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Göttingen Umsatzrückgänge für Beschicker
Die Region Göttingen Umsatzrückgänge für Beschicker
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18:58 29.12.2009
Nach fünf Wochen ist Schluss: Der Göttinger Weihnachtsmarkt 2009 ist zu Ende. Quelle: Heller
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„Auch wenn es nach Weihnachten ist, der Glühwein schmeckt immer noch“, sagt Angela Eigen. Einen Stand weiter haben Sabine und Rainer Schrader aus Kreiensen ein Heißgetränk bestellt. „Es ist schon schön, jetzt noch die Gelegenheit dazu zu haben“, sagt sie.

Margret Bodem, Vorsitzende des Weihnachtsmarktvereins und Karussellbetreiberin, ist mit dem Verlauf des diesjährigen Marktes zufrieden, auch wenn der Umsatz wohl etwas geringer ausfalle als 2008. Grund sei das schlechte Wetter gewesen, sagt sie. „Erst viel Regen, dann die Kälteperiode.“ An der Sparsamkeit der Besucher habe es nicht gelegen: „Die Leute haben noch Geld. Es sind auch am Ende des Marktes noch große Scheine im Umlauf“, sagt Bodem.

Während Kunden und Beschicker zum Großteil zufrieden sind, brodelt es hinter den Kulissen des Marktes. In der Kritik: die Vergabe der Standplätze (Tageblatt berichtete). Selbst Mitglieder des Weihnachtsmarktbeirates, die anonym bleiben wollen, halten die Vergabekriterien für „nicht wasserdicht“. Sie sprechen von der „Macht der Marktbeschicker“ und einem „funktionierendem Netzwerk“.
„Niemand hat Anspruch auf einen bestimmten Platz“, heißt es in der Marktsatzung. Ein Blick über den Göttinger Weihnachtsmarkt zeigt aber, dass viele der vor allem großen Stände, wie Karussell, Bratwurst- und Glühweinbuden, seit Jahren ihren Stammplatz vor dem Rathaus und an der Johanniskirche haben.

Prinzipiell trifft die Entscheidung über die Vergabe von Ständen der Fachbereich Ordnung – nach Anhörung des Beirates unter Wahrung der Gewerbeordnung, der Marktsatzung und der Richtlinien über die Vergabe von Standplätzen. Zum 17-köpfigen Beirat gehören derzeit Vertreter vom City-Pastoral St. Michael, der Johannis-Kirchengemeinde, von Polizei und Feuerwehr, der Stadtreinigung, dem Verein Göttinger Weihnachtsmarkt, der Göttingen Tourismus, den städtischen Fachdiensten Kultur, Tiefbau und Ordnung, der Straßenverkehrsbehörde, der Stadtbibliothek sowie von Pro City.

Abgeschmettert wurde vom Fachbereich Ordnung zu Beginn des Jahres neben rund 40 konkreten Bewerbungen auch die Voranfrage eines Gastronomen nach einem Stand auf dem diesjährigen Markt. Stadtsprecher Detlef Johannson hatte zu Beginn des Weihnachtsmarktes gegenüber dem Tageblatt erläutert: „Der Markt ist der Wirtschaftsplatz für das Schausteller- und Reisegewerbe, nicht für ortsansässige Gastronomen.“

Formuliert ist dieser Grundsatz aber weder in der Marktsatzung noch in den Richtlinien. Johannson: „In der Tat: Der Grundsatz ist nirgendwo nachzulesen. Das hat wohl nur einen Grund: Weil er so selbstverständlich ist. Den Markt oder die Märkte dem Schaustellergewerbe und den ambulanten Händlern vorzubehalten, ist nach unserer Auffassung nach wie vor richtig.“ Er kündigt für 2010 eine Aktualisierung der inzwischen zwölf Jahre alten Richtlinien an. Zudem solle der Grundsatz „in eine Satzungsform integriert“ werden. „Mehr Transparenz“ solle das Ergebnis sein.

Auf den rechtlichen Prüfstand

„Allerdings: Die bewährte Praxis hat keinerlei schlechten Beigeschmack. Alle damit verbundenen Regelungen sind öffentlich nachlesbar“, ergänzt Johannson. Etwa im Internet (www.goettingen.de/pics/download/1_1208775939/7_V__1a-Marktrichtlinien.pdf).
„Abgelehnte Bewerber oder Interessenten“ seien „natürlich völlig frei, die Platzvergabe auf einen rechtlichen Prüfstand zu stellen“, sagt Johannson. „Wenn wir nicht davon überzeugt wären, dass unser Verfahren wasserdicht ist, würden wir es nicht praktizieren. Was Verbesserungsbedarf nie ausschließt.“

Margret Bodem verteidigt den Göttinger Weihnachtsmarkt in seiner jetzigen Form. „Wir haben ein wunderbares Ambiente. Wir sind kein ausgesprochener Sauf- und Fressmarkt“. Gegen neue Beschicker auf dem Markt bringt sie vor, dass die jetzigen Schausteller und Vereinsmitglieder etwa komplett die Dekoration und die Stromanlage finanziert haben. „Wir haben den Markt in der jetzigen Form ins Leben gerufen.“ Zudem, so argumentiert Bodem, würden viele ihrer Kollegen fest mit den Einnahmen aus dem Göttinger Weihnachtsmarkt rechnen – auch um finanziell den Winter zu überbrücken.

Michael Brakemeier

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