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Göttingen Verurteilter Gewalttäter wieder vor Gericht
Die Region Göttingen Verurteilter Gewalttäter wieder vor Gericht
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17:01 09.05.2018
Quelle: dpa
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Göttingen

Der Mann hatte damals eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren erhalten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Nur wenige Wochen nach der Verurteilung soll er in Einbeck erneut mehrere Menschen attackiert haben. Die Staatsanwaltschaft Göttingen wirft ihm deshalb unter anderem versuchte räuberische Erpressung, vorsätzliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Nötigung vor.

Das Amtsgericht Einbeck hatte den 29-Jährigen wegen der insgesamt vier neuen Vorfälle im Dezember in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt. Dagegen hatte der 29-Jährige Rechtsmittel eingelegt, so dass der Fall nun vor dem Landgericht Göttingen verhandelt wird.

In dem vorangegangenen Prozess hatte sich der 29-Jährige wegen gewalttätiger Übergriffe gegen zwei 23 und 30 Jahre alte Göttinger afrikanischer Herkunft verantworten müssen. Laut Anklage hatte er zunächst an einer Bushaltestelle einem 23-jährigen gebürtigen Sudanesen mit der Faust gegen den Kopf geschlagen. Kurz darauf hatte er gemeinsam mit einem Mitangeklagten in einem Göttinger Stadtbus einen Studenten aus Kamerun mit rassistischen Sprüchen beleidigt und mit Fäusten und Tritten attackiert. Unter anderen beschimpfte er ihn als „Dreckschwein“, „Scheiß Neger“ und „Du braunes Stück Scheiße“. An der nächsten Haltestelle wurde ein Passant auf die Attacken aufmerksam, bestieg den Bus und griff sich couragiert einen der Angreifer. Wenig später kam die Polizei und kassierte die beiden Gewalttäter ein.

Der 29-Jährige hatte damals vor dem Amtsgericht Göttingen erklärt, dass er „auf keinen Fall ausländerfeindlich“ sei. Das Ganze sei „blöd gelaufen“ und solle „nie wieder vorkommen“. Keine zwei Monate nach dem Prozess soll er in Einbeck eine Wohnungstür eingetreten und eine Glasscheibe eingeschlagen haben. Der Bewohner, der durch Glassplitter verletzt wurde, war laut Anklage auf der Flucht vor dem Angreifer in Unterwäsche aus dem Fenster gesprungen. Wenige Tage später soll der Angeklagte einem Kellner in Einbeck einen Kopfstoß verpasst haben, so dass dieser eine Nasenbeinfraktur und eine Schädelprellung erlitt. Bei einem weiteren Vorfall soll er auf dem Marktplatz in Einbeck von einem Mann 20 Euro gefordert haben. Als dieser sich weigerte, habe er ihn mit den Worten „Du Ausländer“ beschimpft und ihn geschlagen und geschubst. Zwei Wochen später soll er eine Frau als „Fetter Schwabbelbauch“ sowie Polizisten als „Scheißbullen“ und „Spuckspastis“ tituliert haben. .

Sämtliche Vorfälle passierten unter laufender Bewährung. In dem jetzt gestarteten Berufungsprozess wies der Vorsitzende Richter darauf hin, dass nach vorläufiger rechtlicher Bewertung eine Bewährung diesmal „fernliegend“ sei.

Von Heidi Niemann

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