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Göttingen „Wer macht denn so etwas?“
Die Region Göttingen „Wer macht denn so etwas?“
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00:19 02.10.2017
Beschädigtes Grablicht auf dem Göttinger Stadtfriedhof. Quelle: r
Göttingen

„Wer macht denn so etwas?“ – Die ältere Dame ist empört. Sie mache seit vielen Jahren hier regelmäßig ihre Spaziergänge und genieße die Ruhe auf dem alten Göttinger Stadtfriedhof. Angesprochen auf die Beschädigungen an dem Mobiliar in den letzten Tage und Wochen reagiert sie wie viele Besucher mit Fassungslosigkeit. Das sei alles so schön gemacht, das dürfe man doch nicht einfach zerstören, sagt sie.

Bilder von Vandalismusschäden auf dem Alten Stadtfriedhof

Seit etwa sechs Monaten registriert die Friedhofsverwaltung regelmäßig Beschädigungen. „Die letzten Jahre war eigentlich Ruhe“, sagt Joachim Krüger vom Fachdienst Friedhöfe. Aber seit diesem Frühjahr sei die Zahl der Zwischenfälle deutlich angestiegen. „Es gehört fast schon zum Tagesgeschäft, dass Dinge kaputt gemacht werden.“ Konkret geht es um Farbschmierereien an Gebäuden, beschädigte Bänke, beschmutzte Grabsteine, herausgebrochene Grenzsteine oder umgeworfene Wegweiser.

Der Schwerpunkt der Beschädigungen liege im östlichen Bereich des 36 Hektar großen Geländes, sagt Krüger. Das bestätigt ein Göttinger Ehepaar, das in einer Mail über einen Besuch auf dem Göttinger Stadtfriedhof berichtet: „Mit Erschrecken haben wir festgestellt, dass einige Hinweisschilder abgeknickt waren und auf den Wegen und Rasenflächen lagen. Außerdem war eine Bank beschädigt. Vom Eingang Iheringstraße zum Rondell, Teich und Richtung Kapelle waren diese Beschädigungen besonders schlimm.“

Schmierereien an neuen Türen

Besonders ärgerlich seien auch die Schmierereien an der frisch renovierten Torhaus-Galerie gewesen. Ausgerechnet an den neuen Türen hätten sich die Vandalen mit Spraydosen verewigt. „Das ist schlicht frustrierend“, so Krüger. Mit den Zerstörungen des vergangenen Wochenendes hat der Vandalismus aber endgültig eine andere Qualität bekommen. Die Täter müssen mit brachialer Gewalt vorgegangen sein, um reihenweise die stählernen Pfosten des Wegweisersystems umzuknicken.

Und auch wenn jede dieser Taten bei der Polizei angezeigt wurde, ist die Frage nach den Tätern bisher völlig offen. Nur in einem Fall seien zwei Jugendliche ertappt worden, meistens bleiben die Verursacher aber anonym. Die Verwaltung habe durchaus Hinweise aus der Bevölkerung bekommen, wenn irgendwo wieder etwas beschädigt wurde. Aber kaum jemand traue sich genauer hinzusehen oder sogar einzugreifen – aus Angst vor Beschimpfungen und Gewalt. Krüger berichtet von einem ihm geschilderten Fall, bei dem einem Friedhofsbesucher Schläge angedroht wurden, weil er Radfahrer gebeten hatte, langsamer zu fahren. „Der Ton wird rauer.“

Sicherheitsfirma soll Patrouille laufen

Jetzt will die Stadt Göttingen reagieren. Eine Sicherheitsfirma wird am Wochenende auf dem Gelände patrouillieren. Speziell in der Zeit, wenn die Mitarbeiter des Fachbereichs nicht auf dem Friedhof unterwegs sind, sollen Sicherheitsleute möglichst weitere Zwischenfälle verhindern. Außerdem werde man die Polizei bitten, den Friedhof verstärkt in den Streifendienst mit einzubeziehen, kündigt Verwaltungssprecher Detlef Johannson an. „Dennoch dürfte die Chance, die Täter zu erwischen, natürlich äußerst gering sein.“ Man setze daher auf die Unterstützung der Friedhofsbesucher. Krüger sagt, man wolle die Menschen sensibilisieren, die Augen offen zu halten. Und einen Appell an die Täter hat er auch noch: „Es ist doch immer noch ein Friedhof. Da sollte ein bestimmtes Verhalten doch einfach erwartet werden können.“

Informationen über Beschädigungen auf dem Friedhofsgelände nimmt die Polizei unter Telefon 0551/491-2115 entgegen.

Von Markus Scharf

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