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Göttingen Treppchenhäuser für Obdachlose werden abgerissen
Die Region Göttingen Treppchenhäuser für Obdachlose werden abgerissen
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22:19 01.01.2010
Werden abgerissen: die 80 Jahre alten Treppchenhäuser am Maschmühlenweg. Quelle: Theodoro da Silva
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Gut waren die Wohnbedingungen in dem langgestreckten Block an der Bahnlinie schon lange nicht mehr: kein fließend warmes Wasser, keine vernünftige Heizung, kaputte Türen und Fenster. Zugleich erregten manche Bewohner durch ihre Lebensführung immer wieder den Ärger anderer Göttinger. Lange war aber auch umstritten ob die Stadt für Flüchtlinge und Obdachlose mit einer sehr eigenen Lebensgestaltung so einfache Wohnungen halten sollte.

Inzwischen hatte die Stadt alle Bewohner umgesiedelt – abreißen durfte sie das Gebäude trotzdem vorerst nicht. Im Dachboden hatte sich eine Fledermaus-Kolonie angesiedelt, deren Art besonders geschützt ist und deren Lebensraum nicht verändert werden darf. Das große Mausohr (myotis myotis) nutzt den Dachboden als sommerliche Brutstätte, den Winter verbringen die Tiere woanders. Ein Experte hat sie wochenlang genau beobachtet. Fazit: Die Stadt darf das Gebäude mit Sondererlaubnis doch abreißen.

Um die Fledermäuse dennoch zu schützen, will sie aber ein Ausweichquartier anlegen (Tageblatt berichtete). Und das soll gleich hinter den Treppchenhäusern im Maschpark-Stadion stehen, gezimmert und eingedeckt aus den nach Fledermaus riechenden Dachbalken und Dachziegeln des Abriss-Blockes. Die Baukosten für den Geräteschuppen betragen nach Angaben der Stadt etwa 20 000 Euro.

Die Schlichtwohnungen im Maschmühlenweg wurden nach Angaben der Stadt 1929 bis 1932 gebaut. Von Beginn an seien sie teilweise vermietet und teilweise von obdachlosen Menschen genutzt worden. Wie viele Bewohner dort gelebt haben, ließe sich nicht mehr ermitteln. Zurzeit werde der Abriss noch vorbereitet, so Verwaltungssprecher Detlef Johannson: Fenster und Türen würden ausgebaut und die Dächer abgedeckt. Ein „Vermarktungskonzept“ für das 24 000 Quadratmeter große Grundstück wolle das städtische Immobilienmanagement Anfang des neuen Jahres vorstellen.

Von Ulrich Schubert

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