Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Thomas Kopietz mit Alexanderpreis ausgezeichnet
Die Region Göttingen Thomas Kopietz mit Alexanderpreis ausgezeichnet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:26 17.02.2019
Ausgezeichnete Journalisten: Stefan Liebig, Hendrik Kalvelage, Anja Danisewitsch und Thomas Kopietz mit Jens Wortmann (2.v.r.). Quelle: Heller
Göttingen

Während oben die Proben für die Kunst-Gala liefen, wurden am Sonnabendmorgen im Keller des Deutschen Theaters in einer Feierstunde die diesjährigen Preise für besondere journalistische Leistungen verliehen. Die Zahl der eingereichten Beiträge sei besonders hoch gewesen, so Jens Wortmann, Vorsitzender des Kuratoriums. „Das hat uns zwar mehr Arbeit aber auch viel Freude gemacht.“

HNA-Redakteur Thomas Kopietz stach mit seinem Text „Hollywood an der Leine“ heraus und wurde für seine Aufarbeitung der 70-jährigen Filmgeschichte Göttingens in diesem Jahr mit dem ersten Preis ausgezeichnet. „Schreib den ersten Satz für den Leser so, dass er den zweiten auch noch lesen will“, zitierte Laudator Detlef Johannson eines der journalistischen Grundprinzipien des Autors.

Johannson neu im Kuratorium

Tatsächlich sei Kopietz eine so elegante Führung durch einen Teil der Göttinger Stadtgeschichte gelungen, dass man ihm gerne nicht nur bis zum zweiten, sondern auch bis zum letzten Satz folge, so Johannson, der für den scheidenden André Schüller neu in Jury und Kuratorium der Stiftung gerückt ist. Der ehemaligen Pressesprecher der Stadt Göttingen und Redaktionskollege des Stifters Wolfgang Alexander beim Göttinger Tageblatt ließ es sich nicht nehmen, die aktuelle Situation der Medienlandschaft ins Visier zu nehmen.

In Zeiten von Fake-News und alternativen Fakten gerieten gründliche Recherche, eine verständliche Vermittlung oder auch die Trennung von Nachricht und Meinung immer wieder ins Hintertreffen. „Kopietz macht diesen Verrat nicht mit“, lobte Johannson den Kollegen am Sonnabendmorgen vor vollen Sitzreihen. Sein Text erfülle und übererfülle die Kriterien, nach denen die Jury des Alexanderpreises ihre Entscheidungen fälle.

Vorjahres-Preisträgerin erneut ausgezeichnet

Auch die Vorjahres-Preisträgerin Anja Danisewitsch ernete viel Lob für ihr Porträt des Biochemikers und Firmengründers Helmut Wagner. Die freie Autorin hatte im Auftrag des Faktor unter dem Titel „Ora et labora“ den Menschen hinter der Amedes-Gruppe porträtiert. Für eine gute Geschichte müsse man vor allem Zuhören können, betonte Danisewitsch im Vorfeld der Preisverleihung. Diese Fähigkeit sowie ihr ausgeprägtes Sprachgefühl habe sie in allen Porträts bewiesen, die bisher veröffentlicht wurden, betonte Jury-Mitglied Claudia Weitemeyer. Und auch der porträtierte schien zufrieden. Er gab gleich seine Biografie in Auftrag.

Einer der weiteren zweiten Preise ging 2019 an Hendrik Kalvelage, der für den Extra-Tipp den Text „Dreimal belagert, zweimal erobert“ verfasst hatte. Laudatorin Sybille Bertram lobte den Autor, ihm sei etwas außergewöhnliches gelungen: Er habe den 30-jährigen Krieg auf einer einzigen Zeitungsseite untergebracht. Dabei wählte er ein besonderes Stilmittel. Sein Text nimmt den Leser im wörtlichen Sinne mit – von der Bushaltestelle „An der Tillyschanze“ bis ins städtische Museum. Hier lässt er mittels eines großformatigen Gemäldes das Göttingen des 17. Jahrhunderts lebendig werden.

„Samen für die Welt“

Nicht ganz so weit zurück in die Göttinger Geschichte führt das Porträt der Firma Benary von Stefan Liebig. Sein Text „Samen für die Welt“, der im Faktor erschien, reicht von den Anfängen in den 1830er Jahren bis in die Gegenwart. Während Firmengründer Ernst Benary der Legende zufolge in einer kleinen Holzkiste unter seinem Bett die ersten Blumensamen verwahrte, leitet die mittlerweile sechste Familiengeneration ein Unternehmen, das jährlich zehn Milliarden Samen in alle Welt verschickt. Auch diesen laut Laudator Achim Block „gut informierten und lesbaren Bericht“ zeichnete die Jury mit einem zweiten Preis aus.

Während der Alexanderpreises 2019 noch gefeiert wird, verwies Wortmann schon auf die Ausschreibung für das kommende Jahr. Auch dann vergibt die Stiftung wieder den mit insgesamt 3000 Euro dotierten Preis für Beiträge, die sich mit der Regionalgeschichte der Stadt Göttingen und ihrer Umgebung beschäftigen.

Von Markus Scharf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wie kann an der Leine aus einem Stadtbaurat ein Ritter werden? Ganz einfach: Tüchtig für die Kachelbude am Albaniplatz werben.

16.02.2019

Einem Flächennutzungstausch hat der Stadtrat zugestimmt. Aus einem Areal in Geismar wird ein Landschaftsschutzgebiet, eine geschützte Fläche in Weende darf bebaut werden.

19.02.2019

Sportlicher Nachwuchs, kochende Profis, hölzerne Studiapartments – Tageblatt-Fotografen haben in dieser Woche wieder spannende Motive mit ihren Kameras eingefangen.

16.02.2019