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Göttingen Fast alle ziehen positive Bilanz
Die Region Göttingen Fast alle ziehen positive Bilanz
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00:30 06.04.2018
Angesichts des Rekordjahres für den Niedersachsen-Tourismus.fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten(NGG) Süd-Ost-Niedersachsen mehr Fachpersonal. Quelle: Foto: R
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Die Region zwischen Weser und Harz sowie das Eichsfeld hat sich als beliebtes Reiseziel erwiesen. Das belegen die Gästestatistiken für das Jahr 2017. Fast alle Touristiker sind zufrieden. Einzig in Duderstadt blieb die Saison hinter den Erwartungen zurück.

Üblicherweise werden die regionalisierten Tourismusdaten zur Internationalen Tourismusbörse (ITB) Anfang März in Berlin vorgelegt. Diesmal hatte sich das Statistische Landesamt Zeit gelassen. Erst vor wenigen Tagen wurde das Datenmaterial zur Verfügung gestellt. Unterm Strich sind die Touristiker an der Weser, im Harz und im Eichsfeld zufrieden.

Hann. Münden

Das Jahr 2017 war in Hann. Münden beispielsweise nach Angaben von Marc Pfütz, Geschäftsführer der Hann. Münden Marketing GmbH, das zweitbeste seit Beginn der Datenerhebung. 173834 Übernachtungen wurden in den Beherbergungsbetrieben mit mindestens zehn Betten und Campingplätzen im vergangenen Jahr in der Erlebnisregion Hann. Münden im Weserbergland gezählt - das sind 2789 mehr als 2016. Höhere Übernachtungszahlen seien bislang nur im Jahr 2012 zu verzeichnen gewesen - wie 2017 ein Jahr, in dem in Kassel die documenta stattfand. Das habe zu „rekordverdächtigen“ Übernachtungszahlen vor allem im Monat Juni mit einem Plus von 21,42 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat geführt.

Als „wettertechnisch durchaus attraktive Reisemonate“ hätten sich Pfütz zufolge die herkömmlicherweise weniger stark frequentierten Monate zum Jahresanfang erwiesen. Im Februar 2017 übernachteten in Hann. Münden 14,63 Prozent und im März 5,01 Prozent mehr Gäste als im Februar und März ein Jahr zuvor. Überdurchschnittlich viele Sonnenstunden hätten zu frühlingshaften Spontantrips verlockt, so Pfütz.

Göttingen

Eine „erfreuliche, positive Entwicklung“ hatte auch Angelika Daamen, Geschäftsführerin des Vereins Göttingen Tourismus, schon vor Bekanntgabe der Jahresbilanz 2017 während der ITB ausgemacht. Die jetzt vorliegenden Daten bestätigen ihre Einschätzung: 522607 Übernachtungen wurden von Januar bis Dezember 2017 in der Stadt Göttingen registriert. Das sind 3,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 302389 Ankünfte entsprechen einem Plus von 5,7 Prozent gegenüber 2016.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Göttingen-Gäste betrug 1,7 Tage, die durchschnittliche Bettenauslastung wird mit 45 Prozent angegeben. „Wir waren 2017 sehr häufig ausgebucht“, so Daamen, vor allem profitiere Göttingens Beherbergungsgewerbe von Tagungen und größeren Veranstaltungen in der Stadt, aber auch von Messen in Hannover.

Daamen zufolge habe Göttingen sich auch beim Bustourismus gut positioniert. Die Hotels Freizeit In und Rennschuh etwa böten sich für Stop-over-Übernachtungen von Busreisenden an. Überhaupt sieht Daamen im Busreisesegment gute Entwicklungschancen, denn immer weniger junge Leute machten einen Führerschein, so Daamen. Deshalb seien viele junge Leute im Bus unterwegs. Ob die drei Busparkplätze hinter dem ZOB und am Schützenplatz künftig ausreichen werden, so Daamen weiter, werde sich zeigen, wenn das Forum Wissen fertig sei.

Harz

Annähernd auf Vorjahresniveau liegen die Übernachtungszahlen 2017 für den Gesamtharz, also den niedersächsischen, thüringer und sachsen-anhaltinischen Teil, wie Andreas Lehmberg, stellvertretender Geschäftsführer des Harzer Tourismusverbands, mitteilt. Insgesamt weist die Statistik ein Plus von einem Prozent bei den Übernachtungen - 7471788 im Jahr 2017 - aus. Auf den Harz in Niedersachsen entfallen dabei 4273189 Übernachtungen (plus 0,4 Prozent), die Zahl der Übernachtungen in den Harz-Reisezielen in Sachsen-Anhalt lag bei 3010152 (plus 2,7 Prozent. Mit einem Minus von 10,1 Prozent hat der Südharz auf Thüringer Seite bei den Übernachtungszahlen (188447) das Jahr 2017 abgeschlossen.

