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Göttingen Wirtschaftswunderroller-Treffen mit Ketten in Öl
Die Region Göttingen Wirtschaftswunderroller-Treffen mit Ketten in Öl
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16:53 01.08.2018
Die Heinkel „Tourist“-Roller haben ein unverkennbares 1950er Jahre-Design. Quelle: Peter Heller
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Dransfeld/Göttingen

Das 32. Gänselieseltreffen beginnt am Freitag, 3. August. Treffpunkt ist der Hohe Hagen bei Dransfeld. Der dortige Campingplatz biete „die besten Voraussetzungen, da die anreisenden Gäste für ihre Unterbringung und Verpflegung selbst sorgen müssen“, erklärt Heinkel-Freund Rolf Riederich.

Zur Anreise werden einige der Teilnehmer auf ihren historischen Rollern eine Wegstrecke von mehr als 400 Kilometern zurücklegen. Auf dem Campingplatz werden sie von den Göttinger-Heinkelfreunden mit Kaffee und Kuchen begrüßt.

Für den späten Nachmittag wird eine kleine Ausfahrt nach Mengershausen mit der Besichtigung einer privaten Kutschensammlung angeboten. Für Sonnabend ist eine geführte Ausfahrt mit den Heinkel-Rollern zum Schmetterlingspark nach Uslar geplant, weiter geht es durch den Solling an die Weser. Die Rückfahrt führt durch das Weserbergland und durch den Bramwald zurück zum Campingplatz.

Nach dem Frühstück am Sonntagmorgen ist Start zur gemeinsamen Ausfahrt in die Göttinger Innenstadt zum Gänseliesel. Dort werden von 10 bis 12 Uhr die historischen Fahrzeuge vor dem Alten Rathaus präsentiert.

Tricks mit Technik

Ein Beispiel dafür, wie Gesetzgebung durch Technik – im Gegensatz zu VW ganz legal – ausgetrickst werden kann, wird ebenfalls zu sehen sein: in Form der „Heinkel-Perle“. Das filigrane Zweirad aus den 1950-ern wurde zu seiner Entstehungszeit zwar offiziell als führerscheinfreies Fahrrad mit Hilfsmotor eingestuft, lief aber beachtliche 60 Stundenkilometer und damit mehr als manches Kleinkraftrad. Möglich wurde das durch konsequenten Leichtbau, vorwiegend mit Aluminium. Die Firma Heinkel, vordem mit Flugzeugbau befasst, schaffte es, das Gesamtgewicht auf unter 33 Kilo zu drücken - dem Einstufungskriterium für Fahrräder mit Hilfsmotor. „Wichtigstes Teil bei der Herstellung“, scherzt ein Besitzer, „war die Briefwaage.“

Das eigentliche Nachkriegs-Paradepferd der Firma war allerdings der Heinkel-Roller 103 „Tourist“. Die Roller mit ihrer markant-schnittigen Verkleidung wurden von 1953 bis 1965 gebaut und gelten bis heute als ein Symbol der Wirtschaftswunderzeit. Groß, zuverlässig und robust, galt der Heinkel „Tourist“ seinerzeit als „Mercedes unter den Motorrollern“.

Fast unverwüstlich

Durch den luftgekühlten Viertaktmotor mit zunächst 150, dann 175 Kubikzentimetern Hubraum in Verbindung mit einem wartungsarmen, in Öl laufenden Kettenantrieb waren die Heinkel-Roller fast unverwüstlich. Bis zu 95 Stundenkilometer schnell, begnügten sie sich mit einem Spritverbrauch von maximal drei Litern auf 100 Kilometer. Die hohe Zuladung von fast 200 Kilo machte den Heinkel-Tourist interessant - nicht nur für Privatleute, die sich noch kein Auto leisten konnten, sondern auch für die Post, die den Roller als Zustellfahrzeug nutzte.

Und schick waren sie auch noch: Die schnittigen Metallkarosserien mit blitzenden Chromverzierungen sind auch heute noch echte Hingucker. Mit modernen Plastik-Rollern haben die ein halbes Jahrhundert alten Heinkel Tourist nichts gemein.

Einer der größten Oldtimer-Clubs

Die Heinkel-Freunde Göttingen sind einer von etwa 50 regionalen Stammtischen des Heinkel Club Deutschland. Mit ungefähr 5000 Mitgliedern ist der 1983 gegründete Club einer der größten markengebundenen Oldtimer-Vereinigungen Europas. Ziel des Clubs ist die Erhaltung, Wiederherstellung und Pflege der von den Heinkel- Werken in den 1950er und 60er Jahren hergestellten Fahrzeuge. Dazu versorgt die clubeigene Ersatzteilversorgung Mitglieder mit Heinkel-Ersatzteilen für Heinkel Tourist, Heinkel Perle, Heinkel 150 und Heinkel Kabine.

Von Matthias Heinzel

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