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Göttingen Urteil zum Ladenschluss: „Entscheidung goldrichtig“
Die Region Göttingen Urteil zum Ladenschluss: „Entscheidung goldrichtig“
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20:51 01.12.2009
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„Ich freue mich über die Entscheidung, sie ist goldrichtig“, sagte Friedrich Selter, Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen. Vor allem die Begründung, ein freier Tag sei etwas Kostbares, sei wichtig. Sie schließe alle Menschen mit ein, „egal welchen Glaubens“. Für Göttingen wünsche er sich einen noch bedachteren Umgang mit dem Thema verkaufsoffener Sonntag. Zwar gebe es derer nur zwei, aber schon das mache ihn skeptisch.
Es gebe andere Möglichkeiten, wie zum Beispiel bei der Nacht der Kirchen die Ladenöffnungszeiten in den Abend hinein auszuweiten, so Selter. „Da sperre ich mich nicht gegen.“ Schließlich gehe es nicht um eine generelle Konsumkritik. Und der Zusammenschluss der Göttinger Innenstadthändler, Pro City, sei durchaus phantasievoll im Planen von Aktionen.

„Man sollte die Kirche im Dorf lassen“, sagte City-Managerin Beate Behrens. Die vier in Niedersachsen erlaubten verkaufsoffenen Sonntage seien ausreichend. Selbst diese vier schöpfe Göttingen nicht ab. Also benötige man auch keinen verkaufsoffenen Adventssonntag. Das unterstrich auch Willi Klie, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes. Die bisherige Regelung sei „mehr als ausreichend“. Und in der Adventszeit bleibe auch so genügend Zeit, einzukaufen.

„Das wäre doch toll“

Die Möglichkeit des stressfreien Einkaufens an Sonntagen, gerade kurz vor Weihnachten, beschäftigt auch die Göttinger. Wie sehr würden sie die Einführung verkaufsoffener Sonntage in ihrer Region begrüßen? Die Reaktionen auf das Karlsruher Urteil fallen in jedem Fall differenziert aus. „Genau richtig“, findet der 22-jährige Daniel Rorig. Sonntage nutze er ohnehin nicht für üppige Shoppingtouren – so auch nicht zur Adventszeit. Die 29-jährige Anna Bachmann würde sich dagegen über eine Ausweitung der Öffnungszeiten enorm freuen. „Das wäre doch toll, wenn wir in Göttingen künftig mehr Zeit zum Einkaufen hätten. Dann müsste man sich nicht so sehr auf den Sonnabend beschränken und wäre einfach flexibler.“ Ob ihr die vielen Verkäufer nicht leid täten? „Warum denn“, fragt sie staunend, „die werden doch für ihre Arbeit entsprechend bezahlt.“Nicht ganz so weit geht die 49-jährige Iris Waldhecker in ihrer Bewertung des Themas. „Ich sehe das entspannt. Wenn uns in Göttingen ein solcher Komfort geboten würde, wäre das schon prima.“ Ihre Familie und sie wären dann sicherlich auch sonntags beim Einkaufen anzutreffen.

Als zwingend erforderlich betrachtet sie diese Maßnahme dennoch nicht. „Hier in Göttingen sind verkaufsoffene Sonntage allenfalls zur Adventszeit notwendig“, sagt sie. Schließlich könne man seine Besorgungen auch getrost zwischendurch erledigen. Auch das Argument einer Wettbewerbsverzerrung gegenüber nahen Städten in benachbarten Bundesländern lässt sie unberührt. „Nur weil die Geschäfte in Kassel sonntags offen hätten, wäre das für mich kein zusätzlicher Anreiz, dorthin zu fahren.“

afu/arz

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