Der Harz sei mit der Fusion der Landkreise Osterode und Göttingen vor allem bei den Tagestouristen wieder stärker in den Fokus gerückt, so Lehmberg. Vor allem für den Südharz biete die Autobahn 38 eine gute Anbindung. Der Harzer Tourismusverband plane in diesem Jahr spezielle Kampagnen, um auch im Raum Göttingen zu werben. Dabei habe man auch neue Zielgruppen im Blick, kündigt Lehmberg an - etwa die sogenannten „Best Ager“, Paare ab 40, Natur- und Kulturinteressierte, Familien mit etwas älteren Kindern. „Da können wir Indoor wie Outdoor viel bieten“, sagte Lehmberg und nannte zum Beispiel die Hängebrücke und den Baumwipfelpfad in Bad Harzburg.

Eichsfeld

Rekordwerte vermeldet für 2017 das Thüringer Landesamt für Statistik für den Tourismusbereich, wobei zwischen den einzelnen Reisegebieten „deutliche Unterschiede zu beobachten“ seien. Während der Bereich Südharz mit minus 10,1 Prozent bei den Übernachtungszahlen am schlechtesten abschnitt, verbuchten die Gebiete Hainich mit 9,7 Prozent, Kyffhäuser mit 3,9 Prozent und Eichsfeld mit 3,4 Prozent ein Plus. Im Eichsfeld stieg die Zahl der Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr auf 329410, die Anküfte um 6,1 Prozent auf 113241. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug laut der thüringer Statistik im Obereichsfeld 2,9 Tagen.

Das Ober- und Untereichsfeld wird touristisch vertreten durch den Verein HVE Eichsfeld Touristik. Wie HVE-Geschäftsführerin Ute Morgenthal mitteilt, wurden basierend auf der Auswertung der Monate von Januar bis Dezember 2017 im Obereichsfeld 105307 Gästeankünfte gezählt, an Übernachtungen weist die HVE-Statistik für das Obereichsfeld 329351 aus. Für den niedersächsischen Teil des Eichsfeldes, erklärt die HVE-Geschäftsführerin, liege das aufbereitete Datenmaterial für den Monat Dezember noch nicht vor. Von Januar bis einschließlich November führt die HVE-Statistik im Untereichsfeld 123593 Übernachtungen und 45409 Gästeankünfte auf.

Duderstadt

Die Tourismussaison in Duderstadt ist im vergangenen Jahr leicht hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Christian Zöpfgen vom Fachdienst Tourismus fasst zusammen: „Unbeständiges Wetter verregnet die Saison“. Anhand der von den Duderstädter Beherbergungsbetrieben gemeldeten Zahlen „haben sich die Gäste- und Übernachtungszahlen im vergangenen Jahr nicht so entwickelt, wie erhofft“, so Zöpfgen.

Die Zahl der Gästeankünfte sei um 1,6 Prozent von bisher 37 394 auf 36 781 gesunken. Und auch die Zahl der Übernachtungen sei um etwa vier Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum gewesen – sie rutschte von 100 647 auf 96 540.

Auch blieben die Gäste kürzer in Duderstadt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag 2016 lag bei Hotels und Gaststätten noch bei 1,92 Tage, 2017 waren es nur noch 1,85 Tage. Und auch in den Privatunterkünften in der Stadt Duderstadt – dazu zählen 184 Ferienwohnungen – reduzierte sich die Aufenthaltsdauer von 8,05 auf 7,52 Tage.

Zöpfgen zufolge habe sich zum einen das unbeständige Wetter „spürbar auf die Buchungen und die Aufenthaltsdauer ausgewirkt. Außerdem sei der Rückgang der angebotenen Gästebetten, insbesondere im Bereich der gewerblichen Gastgeber, „sicherlich ein weiterer Grund für diese Entwicklung“, so Zöpfgen weiter. So sei als buchbare Urlaubsadresse der Rosenthaler Hof ausgefallen, wo seit 2015 Flüchtlinge untergebracht waren. Besonders auswirken werde sich Zöpfgen zufolge die Schließung des Gasthauses Schenke zum Jahreswechsel auf die künftigen Gäste- und Übernachtungszahlen.

