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Göttingen Toiletten für Rosdorfer Baggersee gefordert
Die Region Göttingen Toiletten für Rosdorfer Baggersee gefordert
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18:39 12.08.2014
Umstrittenes Vergnügen: Das Baden im Rosdorfer Kiesteich ist verboten. Viele gehen dort dennoch schwimmen. Quelle: Theodoro da Silva
Rosdorf/Göttingen

Hintergrund ist ein neuer Beschluss des Friedländer Rates, das Baden in dem Kiesteich an der Grenze zum Rosdorfer Gemeindegebiet gänzlich zu verbieten.

Unter dem Titel „Übernahme von Verantwortung für den Rosdorfer Baggersee“ bereiten die Politiker Eckhard Fascher (Linke) und Andreas Schelper (Piraten) derzeit nach eigenen Angaben mehrere Anträge an den Kreistag vor, die Folgendes beinhalten:

  • Das Baden an den ungefährlichen Ufern am See soll erlaubt werden.
  • Mittel für geordnete Verhältnisse sollen bereitgestellt,
  • ein legaler Rahmen für den schon jahrzehntelang stillschweigend tolerierten Badebetrieb geschaffen werden.

„Die Behörden haben jahrelang weggesehen. Bei derart vielen Badenden sind die Zustände unhaltbar. Am Ende der Saison finden sich Unmengen von Müll, nach ein paar heißen Wochen überall Fäkalien in den Büschen, in angrenzenden Feldern und im See“, sagt Linken-Fraktionschef Fascher.

Und weiter: „Große Hunde baden überall, und sogar Pferde gehen mitten zwischen den kleinen Kindern ins Wasser. Die fehlende Dokumentation der Wasserqualität ist da noch ein vergleichsweise kleiner Posten.“ Diese Missstände dürften aber nicht dazu führen, dass das Baden im See verboten wird.

Schelper pflichtet Fascher bei: „Ein Badeverbot zu erlassen, nur um sich der Verantwortung zu entziehen, ist keine Lösung. Wir bestehen darauf, dass weiterhin gebadet werden kann und dass die Behörden ihre Aufgaben erfüllen“, betont der Pirat. „Gesetzlosigkeit mag ja manchmal ganz romantisch sein, aber wir sind hier nicht in der Karibik. Hier müssen Mindeststandards eingehalten werden.“ Schließlich besuchten nach seinen Schätzungen bis zu 80 000 Menschen den See im Jahr.

Mindeststandards

Zu diesen Mindeststandards zählen Fascher und Schelper „das Bereitstellen sanitärer Anlagen, eine geregelte Müllentsorgung, Schwimmleinen zwischen gefährlichen und ungefährlichen Badebereichen, ausgewiesene Bereiche für Tiere sowie ordnungsgemäße Gewässergüteprüfungen“.

Zu den üblichen Standards anderer Seen im Landkreis wie dem Seeburger See und dem Wendebachstausee zählten außerdem eine Badeaufsicht und Naturschutzbereiche. Auch eine bessere Busanbindung müsse realisiert werden. Zusätzlich solle der Radweg von Niedernjesa mit einer neuen Brücke über die Rase einen Anschluss zum Flüthewehr erhalten, um den Radverkehr zum See attraktiver zu machen.

Der Rosdorfer Kiesteich befindet sich auf Privatgelände. Die Firma Oppermann hat es von der Klosterkammer Hannover gepachtet, um dort Kies abzubauen. Für eine Stellungnahme zu den Ideen von Fascher und Schelper war der Geschäftsführer der Firma Oppermann am Dienstag nicht zu erreichen.

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