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Göttingen Verkauf von Baptistenkirche und Voigtschule: Kulturverbund bietet mit
Die Region Göttingen Verkauf von Baptistenkirche und Voigtschule: Kulturverbund bietet mit
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20:33 16.05.2013
Für Kultur an der Bürgerstraße: Aktive beim neuformierten Kulturverbund Göttingen erläutern ihre Ziele und Forderungen. Quelle: Pförtner
Göttingen

Als Ausweg aus diesem Raummangel sieht der Kulturverbund die kulturelle Nutzung der ehemaligen Baptistenkirche und des ehemaligen Gebäudes der Voigtschule an der Bürgerstraße.

Beide seien „optimal“ geeignet, den „eklatanten Raumbedarf“ zu decken. Vier Kaufangebote und entsprechende Nutzungskonzepte haben Bieter aus den Reihen des Kulturverbundes bei der Stadt eingereicht – sowohl für beide Gebäude im Paket als auch Gebote für jeweils eines der Gebäude.

Kultureller Nutzung Vorrang geben

Der Kulturverbund fordert, bei einem Verkauf der Gebäude der kulturellen Nutzung den Vorrang zu geben. „Das Gemeinwohl muss vor den Interessen der Privatwirtschaft stehen“, sagte der Sprecher des Kulturverbundes Joachim Schmidt. Gleichzeitig mahnte er Transparenz an:

Die Höhe der einzelnen Gebote in Zusammenhang mit dem jeweiligen Nutzungskonzept müssten ebenso dargestellt werden wie die Gründe für die vom Rat getroffene Entscheidung für ein Kaufangebot. Ernst Gottwald von den Grünen, der neben dem Fraktionskollege Sascha Völkening und Gerd Nier (Linke) an dem Gespräch als Gast teilnahm, betonte auf Tageblatt-Nachfrage, „sehr für Transparenz“ zu sein, äußerte aber juristische Bedenken.

Gleichzeitig räumte er ein, sich bei diesem Verfahren dafür weder bei seiner Fraktion noch beim Bündnispartner SPD stark gemacht zu haben.

Fünf Gründe nennt das neue Kulturbündnis, warum die Gebäude Bürgerstraße 13 und 15 zur Nutzung als Kulturzentrum verkauft werden sollten:

  • Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft. Abhilfe bei der Raumnot. Kein Ausweichen von Künstlern in Nachbarstädte.
  • Ideale Lage. Nähe zum Bahnhof. Genug Abstand zu den nächsten Wohnhäusern.
  • Kaum Umbaumaßnahmen. Zustand der Schule „hervorragend“. Wesentliche Veränderungen sind für die angestrebten Nutzungen nicht nötig.
  • Ideale Größe. Platz für Probebühnen und -räume, Auftrittsräume und Veranstaltungen mit bis zu 400 Besucher.
  • Keine Folgekosten für die Stadt. Wirtschaftliche Verantwortung liegt beim Kulturverbund.

Eigentlich hätte der Verkauf der beiden Gebäude im Bauausschuss am 23. Mai von der Politik diskutiert werden sollen. Als Tagesordnungspunkt ist das Thema aber weder im öffentlichen noch im nicht-öffentlichen Teil aufgeführt. Verwaltungssprecher Detlef Johannson kündigt aber zumindest an, dass die Verwaltung „selbstverständlich in der öffentlichen Ausschusssitzung“ über das aus ihrer Sicht angemessene weitere Verfahren informieren und „ausreichend Beratungszeit“ gewähren wird.

Es gelte weiterhin die Reihenfolge: Information erst an die Ratsmitglieder, dann – „fast zeitgleich“ – Information der Öffentlichkeit. Weil vom Rat noch vor der Sommerpause über „mehrere Immobiliengeschäfte“ entschieden werden soll, diese jedoch bis zur nächsten ordentlichen Sitzung am 14. Juni „noch nicht abschließend vorbereitet werden können“, plant Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) „voraussichtlich“ eine Sondersitzung des Rates für Ende Juni, heißt es in einem Schreiben, das gestern an die Ratsfraktionen gegangen ist.

Wegen Renovierungsarbeiten steht der Ratssaal dann nicht zur Verfügung. Ersatz wird gesucht.

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