Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Wort gehalten
Die Region Göttingen Wort gehalten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:08 05.12.2018
Dr. Uwe Graells beschäftigt sich mit den Folgen der geplatzten Fusion. Quelle: GOETTINGERTAGEBLATT
Göttingen

Das deutliche Nein des Duderstädter Rates zur Viererfusion der Sparkassen Duderstadt, Osterode, Hann. Münden und Bad Sachsa wird weitreichende Folgen haben. Da verhandeln Vorstände und Bürgermeister sowie ein Teil der Verwaltungsräte monatelang, eine externe Beratung wird hinzugezogen, ein Fusionsvertrag aufgesetzt – und dann sagt Duderstadt alles ab. Wohl gemerkt Duderstadt. Das ist die Sparkasse, die bei den Verhandlungen mit Abstand am meisten rausgeholt hat.

Um nicht missverstanden zu werden: Natürlich hat der Duderstädter Rat die Souveränität, eine Fusion abzusagen. In diesem Fall bleiben aber jede Menge Fragen. Die einfachste: Hat wirklich jede Ratsfrau und jeder Ratsherr bis ins letzte Detail verstanden, welche Tragweite die Entscheidung vom Dienstagabend tatsächlich hat? Es mehren sich schon jetzt die Anzeichen, dass die Nord/LB-Anteile, die jede niedersächsische Sparkasse hält, noch in der 2018er-Bilanz wertberichtigt werden müssen.

Brummender Konjunkturmotor

Was wird dann aus dem Ergebnis des eigenen Instituts? Ist allen klar, wie hoch die Digitalisierungskosten, die künftigen Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung, die Auswirkungen der Demografie ausfallen? Was passiert mit meiner Sparkasse, wenn der seit Jahren brummende Konjunkturmotor stottert? Und das wird er irgendwann. Wer meint, die heutige Sparkasse Duderstadt wäre für solche Zukunftsfragen gewappnet, der irrt schlichtweg.

Der Duderstädter Rat hat eine große Chance vertan. Das Verhandlungsgeschick, die derzeitigen Rahmenbedingungen, das Ergebnis des Fusionsvertrages – all dies ist seit Dienstagabend Makulatur. Die Hauptverantwortung dafür tragen zwei gestandene Mannsbilder, die seit Jahrzehnten gewohnt sind, dass sie den Takt in der Stadt vorgeben und nach ihrer Musik getanzt wird: Lothar Koch und Bürgermeister Wolfgang Nolte.

Hinter vorgehaltener Hand

CDU-Grande Koch hat schon seit Wochen hinter vorgehaltener Hand klargemacht, dass er eine Fusion nicht will und sie verhindern wird. Er hat Wort gehalten. Im Vorfeld der Ratssitzung betonte er bei seinen Parteifreunden und darüber hinaus die Emotionalität der Fusionsentscheidung. So macht man das eben in Duderstadt. Und der Bürgermeister? Ihm käme es nie in den Sinn, öffentlich eine andere Linie zu vertreten als die der CDU-Ikone Lothar Koch. Das Männer-Duo wird sich feiern lassen für die Rettung der selbstständigen Sparkasse Duderstadt. Ein Hochamt der Kleingeistigkeit.

Sie erreichen den Autor unter E-Mail: u.graells@goettinger-tageblatt.de Twitter: @uwegraells Facebook: https://www.facebook.com/uwe.graells

Von Uwe Graells

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die geplante Fusion von vier Sparkassen im Landkreis Göttingen ist krachend gescheitert. Bei den handelnden und involvierten Personen überwiegt der Katzenjammer, bisweilen schlagen aber auch Enttäuschung, Unverständnis und Wut durch.

06.12.2018
Göttingen Umweltausschuss des Landkreises - Landschaftspflegeverband stellt sich vor

Der Landschaftspflegeverband im Landkreis Göttingen existiert seit knapp einem Vierteljahrhundert. Im jüngsten Umweltausschuss nutzten die Mitarbeiter die Gelegenheit, ihre aktuellen Arbeitsschwerpunkte vorzustellen.

05.12.2018

Die Botschaft der Republik Frankreich in Deutschland, Anne-Marie Descôtes, hat sich am Mittwoch in das Goldene Buch der Stadt Göttingen eingetragen. Sie war auf Einladung von Bundestags-Vizepräsident Thomas Oppermann nach Göttingen gekommen.

05.12.2018