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Göttingen Toom-Baumarkt kommt wohl 2019
Die Region Göttingen Toom-Baumarkt kommt wohl 2019
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00:21 06.08.2018
Anwohner diskutieren bei einer Infoveranstaltung Anfang Juli über die geplante Ansiedlung eines Baumarktes südlich des Sconto-Möbelhauses in Grone. Quelle: Foto: B
Göttingen

Unterdessen hat sich einer der Investoren zu Wort gemeldet, nachdem sich Mitglieder der SPD-Ortsratsfraktion und der Göttinger SPD-Ratsfraktion Anfang Juli bei einem Vor-Ort-Termin mit Anwohnern kritisch zur geplanten Baumarkt-Ansiedlung geäußert hatten. „Keiner von uns will den Baumarkt“, hatte etwa Christoph Lehmann, Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes, gesagt. Tom Wedrins, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, kündigte während der Begehung an, sich noch einmal mit Fragen zum Thema Lärmschutz sowie mit strittigen Verkehrsfragen zu beschäftigen. Genau diese Fragen treiben die betroffenen Anwohner aus Grone-Süd besonders um.

Schallschutz bleibt ein Thema

Der Bauausschuss hatte in seiner bisher letzten Sitzung am 21. Juni unter anderem eine Gutachterin zum Thema Lärmschutz gehört. „Hier wurden alle Fragen zur Zufriedenheit geklärt“, betont Reinhard Wundrak, Mit-Planer und Mit-Investor des neuen Bau- und Gartenmarktes. „Sowohl der Baumarkt, als auch die neuen Gewerbegebiete müssen die Schallobergrenze eines allgemeinen Wohngebietes einhalten. Danach werden und müssen sich alle Beteiligten richten“, so Wundrak. „Es werden pro Tag maximal 15 Lkw und maximal vier Sprinter anliefern und auf dem Betriebsgrundstück entladen“, kündigt Wundrak an. Dabei gebe es feste Anlieferungszeiten – „und somit kein befürchtetes Lärmszenario“. Ein solches sei auch nicht durch die Pkw der Baumarkt-Kunden zu befürchten. „Die 180 Parkplätze liegen zur Siekhöhenallee. Das Gebäude sorgt somit für den Schallschutz in Richtung Wohngebiet“, beschreibt der Investor. Außerdem würden die Investoren einen Lärmschutzwall zum Siekweg hin errichten. Sofern es notwendig werden sollte, seien sie auch bereit, am Parkplatz einen weiteren Wall zu bauen, der dann am Gebäude enden würde.

„Ein Bus ist wie ein Lkw zu berücksichtigen“

Aus Wundraks Sicht sei es merkwürdig, dass sich alle mit den wenigen Lkw beschäftigen, während auf der Siekhöhenallee auch jetzt schon 16000 Fahrzeuge täglich unterwegs seien. Zudem gehe aus seiner Sicht eine größere Lärmimmission von den Bussen aus, welche die Anlieferstraße des Baumarktes nach aktuellen Plänen ebenfalls nutzen sollen, um nach Grone-Süd zu kommen. „Busse werden aber bei der Bewertung des Lärms gar nicht berücksichtigt“, sagt Wundrak. Hier widerspricht Kimyon: „Beim Neubau einer Straße ist zu prüfen, ob durch diesen Neubau eine wesentliche Änderung hervorgerufen wird“, erläutert der Verwaltungssprecher. Eine Änderung sei wesentlich, wenn durch den baulichen Eingriff „der Beurteilungspegel des von dem zu ändernden Verkehrsweg ausgehenden Verkehrslärms um mindestens 3 dB(A) oder auf mindestens 70 dB(A) tagsüber oder mindestens 60 dB(A) in der Nacht erhöht wird“. Relevant sei dabei der Jahresmittelwert. Bei der Prüfung seien vier Busse pro Stunde für 16 Stunden eines Tagesverlaufs berücksichtigt worden. „Ein Bus ist dabei wie ein Lkw zu berücksichtigen“, erklärt Kimyon. Allerdings: Die schon erfolgte Prüfung habe eine deutliche Unterschreitung der Immissionsgrenzwerte ergeben.

SPD-Fraktion weiter im Beratungsprozess

Eine Nachfrage bei Tom Wedrins hatte zu Beginn der Woche ergeben, dass sich die SPD-Ratsfraktion nach ihrer dreiwöchigen Sommerpause in einer Sitzung am 1. August mit dem Thema beschäftigen und hier auch die Eindrücke des Vor-Ort-Termins einfließen lassen wollte. Allerdings habe die Fraktion in dieser Sitzung noch keine endgültige Entscheidung getroffen, wie Fraktionsgeschäftsführerin Annette Aab inzwischen mitteilte: „Wir befinden uns weiterhin im Beratungsprozess“, so Aab.

Wundrak und seine Mit-Investoren planen auf der Fläche südlich des Sconto-Möbelhauses einen 5430 Quadratmeter großen Bau- sowie einen 3040 Quadratmeter großen Gartenmarkt. Der Bauantrag hierfür liege fertig in der Schublade, wie Wundrak erneut betont. Nach geltendem Baurecht könnten die Investoren theoretisch einen sehr viel größeren Markt an diesem Standort errichten und wären dort auch nicht an die Begrenzung innenstadtrelevanter Sortimente gebunden.

Von Markus Riese

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