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Göttingen „Alleine ist man schwächer“
Die Region Göttingen „Alleine ist man schwächer“
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17:53 27.10.2018
Verdi-Mitglieder erhalten Auszeichnungen für 25, 40, 50, 60 und 65-jährige Mitgliedschaft. Quelle: Markus Hartwig
Göttingen

Über den Dächern Göttingens hat die Gewerkschaft Verdi 64 Mitglieder für langjährige Zugehörigkeit ausgezeichnet. Ort des Geschehens: die Kantine im 16. Geschoss des Neuen Rathauses.

Geehrt wurden Mitglieder, die der Gewerkschaft seit 25, 40, 50, 60 und 65 Jahren die Treue halten. Eingetreten sind sie in eine der fünf Quellgewerkschaften DAG, DPG, HBV, IG Medien sowie ÖTV, also Jahre bevor Verdi gegründet wurde, das war Mitte März 2001. Es entstand die damals größte Einzelgewerkschaft mit 2,8 Millionen Mitgliedern.

Geschichte als Gewerkschaftler miterlebt

Sebastian Wertmüller, Geschäftsführer Verdi – Bezirk Region-Süd-Ost-Niedersachsen, hielt die Laudatio. In seiner Rede verknüpfte er die Jahreszahlen des jeweiligen Gewerkschaftseintritts mit bedeutenden Ereignissen. So beispielsweise 1978 (40 Jahre Mitgliedschaft), sowohl die Zeit des RAF-Terrors als auch die Zeit des Bundesdatenschutzgesetzes und Arbeitskämpfen wie in der Druckindustrie. Wertmüller: „Die Gewerkschaft war in der Lage, die Maschinen zum Stillstand zu bringen, da gab es einfach keine Zeitung.“ 1968 (50 Jahre Mitgliedschaft), sowohl die Zeit der Studentenproteste als auch der ersten Großen Koalition. „Die SPD war erstmalig an einer Regierung beteiligt.“

Die Jubilare hätten die Geschichte als Gewerkschaftler miterlebt und trotz teils schwieriger Zeiten der Organisation die Treue gehalten. „Ihr habt einiges in der öffentlichen Diskussion einstecken müssen, zum Teil auch durch selbstgemachte Skandale“, so Wertmüller selbstkritisch. Doch zur Gewerkschaft gebe es keine Alternative. „Alleine ist man schwächer, das hat euch bei uns gehalten“, richtete er seine Worte an die Jubilare. „Bleibt die, die man sich als Gewerkschaft wünscht.“

„Gewerkschaften waren noch nie so wichtig wie heute“

Unter den Anwesenden waren auch Dieter Seyd, Dieter Rohrig und Thomas Kewitz. 1958 trat Seyd in die Postgewerkschaft ein. 30 Jahre war er im Personalrat, das sei ohne die Gewerkschaft nicht möglich gewesen. Seyd bedauert, dass es nicht möglich war, die Privatisierung der Post zu verhindern. Rohrig trat 1958 in die IG Metall ein und durchgängig Mitglied der Gewerkschaft. Gewerkschaften, sagt er, waren noch nie so wichtig wie heute. „Ich bleibe, bis sie mich rausschmeißen“, bekräftigt Rohrig mit einem Augenzwinkern. Kewitz trat 1984 als Jugendvertreter in die ÖTV ein. Als Personalratsvorsitzender sieht er auch die Notwendigkeit der politischen Vertretung in der Gewerkschaft. „Es ist die Aufgabe, Gesetze zu erhalten und zu verändern. Aktuelles Thema ist die Verhinderung des Niedersächsischen Polizeigesetzes.“

Von Markus Hartwig

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