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Göttingen Mülltonnen bleiben stehen, Busse fahren nicht
Die Region Göttingen Mülltonnen bleiben stehen, Busse fahren nicht
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19:59 12.04.2018
Selbst die Skulptur vor dem Neuen Rathaus signalisiert: Es wird gestreikt. Quelle: hein
Landkreis Göttingen

Im Göttinger Neuen Rathaus seien so gut wie alle Abteilungen vom Warnstreik betroffen, hieß es an der Pforte. Nur das Einwohnermeldeamt habe am Vormittag seinen Betrieb weitgehend aufrechterhalten, alle anderen Bereiche seien weitgehend lahmgelegt. Die meisten Besucher wurden an der Pforte auf den Freitag vertröstet.

Nur gering hingegen waren die Auswirkungen des Warnstreiks bei der Göttinger Kreisverwaltung. Nur einzelne Bereiche seien betroffen und die auch nur punktuell, erklärte Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann. Alle Abteilungen seien arbeitsfähig, nur vereinzelt könne es zu längeren Wartezeiten kommen.

Göttinger Entsorgungsbetriebe: Etliche Mülltonnen werden nicht geleert

„Etliche graue und grüne Tonnen bleiben stehen“, sagte GEB-Pressesprecherin Maja Heindorf. Wie viele genau, sei erst am Ende des Tages feststellbar. Erst dann könnten sie auch entscheiden, ob die Abholungen am Freitag in der normalen Arbeitszeit nachgeholt werden können, ob ein Nachholtag am Sonnabend organisiert werde oder ob die ausgelassenen Tonnen erst zum regulären Termin in zwei Wochen wieder abgeholt werden können.

Der Sperrmüll, die gelben Säcke und die blauen Tonnen seien trotz des Streiks am Donnerstag regulär abgeholt worden, erklärte Heinberg. Bei der Abholung von Baum- und Strauchschnitt komme es zu Einschränkungen. Die Straßenreinigung helfe bereits bei der Müllabfuhr aus. „Der Recyclinghof ist geschlossen, das Servicetelefon ist am Vormittag nicht besetzt, und das Bioenergiezentrum und die Bauabfallentsorgungsanlage am Königsbühl sind geschlossen“, so Heindorf zu den weiteren Auswirkungen des Streiks.

Auch Kreisabfallwirtschaft Northeim von Streik betroffen

Von den aktuellen Warnstreiks im öffentlichen Dienst war laut Mitteilung des Landkreises Northeim erneut auch die Kreisabfallwirtschaft Northeim betroffen. So musste im Zuge des Streiks am Donnerstag die Leerung der Restmülltonnen in Teilen der Stadt Bad Gandersheim sowie in den Ortschaften Harriehausen, Ellierode, Wiershausen, Oldenrode, Düderode, Wrescherode, Schachtenbeck, Olxheim, Haieshausen, Rittierode, Langenholtensen - mit Galgenberg -, Brunstein und Hollenstedt ausfallen.

Die Restmülltouren in Langenholtensen, Brunstein und Hollenstedt sollen laut Landkreis am Freitag, 13. April, nachgeholt werden. Die zur Abholung bereitgestellten Tonnen könnten daher stehen bleiben. Die übrigen Touren könnten nicht nachgeholt werden. Bei der nächsten planmäßigen Entleerung dürfe der Abfall, der nicht mehr in die Tonne passe, in geeigneten Säcken neben der Tonne zur Abfuhr bereitgestellt werden.

Kein Notstand im Duderstädter Rathaus

Aus Duderstadt und Osterode war eine Gruppe von fast 50 Teilnehmern zur Verdi-Demo nach Hannover gefahren, darunter „eine starke Mannschaft“ des Duderstädter Baubetriebshofes, außerdem einige Verwaltungsmitarbeiter, wie die Stadtverwaltung mitteilt. „Wir sind aber nicht in Notstand geraten“, hieß es aus dem Rathaus. Unter den Streikenden war auch der Kinder- und Jugendreferent der Stadt Duderstadt, um für eine Tariferhöhung auf die Straße zu gehen. Er sprach von einer „tollen Stimmung“ bei der Warnstreikaktion in Hannover. In den städtischen Kindergärten in Duderstadt lief der Betrieb normal.

Quelle: r

Abiturprüfungen am Felix-Klein-Gymnasium Göttingen: Alle Schüler pünktlich

Bereits am Dienstag habe er alle Schüler über den Streik und die ausfallenden Busse informiert, teilt Michael Brüggemann, Schulleiter des Felix-Klein-Gymnasiums (FKG) in Göttingen, mit. Das war besonders wichtig, weil am Donnerstag auch die schriftliche Abiturprüfung in Politik und Wirtschaft geschrieben wird. „Alle sind pünktlich da gewesen“, sagt Brüggemann über die Schüler, die heute ihre Abiturprüfung schreiben mussten. Hier gab es also keine Probleme.

Mehr Fahrgäste in RBB-Bussen

Weil die GöVB-Busse im Göttinger Stadtgebiet gar nicht fuhren, seien manche auf die Regionalbusse ausgewichen. Am Streiktag hätten die Regionalbusse der RBB vor allem im Stadtgebiet ein höheres Fahrgastaufkommen verzeichnet, teilte die Pressestelle der Deutschen Bahn mit. Vor allem auf Strecken, die parallel zu denen der GöVB verlaufen.

Schüler werden von den Eltern gebracht und abgeholt

Wo eine Alternative nicht möglich war, mussten am Donnerstag viele Schüler von ihren Eltern zur Schule gebracht und abgeholt werden. So war es auch an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Grone, wo bereits kurz vor Schulschluss um 15.15 Uhr einige Eltern in ihren Autos sitzend auf ihre Schüler warteten. Unter anderem Tatjana Chrustel, die sowohl ihren älteren Sohn Nico von der Geschwister-Scholl-Gesamtschule als auch ihren neunjährigen Sohn Daniel von der daneben liegenden Godehard-Grundschule abholt, wie sie erzählt. „Daniel hat schon um kurz vor 15 Uhr Schluss, Nico erst um 20 nach“, sagt sie – eine halbe Stunde sitze sie jetzt deswegen wartend im Auto. Das sei jetzt schon das dritte Mal in nicht so langer Zeit, dass sie ihre Söhne wegen Streiks zur Schule bringen und abholen müsse. Sie müsse zwar nichts absagen deswegen, weil sie zurzeit arbeitslos sei, fühle sich aber dennoch genervt. Erfahren habe sie von dem Streik nur durch eine WhatsApp-Gruppe ihres älteren Sohnes. „Einer war heute nicht in der Schule, weil seine Mutter arbeiten musste“, erzählte Sohn Daniel. Sonst seien aber eigentlich alle halbwegs pünktlich gewesen.

Auch Achtklässler Lucas Haake war auf den Fahrservice seiner Familie angewiesen. „Die Oma hat ihn morgens auf dem Weg zur Arbeit hingebracht, und ich hole ihn jetzt ab“, sagte sein Vater Michel Haake, der seinen Sohn auf dem Motorrad mitnahm. Das gehe, weil er im Nachtdienst arbeite.

Von Hannah Scheiwe und Matthias Heinzel

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