Heilbad Heiligenstadt

Das Heilbad Heiligenstadt wurde zum Jahresbeginn 2017 Mitglied im HVE, wie Rüdiger Eckart von der Tourist-Information mitteilt. 12169 Übernachtungen mehr als ein Jahr zuvor seien es der örtlichen Statistik zufolge im Jahr 2017 gewesen, was einer Steigerung von 8,3 Prozent entspreche. Eckart: „In Heiligenstadt übernachten damit mehr als 35 Prozent aller Gäste des Eichsfeldes, inklusive des niedersächsischen Teils.“

Hotellandschaft in der Region ist in Bewegung

Nur schwer zu beurteilen sei aus Sicht Christian Zöpfgens vom Duderstädter Fachdienst Tourismus, ob und inwieweit sich die intensiven Bauarbeiten auf Gut Herbigshagen auf die Übernachtungszahlen auswirken, denn es handle sich um „einen besonderen Publikumsmagnet im unmittelbaren Umfeld“. Umso erfreulicher ist aus Sicht von Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), dass Kolping auch weiter in den Standort investiert und mit dem Bau des Kolping-Feriencamps auf dem Pferdeberg mit drei Wohneinheiten, eine weitere soll folgen, weitere Gästegruppen ansprechen und nach Duderstadt und in das Eichsfeld bringen wird“.

Nolte ist außerdem überzeugt, dass das vom Duderstädter Ehrenbürger und Unternehmer Hans Georg Näder im Rahmen von „Futuring Duderstadt“ geplante Drei-Sterne-Plus-Hotel im Bereich der Talwiese „neue Zielgruppen erschließen, zusätzliche Nachfrage auslösen und die Angebotspalette qualitativ aufwerten und bereichern“ werde. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich die bereits genannten und auch noch in der Planung befindlichen Investitionen nachhaltig und sehr positiv auf die touristische Entwicklung auswirken werden“, so Nolte weiter.

Daamen: In Göttingen gibt es Bedarf für Hotels

Im Beherbergungsgewerbe tut sich auch in der Stadt Göttingen einiges. Im Sommer wird das neue Hotel Freigeist am Groner Tor öffnen. Das werde nach Einschätzung der Göttinger Tourismus-Chefin Angelika Daamen eine Steigerung der Übernachtungszahlen mit sich bringen. Bereits „gut positioniert“ habe sich das B&B-Hostel am Maschmühlenweg. Im Hostel-Preissegment sieht Daamen noch Bedarf in Göttingen.

Einen Wechsel in Göttingens Hotellerie habe es außerdem im März gegeben. Das IC-Hotel sei im Rahmen einer Nachfolgeregelung von dem Hotelbetreiber GHOTEL hotel & living, einer Tochtergesellschaft der Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA, gekauft worden. Das 4-Sterne-Haus an der Bahnhofsallee soll einer Mitteilung der neuen Eigentümer zufolge modernisiert und umgestaltet werden.

Neues Resort am Brocken

Die Gäste kämen, wenn die Qualität stimme. Das sagt Andreas Lehmberg, stellvertretender Geschäftsführer des Harzer Tourismusverbands. Investitionen rechneten sich und „man kann Geld verdienen“, so die Einschätzung Lehmbergs mit Blick auf das Übernachtungsangebot im Harz. Zum Jahresende 2017 habe beispielsweise das Schierke Harz Resort am Brocken eröffnet, in Osterode hingegen werde schon seit längerer Zeit ein Hotelinvestor gesucht.

Qualität will beim Marketing der Verein HVE Eichsfeld Touristik in den Mittelpunkt rücken. Wie Geschäftsführerin Ute Morgenthal ankündigt, soll das Produkt „Top Gastgeber“ beworben werden. Morgenthal sieht im Eichfeld außerdem Bedarf für ein Hotel, das eine Busgruppe mit 50 Personen unterbringen könnte, zum Beispiel am Seeburger See.

Dornröschenschloss Sababurg schließt

Schließen wird Ende April das Dornröschenschloss Sababurg. Der Pachtvertrag für das an den Tierpark im Reinhardswald angrenzende Hotel laufe aus, wie Marketing-Frau der Grimmheimat Nordhessen, Sylvia Stock, berichtet. Das Land Hessen als Eigentümer der Burg wolle das historische Gemäuer sanieren. Auch Stock ist überzeugt, dass „Häuser, die eine gute Qualität haben, auch gut ausgelastet“ seien.

Weiterführende touristische Links:

Göttingen Tourismus:

Imagefilm Göttingen:

Duderstadt Tourismus:

Erlebnisregion Hann. Münden Weserbergland:

Imagefilm Mit Doktor Eisenbart durch Hann. Münden:

Grimmheimat Nordhessen:

Imagefilm Grimmheimat:

HVE Eichsfeld:

Heilbad Heiligenstadt Tourismus:

Imagefilm Heiligenstadt:

Harzer Tourismusverband:

Osterode am Harz Tourismus:

Imagefilm Osterode:

ITB Berlin 2018 / Wachstumsraten Tourismus in Europa

Von Britta Eichner-Ramm

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