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Göttingen Vattenfall: Bis zu 100 Millionen Euro Investitionen in Göttingen
Die Region Göttingen Vattenfall: Bis zu 100 Millionen Euro Investitionen in Göttingen
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00:18 02.05.2013
Windkraftplaner: Heiko Wuttke Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Die 2,2 Milliarden, die der Konzern bis 2017 in die Gewinnung von Windenergie investieren will, kämen nicht aus der „Portokasse“. „Das ist kein Spielgeld, das ist echtes Geld“, erklärt Wuttke. Das Engagement des Konzerns in diesem Bereich komme spät, „aber mit Wumms“.

Auch Flächen in Südniedersachsen sind in den Blick des Stromkonzerns geraten. Wuttke nennt als weitgestecktes Ziel zehn bis 20 Anlagen, die Vattenfall in den kommenden Jahren in der Region errichten will. Bei rund fünf Millionen Euro pro Anlage beliefe sich das Investitionsvolumen auf 50 bis 100 Millionen Euro. Studien hätten der Region ein „gutes Potenzial für Windenergie“ bescheinigt.

Windkraftplaner: Heiko Wuttke

Auf Göttinger Stadtgebiet sind Wuttke und sein Team unter anderem an Flächen in der Gemarkung Esebeck interessiert, ebenso wie die Göttinger Stadtwerke. „Es ist vieles im Fluss. Noch ist hier nichts ausgewiesen“, sagt Wuttke zu den Planungen. Konkreter wird er nicht. Auch an Flächen bei Knutbühren sei man noch interessiert, sagt Wuttke.

Messungen vor zwei Jahren hätten ergeben, dass die Flächen geeignet seien. Vattenfall-Projektentwickler Philipp Meister, der für den Bereich Südniedersachsen zuständig ist, schließt Flächen zwischen Deppoldshausen und Nikolausberg, die die Stadt als Vorranggebiete ausweisen will, aus.

Offen für lokale Kooperationen

„Wir befürchten Probleme“, sagt Meister. So hält er den dort im Außenbereich vorgesehenen Abstand der Anlagen zur Wohnbebauung von 500 Metern  als zu gering. Daher habe man diese Flächen gar nicht erst geprüft. Wenig lukrativ und wirtschaftlich erscheinen Meister die Tallagen. „Es gibt im Landkreis aber einige Kuppen, die nicht bewaldet sind“, sagt er.

Vattenfalls Investitionsmodell sehe vor, so Wuttke, dass die Anlagen zu 100 Prozent mit Eigenkapital gebaut würden. „Das bedeutet: Ab dem ersten Jahr werden Steuern abgeführt“, verspricht Wuttke. Da Betriebsstätten gewerbesteuerpflichtig seien, bleibe „definitiv Geld in der Region hängen“.

Anders als Mitbewerber auf dem Markt trete Vattenfall nicht nur als Entwickler der Anlagen auf. „Wir wollen die Anlagen auf jeden Fall auch selbst betreiben. Wir sind vom ersten Tag bis zum Abbau der Anlagen dafür verantwortlich“, erklärt Wuttke. Er hofft auf eine gute Akzeptanz der Vattenfall-Vorhaben in der Region: „Wir sind offen für lokale Kooperationen.“

Eine mögliche lokale Kooperation könne eine sogenannte Bürgerwindgesellschaft sein. Eine Anlage pro Windpark mit drei oder vier Anlagen könnte bei Interesse ausgegliedert werden, damit sich Bürger daran beteiligen könnten. „So geben wir ein Stück des Kuchens wieder in die Hände der Region“, sagt Wuttke. In Dänemark, wo gesetzlich vorgeschrieben ist, dass 20 Prozent der Anlagen Bürgern vor Ort angeboten werden müssen, liege die Quote der Bürgerbeteiligung am Ende bei durchschnittlich fünf Prozent.

Windenergie ist am heutigen Dienstag, 30. April,  auch Thema im Umweltausschuss des Rates der Stadt Göttingen. Es geht um den Aufstellungsbeschluss für den Teilflächennutzungsplan Windenergie. Die gemeinsame Sitzung mit dem Betriebsausschuss Umweltdienste beginnt um 16 Uhr in Raum 118 des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz.

Vattenfall

Vattenfall in Deutschland ist ein bedeutender Teil der schwedischen Vattenfall- Gruppe, die im Staatsbesitz ist. Inzwischen ist Vattenfall das fünftgrößte Energieunternehmen in Europa und versorgt deutschlandweit nach eigenen Angaben mehr als drei Millionen Kunden, hauptsächlich im Norden und Osten.

Hamburg und Berlin möchten allerdings die Energienetze wieder zurückkaufen. Strom gewinnt Vattenfall überwiegend noch aus Kohle und Atomkraft. Beim Ausbau der Windkraft will sich der Konzern auf Nord- und Mitteleuropa konzentrieren. In Schweden, Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland waren 2012 Windanlagen mit einer Kapazität von 1470 Megawatt installiert. In Deutschland gibt es bislang nur einen Vattenfall-Windpark.

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