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Göttingen Recherche in der eigenen Familie zu NS-Vergangenheit
Die Region Göttingen Recherche in der eigenen Familie zu NS-Vergangenheit
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14:15 12.12.2018
Massaker der Wehrmacht in Serbien: War der Großvater beteiligt? Quelle: NP
Göttingen

Wie recherchiert man die Beteiligung von Familienmitgliedern am Nationalsozialismus? Diese Frage will der Verein „NS-Familien-Geschichte: hinterfragen – erforschen – aufklären“ beantworten.

Bei einer Veranstaltung am Donnerstag, 13. Dezember, will der Verein Teilnehmer anregen, sich mit der NS-Vergangenheit der eigenen Familie auseinanderzusetzen. Er bietet Hilfestellung dazu an. Am Beispiel realer Recherchen wird gezeigt, wie erkenntnisreich solche Nachforschungen sind“, heißt es in einer Ankündigung. Anschließend sollen die unterschiedlichen Methoden zum Recherchieren erläutert werden.

„Oma war immer gegen Hitler“

„Kolportierte Anekdoten über den Onkel bei der Wehrmacht und Sätze wie ,Oma war immer gegen Hitler’ kennen wir alle. Die Zeit ist günstig, tradierten Familienlegenden auf den Grund zu gehen“, heißt es in der Ankündigung des Vereins. Gerade heute ließen sich Werdegänge verwandter Personen im Nationalsozialismus oft detailliert nachvollziehen und belegen.

Eine wichtige Quelle seien dabei Archive: Dokumente aus der NS-Zeit seien heute meist gut zugänglich. In den vergangenen zwei Jahrzehnten entstanden viele Gedenkstätten und Museen im In- und Ausland zur Dokumentation von NS-Verbrechen, deren Opfer und Widerstand. Lokalhistoriker vor Ort hätten viele Informationen zusammengetragen. Eine weitere wichtige Quelle sind Zeitzeugen im Ausland. „Noch hat man Gelegenheit, sie zu fragen“, betont der Verein. Auch das Internet ist zur Fundgrube für historische Informationen geworden.

Oberbürgermeister Jung als „willfähriger Gehilfe“ der Nationalsozialisten

Ein Hinweis des Vereins etwa, „auf das unselige Verhalten“ des ehemaligen Göttinger Oberbürgermeisters Bruno Jungs, so formulierte es die damalige Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck, als „willfähriger Gehilfe“ der Nationalsozialisten im von der Wehrmacht besetzten Luxemburg, führte dazu, dassein nach Jung benannter Weg umbenannt wurde. „Diese rechtfertigen nach Ansicht der Verwaltung eine Umbenennung des Bruno-Jung-Weges.

Beginn der Veranstaltung ist 19 Uhr in den Räumen der Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“ in der BBS II, Godehardstraße 11, Göttingen. Sie ist Teil der Veranstaltungsreihe „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – Eine Veranstaltungsreihe: 9. November - 27. Januar“.

Von Michael Brakemeier

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