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Göttingen So lernen Azubis schwere Arbeitsunfälle zu vermeiden
Die Region Göttingen So lernen Azubis schwere Arbeitsunfälle zu vermeiden
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00:21 17.03.2019
Carsten Rudolph erklärt die Sicherheitsregeln am Arbeitsplatz, auch im Umgang mit Strom. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Stromschläge, Stürze von der Leiter, Schnitte mit dem Cutter-Messer: Bei der Arbeit können viele Unfälle passieren. Über Unfallschutz am Arbeitsplatz konnten sich Schüler und Auszubildende eine Woche lang in einem Trainingstruck auf dem Gelände der Berufsbildenden Schulen II (BBS II) in Göttingen informieren.

Der Trainingstruck der Berufsgenossenschaft. Quelle: Christina Hinzmann

„Gesundheit kann einem keiner wiedergeben“, sagte Martin Raabe. Er ist Fachlehrer für Elektrotechnik und Politik sowie Mitglied im Arbeitssicherheitsausschuss der BBS II. „Gerade für Berufseinsteiger ist es wichtig, gleich den richtigen Einstieg in dieses Thema zu bekommen, um sich bei der Arbeit zu schützen.“ Darum holte er den Truck nach Göttingen.

BG ETEM betreibt Schulungstruck

Der 17 Meter lange und sechs Meter breite Schulungswagen wird von der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) betrieben. Für die Seminare kann der Truck seitlich ausgefahren werden, um mehr Raum für die 26 Stühle zu bieten. An unterschiedlichen Standorten in Deutschland klären technische Aufsichtskräfte der BG ETEM so über die Sicherheit am Arbeitsplatz auf.

Alexandra Lindner und Carsten Rudolph haben die Auszubildenden in Göttingen geschult. „Die Aufsichtskräfte sind in Unternehmen unterwegs und können aus der Praxis berichten“, erklärte Raabe. Lindner und Rudolph übten mit den Auszubildenden im Demonstrationslabor des Schulungswagens den Umgang mit Hautschutz und Aceton und zeigten Bilder von Unfällen und Videos von Gefährdungssituationen über einen Beamer. Gemeinsam mit den Klassen besprachen sie, worauf es im Ernstfall ankommt.

Gefahren auf Bildern erkennen

„Würde ein Arbeitsplatz heute genauso gestaltet sein?“, fragte Rudolph und zeigte ein Foto von der Jahrhundertwende. Es zeigt eine alte Fabrikhalle, in der Arbeiter an offenen Maschinen stehen. „Es wäre auf jeden Fall mehr abgedeckt“, antwortete einer der Auszubildenden.

Die Schüler und Auszubildenden hören im Seminarraum des Trucks Carsten Rudolphs Vortrag. Quelle: Christina Hinzmann

Heutzutage ist die gesetzliche Unfallversicherung da, wenn etwas passiert, erklärte Rudolph. Nicht alle Handlungen am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin seien auch versichert. „Es gab einen kuriosen Unfall“, erzählte er. „Jemand ist im ersten Stock aus dem Fenster gestiegen und die Regenrinne heruntergeklettert.“ Als er fiel und sich verletzt hat, wollte er das als Wegeunfall geltend machen.

Arbeitsschutz für Betrieb und Arbeitnehmer wichtig

Zwischen 400 und 500 Schüler hätten die beiden technischen Aufsichtskräfte in der vergangenen Woche unterrichtet, berichtet Raabe. Sie kommen aus dem Elektro-, dem Metall- und dem Baubereich sowie aus der Industrie und dem Handwerk, der Medientechnik und aus Vollzeitschulformen. Für einige von ihnen sei das Thema Arbeitsschutz auch prüfungsrelevant.

„Für jeden Betrieb und Arbeitnehmer ist es wichtig, gesund und arbeitsfähig zu bleiben, um seinen eigenen Lebensstandard zu erhalten“, meinte Raabe, der eine Fortbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der BG ETEM gemacht hat. In der Industrie werde sehr auf Arbeitsschutz geachtet. Im Handwerk, gerade im Bereich der Baustellen, sei es verbesserungswürdig.

Bereitstellung des Trucks kostenfrei

„Es ist ganz wichtig, dass die Auszubildenden die zur Verfügung gestellte Schutzausrüstung tragen und die Arbeitsmittel zweckentsprechend verwenden“, sagte Raabe. Sie sollten mit offenen Augen über Baustellen und durchs Leben gehen.

Der Schulungstruck der BG ETEM verlässt am Freitag das Gelände der BBS II. Er kommt etwa alle zwei Jahre nach Göttingen. Die BG ETEM ist nach eigenen Angaben die gesetzliche Unfallversicherung für rund 3,8 Millionen Menschen in über 200 000 Mitgliedsbetriebe. Die Bereitstellung des Trucks ist für Mitgliedsbetriebe kostenfrei.

Von Norma Jean Levin

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