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19:29 24.07.2018
Tour de Natur macht am Kreishaus in Göttingen Halt. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Auf dem Hiroshimaplatz trafen die Teilnehmer Christel Wemheuer, Kreisrätin des Landkreises, vor dem Alten Rathaus Göttingens Bürgermeister Uli Holefleisch. Als Grünen-Politiker sprachen sie zu den Tourfahrern.

34 Kilometer hatten die Radfahrer nach ihrer Tagestour in den Beinen. Begeistert enterten vielen von ihnen erst das Wasserbecken vor dem Neuen Rathaus, später dann auch einige den Gänseliesel-Brunnen vor dem Alten Rathaus. Die Sonne hatte ihnen den ganzen Tag das Leben erschwert, jetzt freuten sie sich über die Abkühlung. „Das ist eine der wärmsten Touren, die wir bis jetzt erlebt haben“, sagte Jens Hansen aus Windeck bei Bonn, Sprecher der Tour de Natur. Und er lobte: „So schöne Wasserspiele wie hier bekommen wir selten geboten.“

Täglich 30 bis 40 Kilometer

Aus der ganzen Bundesrepublik kommen laut Hansen die Teilnehmer dieser 27. Auflage der Rad-Demonstration, die diesmal in zwei Wochen von Kassel nach Leipzig führt. Täglich fährt der Tross 30 bis 40 Kilometer, in Ausnahmefällen auch bis zu 70 Kilometern. Bei diesem „fahrenden Festival“ führen Dreiviertel der Teilnehmer jedes Jahr mit. Der jüngste Teilnehmer ist laut Hansen zwei Monate alt, der älteste 72 Jahre - er fährt ohne E-Bike.

Mit Elektromotor ausgestatteten Zweirädern seien jedes Jahr mehr und mehr dabei, erzählte Hansen. Die Tour in diesem Jahr sei die erste, die komplett ohne Auto auskomme. Hersteller stellten Lasten-E-Bikes mit einer Zuladung von bis zu 300 Kilogramm zu Verfügung, um sie zu testen. So würden auch die Instrumente der „sehr großen Musik- und Kultur-AGs“ der Tour transportiert, die auf dem Marktplatz einige Lagerfeuer-Lieder präsentierte zu denen einige Fahrer tanzten.

Mit etwa 170 Teilnehmer hat die Tour de Natur am Mittwoch am Station in Göttingen gemacht.

Wemheuer bekam viel Beifall, weil sie sich dafür eingesetzt hatte, dass die Tour-Radfahrer in Göttingen im Felix-Klein-Gymnasium übernachten können, und auf der nächsten Etappe in Duderstadt im Eichsfeld-Gymnasium unterkommen. „Die Kreisrätin hat uns sehr tatkräftig unterstützt“, bestätigte Hansen.

Energie sei ein großes Thema für den Landkreis, erklärte Wemheuer per Mikrophon den Tour-Teilnehmern. Doch auch die Bürger müssten dabei mitmachen. „Wir als Kommune versuchen, das zu tun, was wir tun können.“ Mehr noch: „Wir brauchen sie als Aktivisten, die auch mal ein bisschen überziehen. Denn ohne Überziehen kommt man hier nicht weiter.“

Fünf Millionen Euro für die Radwegstruktur in Göttingen

Holefleisch schloss sich auf dem Weg vom Neuen zum Alten Rathaus radelnd der Tour an. Auf dem Marktplatz angekommen, hieß er die Fahrer willkommen „in unserer leicht anarchischen Stadt“. Er berichtete vom Klimaplan, den der Stadtrat beschlossen habe – bis 2025 40 Prozent CO2 einzusparen. Dazu müsste der Autoverkehr um 30 Prozent reduziert werden, so Holefleisch. Fünf Millionen Euro werde die Stadt in den kommenden fünf Jahren in die Radwegstruktur investieren. Ein Radschnellweg sei in Arbeit, und attraktive Fahrradweg sollten sternförmig in die Stadt hineinführen. Zudem sollen laut Holefleisch demnächst Poller an den Eingängen zur Fußgängerzone installiert werden, damit keine Autos mehr in die Stadt kommen. Schließlich lobte der Bürgermeister die Fahrraddemonstration: „Eure Aktion ist ein sehr schöner Rückenwind für uns.“ Am Mittwoch fährt der Tross weiter nach Duderstadt. „Jeder der mitfahren möchte, kann dazu stoßen“, sagt Toursprecher Hansen noch und hebt die Vorteile dieser Tour hervor, unter anderem eine eigene vegane Küche.

Von Peter Krüger-Lenz

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