratsmehrheit zum Anlass nimmt, nun ihrerseits die Mittel für die dringend benötigte Anschaffung eines Kleinbusses für Hunderte von Nierenkranken zu verweigern, ist aus unserer Sicht mehr als schäbig.“ Dies damit zu begründen, es könne nicht Sache sein, dass die Stadt allgemeine Entwicklungshilfe für Mittelamerika leiste, sei eine schon „fast böswillige“ Verdrehung des Sachverhalts.

„Eine der ärmsten Regionen Mittelamerikas“

So bestehe zwischen La Paz Centro und Göttingen seit Jahren ein Solidaritätspakt, es gebe eine offizielle, international anerkannte Klimapartnerschaft. „Sind das alles nur Schönwetterbekundungen, oder sind das ernst gemeinte Aktivitäten zwischen einer prosperierenden Stadt wie Göttingen und einer der ärmsten Regionen in Mittelamerika?“, fragt die Linke.

SPD antwortet Theuvsen auf Facebook

„Göttingen first“ oder „Heute schon die Welt verändert?“ La Paz Centro statt Göttingen - erneut postet Dr. Theuvsen von...

Gepostet von SPD Ratsfraktion Göttingen am Montag, 19. Februar 2018

Die SPD im Rat wirft Theuvsen seine Unterstellung vor, „soziale Probleme vor Ort zu ignorieren“. Fakt sei, dass die Göttinger Tafel bei Bedarf, auch durch die Stadt Göttingen, auf Antrag hin, finanziell unterstützt werde – auch im Jahr 2018. Rot-Grün hat dies mit dem Doppelhaushalt 2017/2018 beschlossen“, heißt es einer Mitteilung der SPD auf Facebook.

„Wir fördern soziale und kulturelle Einrichtungen mit Augenmaß und so, dass hier bei begrenzten Mitteln möglichst viele Einrichtungen zum Zuge kommen. Das hat sich bewährt.“, erklärt die SPD-Fraktion und unterstellt Theuvsen „Symbol-Populismus“. Weiter kritsiert die SPD, das Theuvsen „Kranke und Notleidende gegeneinander auszuspielen“.

Am Freitag hat der Rat den gemeinsamen Antrag von Linken, Grünen, SPD, der Piraten-und-Partei-Gruppe sowie von Ratsherr Torsten Wucherpfennig in den Finanzausschuss überwiesen. Der muss nun über die Finanzierung des Busses entscheiden. Zuvor hatte es einen heftigen Schlagabtausch im Rat über die Kleinbus-Spende für ein Hilfsprojekt in Nicaragua gegeben.

Chronisches Nierenversagen

Seit Jahren pflegen die Stadt und Göttinger Schulen partnerschaftliche Beziehungen zur Region La Paz Centro. Dort leiden zurzeit viele Menschen in abgelegenen ländlichen Dörfern unter chronischer Nierenversagen und müssen zur Behandlung weite Strecken bewältigen. Um sie zu befördern, soll die Stadt über den Nicaragua-Verein Göttingen für etwa 35 000 Euro einen Kleinbus finanzieren.

Von Michael Brakemeier

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Göttingen Von Auto angefahren - Fußgänger schwer verletzt

Am Sonntagmorgen ist ein 22-jähriger Fußgänger beim Zusammenprall mit einem Auto an der Weender Landstraße schwer verletzt worden. Ein Rettungswagen brachte den Göttinger in ein Krankenhaus. Er soll nach bisherigen Erkenntnissen bei Rotlicht versucht haben, den Kreuzbergring zu überqueren.

19.02.2018

Menschenrechtler aus Göttingen haben erneut geplante Abschiebungen nach Afghanistan kritisiert. Sie verweisen auf neue Zahlen zur Lage in der Region. Für diesen Dienstag ist nach ihren Angaben eine sogenannte Sammelabschiebung in das asiatische Land geplant.

11.03.2018
Göttingen Bargeld entwendet - Einbrecher beim Friseur

Unbekannte sind am Sonnabendnachmittag in ein Göttinger Friseurgeschäft eingebrochen und haben Geld entwendet. Nach derzeitigen Erkenntnissen drangen die Täter durch die eingeschlagene Glaseingangstür in die Räume in der Weender Straße ein.

21.02.2018
Anzeige