Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen „Vasant Panchami“ im Nachbarschaftszentrum
Die Region Göttingen „Vasant Panchami“ im Nachbarschaftszentrum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 28.01.2018
Hinduisten feiern im Nachbarschaftszentrum Grone gemeinsam "Vasant Panchami" - ein Fest mit Gottesdienst, traditionellem Essen und Folklore-Programm. Quelle: Markus Riese
Göttingen

Das Nachbarschaftszentrum Grone steht für Vielfalt und interkulturelles Miteinander. So überrascht es nicht, dass die Räumlichkeiten für das gemeinsame Begehen eines hinduistischen Feiertages ausgewählt wurden.

Ein Fest aus der Heimat vor der eigenen Haustür

Für die in Göttingen und Umgebung lebenden Hindu bot die Feier eine schöne Gelegenheit, „Vasant Panchami“ direkt vor der eigenen Haustür zu feiern – wenn auch in vergleichsweise kleinem Rahmen. In Indien wird das dort recht bedeutsame Fest sehr viel größer gefeiert. Doch auch in Grone haben sich die Organisatoren viel Mühe gegeben.

Für den Gottesdienst vorbereiteter Altar mit einem Bild der Göttin Saraswati und bereitgestellten Opfergaben der Besucher. Quelle: Markus Riese

Dr. Manika Mishra-Knyrim veranstaltet das Fest mittlerweile seit 20 Jahren in Göttingen. „Allein dadurch, dass wir eine Universitätsstadt sind, kommen jedes Jahr neue Hindu nach Göttingen. Diesen geben wir hier eine Möglichkeit, weit weg von ihrer Heimat einen Teil ihrer Religion leben zu können“, erklärt sie.

Sie selbst gehöre zu den Bengali, doch das sei für das Fest eigentlich nicht wichtig. „Hier sind alle Hindu willkommen, und natürlich auch Anhänger anderer Religionen. Wir freuen uns über jeden Besucher, der dabei sein möchte.“ Mishra-Knyrim setzt dabei auch auf eine Verbreitung in sozialen Netzwerken: „Wenn wir bei Facebook eine Veranstaltung erstellen, und diese wird oft geteilt, dann erreichen wir viele hier lebende Hindu“.

Unterschiedliche Bräuche

Das Fest „Vasant Panchami“ markiert im Hinduismus den Beginn des Frühlings (Vasant) und wird am fünften Tag (Panchami) des Hindumonats Magha gefeiert. In Indien gibt es zu dieser Feier unterschiedliche Bräuche, um die Göttin Saraswati zu ehren. Sie gilt als Göttin der Musik, des Lernens, der Kunst und der Literatur, erklärt Mishra-Knyrim.

„Bei uns ist es üblich, dass Kinder schon mit etwa anderthalb Jahren aktiv an diesem Fest teilnehmen“, so die Organisatorin. In ihrem Glauben gebe es zu diesem Zeitpunkt das erste richtige religiöse Ritual für Kinder, bei dem für den Nachwuchs der Segen der Göttin Saraswati und damit zum Beispiel bestimmte Talente erbeten werden.

Priester Amartya Banerjee ist bereits zum dritten Mal dabei. Im kommenden Jahr fällt er aus; dann wird vielleicht Organisatorin Manika Mishra-Knyrim selbst die Puja halten müssen.. Quelle: Markus Riese

In Göttingen haben sich anlässlich von „Vasant Panchami“ ebenfalls über die Jahre feste Bräuche entwickelt. Das Fest beginnt mit einer Puja, einem Gottesdienst, bei dem Priester Amartya Banerjee – der bereits zum dritten Mal dabei ist – vor einem liebevoll geschmückten Altar sitzt. Vor ihm stehen mitgebrachte Opfergaben und ein Bild von Saraswati. Hinter dem Priester nehmen Gläubige und Gäste Platz und lauschen den Gebeten und Mantren.

Indische Tänze und Lieder

Nach der Puja werden die geopferten Speisen ausgeteilt und gemeinsam verzehrt. „Jeder bringt etwas mit, und es wird nach dem Gottesdienst auch warmes Essen zubereitet“, erklärt Mishra-Knyrim. Später folgt ein Folklore-Programm, welches ebenfalls von den Besuchern vorbereitet wurde; nacheinander werden indische Tänze und Lieder dargeboten.

Ein gelungenes Fest – für das die Veranstalterin bereits die nächste Auflage im Jahr 2019 plant. „Dann dürfen gern noch mehr Besucher bekommen“, lächelt Mishra-Knyrim. Saraswati wäre sicherlich erfreut.

Von Markus Riese

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Göttingen Gedenkveranstaltung in Göttingen - Plädoyer gegen Diskriminierung

500 000 Sinti und Roma sind im nationalsozialistisch besetzten Europa dem Holocaust zum Opfer gefallen, darunter Häftlinge aus dem Jugend-KZ Moringen. An diesen Völkermord und die Situation der Minderheit bis in die Gegenwart erinnerten Redner im Alten Göttinger Rathaus.

31.01.2018

Einem Weiterbetrieb einer Busverbindung zum Kehr steht die CDU im Rat mit vorsichtigem Optimismus, aber auch mit Skepsis gegenüber. Vor allem die von der SPD-Fraktion geforderte Sanierung der Zufahrtsstraße zum Naherholungsgebiet oberhalb Göttingens bereitet den Christdemokraten Bauchschmerzen.

31.01.2018

Er gehört zu den größten gesellschaftlichen Ereignissen der Region: der „Ball des Handwerks“ der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen. Auch in diesem Jahr hat er fast 1000 Gäste ins „Freizeit in“ gelockt. Sie feierten am Abend des 27. Januar in festlicher Atmosphäre eine ausgelassene Party.

28.01.2018