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Göttingen Überschallknall eines Tornado Kampfjets erschreckt Menschen in der Region
Die Region Göttingen Überschallknall eines Tornado Kampfjets erschreckt Menschen in der Region
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21:51 20.02.2014
Schneller als der Schall: Ein Luftwaffentornado hat am Donnerstagnachmittag für einen Überschallknall gesorgt und viele Menschen in und um Göttingen erschreckt. Quelle: DPA
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Göttingen

Er kam unvermittelt: dumpf, aber sehr laut. Und er ließ Scheiben und Wände vibrieren. Gegen 16 Uhr hörte und spürte fast jeder zwischen Göttingen und Hann. Münden die enorme Druckwelle, auch in den Häusern. Manche Göttinger fühlten sich sofort an die verheerende Explosion einer Weltkriegsbombe auf dem Schützenplatz vor dreieinhalb Jahren erinnert, bei der drei Menschen ums Leben kamen.

Am Donnerstag war es zum Glück keine Bombe: „Wir waren es“, bestätigte gegen 17 Uhr Oberstleutnant Thomas Scheibe, Pressesprecher der Bundeswehr-Luftwaffe.

Gegen 16 Uhr habe ein Tornado vom Luftwaffenstützpunkt Jagel in Schleswig-Holstein knapp zehn Kilometer westlich von Göttingen während eines Übungsfluges „geplant und angemeldet“ die Schallmauer durchbrochen. Dabei sei das Flugzeug 11 600 Meter hoch geflogen. „Also weit über der erlaubten Mindestflughöhe“, so Scheibe.

„Solche Übungsflüge bis zur Schallgeschwindigkeit müssen wir gelegentlich machen“, warb Scheibe um Verständnis. Dass der Überschallknall selbst aus fast zwölf Kilometern Höhe sehr weit und sehr laut zu hören war, „liegt vermutlich am Wetter“. Unter bestimmten Luftdruckbedingungen könne sich der Schall des Knalls besonders gut ausbreiten.

1000 bis 1600 Kilometer pro Stunde

Ein Überschall-Knall entsteht, wenn die Geschwindigkeit eines Flugzeugs größer ist als die Schallgeschwindigkeit in seiner Umgebung. Erreicht es diesen Punkt, durchbricht es die sogenannte Schallmauer. Schallgeschwindigkeit wird als Mach-Zahl angegeben. Um die einfache Schallgeschwindigkeit (Mach 1) inklusive Knall zu erreichen, muss ein Flugzeug je nach Außentemperatur gut 1000 bis 1600 Kilometer pro Stunde fliegen.

Dass der Knall am Donnerstag eher von einem Flugzeug als von einer Bombe am Boden kam, zeichnete sich schon kurz nach 16 Uhr ab, als das Tageblatt auch bei der Göttinger Erdbebenwarte nachfragte: Ihre Messgeräte hatten keine Erschütterungen registriert. Bei einer Bombe am Boden oder im Erdreich wären die Pegel ausgeschlagen, erklärte Wolfgang Brunk von der Erdbebenwarte. Auf Luftdruck hingegen reagierten sie nicht.

Der Tornado befand sich am Donnerstag auf einem Flug Richtung Süden, als er etwa über Hann. Münden die Schallmauer durchbrach, so Oberstleutnant Scheibe. Das laut Luftwaffe „allwetterfähige zweisitzige Kampfflugzeug“ gehört zum Aufklärungsgeschwader 51 mit dem Zusatznamen Immelmann in Jagel in Schleswig-Holstein.

Dieser Artikel wurde aktualisiert

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