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Göttingen Misshandlung auf Polizeiwache: Polizist muss Geldauflage zahlen
Die Region Göttingen Misshandlung auf Polizeiwache: Polizist muss Geldauflage zahlen
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17:00 29.11.2018
Misshandlung auf Polizeiwache: Polizist muss Geldauflage zahlen. Quelle: dpa
Göttingen

Ohne Urteil ist jetzt ein Prozess um die körperliche Misshandlung eines Jugendlichen auf einer Polizeiwache in Göttingen zu Ende gegangen. Das Amtsgericht Göttingen stellte das Verfahren gegen einen 54-jährigen Polizisten vorläufig ein, nachdem der Geschädigte am zweiten Prozesstag nicht zur Verhandlung erschienen war. Der Beamte müsse als Auflage für die Verfahrenseinstellung 3000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen, teilte ein Gerichtssprecher mit. Außerdem müsse er mehrere Gespräche mit einer Beratungsstelle der Polizei führen.

Beamter räumt körperlichen Übergriff ein

Die Staatsanwaltschaft hatte den Polizisten wegen Körperverletzung im Amt angeklagt. Sie warf ihm vor, im August vergangenen Jahres einen afghanischen Staatsangehörigen auf einer Göttinger Polizeiwache körperlich misshandelt zu haben. Zuvor hatte es eine Schlägerei im Bereich des Waageplatzes gegeben, in die auch der afghanische Jugendliche involviert gewesen sein soll. Da zunächst unklar war, ob er als Zeuge oder als möglicher Täter einzustufen war, nahmen ihn die Beamten mit auf die Wache. Dort soll er dann provozierend aufgetreten sein. Daraufhin soll ihm der 54-Jährige mit der Hand an den Hals gefasst und mit dem Kopf gegen eine Wand geschlagen haben.

Vor Gericht räumte der Beamte einen körperlichen Übergriff ein, bestritt jedoch, den Kopf gegen die Wand geschlagen zu haben. Ein Mitarbeiter eines Bereitschaftsdienstes für minderjährige Flüchtlinge in Südniedersachsen, der den Jugendlichen abholen sollte und den Vorfall mitbekommen hatte, sagte dagegen aus, dass der Beamte den Jugendlichen am Hals gepackt und über den Stuhl an die Wand gezogen habe. Es sei deutlich zu hören gewesen, wie der Kopf gegen die Wand geknallt sei. Er habe sofort interveniert und sich gewundert, warum die beiden anderen anwesenden Polizisten nicht eingegriffen hätten.

Von Heidi Niemann

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