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Göttingen Tuberkulose an Göttinger Grundschule
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00:17 19.01.2017
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

Am vergangenen Freitag sind die Eltern der Kinder an der Janusz-Korczak-Schule in Nikolausberg per Brief über den Krankheitsfall informiert worden. Nach Tageblatt-Informationen waren bei einem Mitglied des Kollegiums Tuberkulosebakterien nachgewiesen worden.

Für die rund 120 Schüler der Janusz-Korczack-Schule „bestand die theoretische Möglichkeit einer Ansteckung mit Tuberkuloseerregern“, sagte am Montag ein Sprecher der Göttinger Stadtverwaltung. Grundsätzlich hänge eine Infektion davon ab, wie lange und intensiv der Kontakt eines Erkrankten mit anderen war und wie wirksam die Immunabwehr der Kontaktperson ist. Um eine Weiterverbreitung der Tuberkulose zu verhindern, sei eine Untersuchung aller Personen im Umfeld erforderlich. Üblich sei ein Bluttest. Der Test werde vom Gesundheitsamt in Räumen der Schule angeboten, könne aber auch von einem Kinderarzt durchgeführt werden.

Über das konkrete erfahren und alle weiteren in diesem Zusammenhang wichtigen Themen wollen Stadt und Gesundheitsamt die Eltern am Donnerstag in einer Veranstaltung in der Schule informiert. Der Schulelternrat sei bereits vergangenen Woche ins Bild gesetzt worden.

Tuberkulose-Fälle zu bearbeiten, zähle zur Routine des Gesundheitsamtes, ergänzte Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Einen ähnlichen Fall in einer Schule habe es in Göttingen zuletzt 2007 an der Adolf-Reichwein-Schule gegeben. In Niedersachsen und Deutschland sei die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen bis 2010 zunächst zurückgegangen, seitdem gebe es wieder eine leicht ansteigende Tendenz, sagte der Sprecher des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, Holger Scharlach. In Niedersachsen waren es demnach 2010 noch 287 gemeldete Fälle. In den Folgejahren bis 2016 seien es 305, 294, 318, 339, 424 und im vergangenen Jahr 377 Fälle gewesen.

Die Niedersächsische Landesschulbehörde bestätigt den Fall in Nikolausberg. Unmittelbar nach Bekanntwerden seien alle vorgeschriebenen Schritte in die Wege geleitet worden. Akute Gefahr bestehe nicht, der Unterricht gehe uneingeschränkt weiter. Nur in besonders begründeten und von einem Arzt attestierten Fällen könnten Kinder vom Unterricht befreit werden. Grundsätzlich bestehe weiter Schulpflicht.

Die Eltern an der Schule reagieren unterschiedlich auf die Nachricht. Manche bleiben gelassen und warten die weiteren Schritte ab. Andere sind besorgt. „Natürlich habe ich große Angst um meine Kinder“, sagte eine Mutter und fügte an: „Wir bekommen widersprüchliche Informationen vom Gesundheitsamt und irgendwie wird alles heruntergespielt.“

Ansteckend, aber gut heilbar

Tuberkulose ist nach Angaben des Göttinger Gesundheitsamtes ansteckend. Bei einer offenen Lungentuberkulose scheiden Erkrankte Erreger vor allem beim Husten und Niesen aus. Freigesetzte feinste Tröpfchen können von anderen im Umfeld eingeatmet werden. Für eine Ansteckung sei eine längere, dauerhafte Kontaktzeit notwendig. Die Übertragung sei nicht zu vergleichen mit der Ansteckungsfähigkeit bei einer Grippe oder bei Masern. Nur wenige infizierte würden zudem tatsächlich im Laufe ihres Lebens an Tuberkulose erkranken. Um eine Verbreitung aber auch notwendige Behandlung rechtzeitig einleiten zu können, sollten alle nach Infektionsschutzgesetz vorgeschriebenen Maßnahmen unbedingt befolgt werden, so der Leiter des Amtes, Dr. Eckhart Mayr.

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