Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Verwaltung und Verleger werben für das KuQua
Die Region Göttingen Verwaltung und Verleger werben für das KuQua
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:30 18.05.2018
„Was wäre die Alternative? Eine Baugrube?“: Verwaltung und Verleger werben für das Kunstquartier. Quelle: Swen Pförtner
Anzeige
Göttingen

Trotz der mindestens eine Million Euro Mehrkosten für Galeriehaus und Quartier plädierten sie für eine Fortsetzung des Projektes. „Was wäre die Alternative? Eine Baugrube?“, fragte Baudezernent Dienberg am Montag die rund 50 Zuhörer beim KuQua-Treff. „Das kann es doch auch nicht sein.“ Nur weil jetzt die Baukosten für das geplante Galeriehaus und das Quartier höher seien als veranschlagt, mache das die Idee hinter dem KuQua keineswegs schlechter, argumentierte Dienberg.

Neuer Schwerpunkt in der Stadt

Er habe weiterhin die Fantasie, mit dem Kunstquartier ein Viertel zu schaffen, in dem Kunst und Kultur, Buchhandwerk und Handwerk, die Kreativwirtschaft Platz finden, sagte Köhler. Es gehe um weit mehr als nur das Galeriegebäude. Das gesamte Quartier helfe, in der Stadt einen neuen Schwerpunkt zu setzen. Die Fördermittel für das Kunstquartier und das Sanierungsprogramm für die südliche Innenstadt seien, so Köhler, eine Chance, das Viertel „hochzufahren“.

Die Baugrube und das Umfeld des zukünftigen Kunstqurtiers in der Düsteren Straße. Quelle: Mischke

Befürworter des Projektes sollen Gehör finden

Köhler glaubt an eine „Bereicherung“ für die Stadt durch das KuQua. „Ich werde nicht müde werden, dafür Werbung zu machen“, sagte er. Ziel sei es nun, die Baulücke mit dem Galeriegebäude zu schließen. „Ich bin guter Dinge, dass das klappt“, sagte Köhler. Er wünschte sich, dass in der durch den Kostenanstieg neuerlich entfachten Debatte um das KuQua nicht nur den „Lauten“ Recht gegeben wird, sondern dass auch die Befürworter des Projektes Gehör finden.

Mindestens sechs statt fünf Millionen Euro

Verleger Steidl, Ideengeber und KuQua-Gründungsdirektor, ging auf diese „lauten“ Kritiker ein. So sei es schlicht „frech“, beim Kunstquartier von einem „Denkmal der sozialdemokratischen Selbstbeweihräucherung“ zu sprechen. So hatte FDP-Ratsfrau Felicitas Oldenburg das Galeriegebäude genannt, nachdem im April, bekannt wurde, dass die veranschlagten Kosten von fünf Millionen Euro wegen der Preisentwicklung im Baugewerbe nicht zu halten seien, und die Stadtverwaltung inzwischen mit mindestens sechs Millionen Euro rechnet.

Orhan Pamuks „Ein bescheidenes Museumsmanifest“ Quelle: Brakemeier

Steidl zitierte aus „Ein bescheidenes Museumsmanifest“ des türkischen Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk. „Das war für mich das Motto für das Galeriehaus“, sagte Steidl. Pamuk kommt darin zu dem Schluss: „Die Zukunft der Museen liegt in unseren Wohnungen und Häusern.“ Daraus ergebe sich ein einfaches Bild: „Wir hatten Epen, Darstellung, Denkmäler, Historie, Nation, Gruppen, groß und teuer“, listet Pamuk auf und stellt dieser Liste die Aufstellung gegenüber: „Wir brauchen Romane, Ausdruck, Häuser und Wohnungen, Geschichten, Menschen, Individuen, klein und billig.“

Erst Gezeter, dann Lob

„Klein und billig“ sei auch das geplante Galeriehaus. „Ein ganz bescheidenes Gebäude“, so Steidl. Es sei „sinnvoll eingespart worden“ und das Haus, das „Gegenteil von dem, was jetzt in den Raum geworfen“ wird. Steidl wagte den Vergleich mit der Hamburger Elbphilharmonie. Auch dort wurde zunächst wegen der explodierenden Baukosten gezetert. Jetzt sei man „voller Lob“ und das Haus mache heute Gewinn.

Tweets zum vierten KuQua-Treff

Finanzierungslücke von einer Million Euro

Bislang sind nach Verwaltungsangaben im Kunstquartier 1,75 Millionen Euro verbaut worden. Durch erteilte Aufträge seien bereits 2,3 Millionen Euro gebunden. Bislang galt die Rechnung: Viereinhalb Millionen Euro fließen als Zuschuss vom Bundesbauministerium aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ in das Kunstquartier, 500 000 Euro schießt die Stadt zu.

Inzwischen musste Verwaltung neu rechnen: Mindestens eine Million Euro, und damit 20 Prozent mehr als bislang veranschlagt, wird das Kunstquartier kosten. Größter Einzelposten ist das Galeriehaus an der Düsteren Straße. Die Million Euro muss die Stadt aufbringen.

Hoffnung auf bessere Preise

Der Zuschussgeber, so Dienberg, geht derzeit davon aus, dass die Mittel bis Ende 2019 abgerufen werden. Er geht davon aus, dass das Galeriegebäude nicht vor Mitte 2020 fertig sein wird. Das habe die Stadt dem Zuschussgeber auch mitgeteilt.

Plan ist nun, den Bau des Galeriegebäudes neu auszuschreiben. „Wir hoffen damit, bessere Preise zu erzielen. Gesichert ist das aber keineswegs“, sagte Dienberg. Bei der ersten Ausschreibung erreichte die Stadtverwaltung nur ein Angebot.

Hier entsteht das KuQua

Von Michael Brakemeier

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der Jugendherberge in Göttingen haben sie sich kennengelernt, geheiratet und fast 30 Jahre das Haus als Herbergseltern geleitet: Jetzt verabschieden sich Regina und Ingo Häcker aus dem Beruf und gehen in Rente. Neuer Regionalleiter der Jugendherbergen Göttingen und Hann. Münden wird René Petat.

18.05.2018
Göttingen Außerordentliche Ratssitzung - Göttingen erhöht Kita-Beiträge

rei Prozent mehr sollen Eltern ab August für die Betreuung ihrer Kinder in Göttinger Kindergärten zahlen. Wird die Kita-Gebühr in Niedersachsen wie geplant abgeschafft, gelten die neuen Beiträge zumindest für Krippenplätze. Der Rat der Stadt entscheidet darüber an diesem Mittwoch.

15.05.2018
Göttingen Neue Vermarktungsstrategie in der Region - Leinekrone: „Das Fleisch von hier“

Die Genossenschaft „Fleischer-Einkauf Göttingen-Hannover“ hat den Schlachthof Heiligenstadt übernommen. Unter dem Namen „Leinekrone“ wollen sie Fleisch aus der Region in der Region vermarkten.

18.05.2018
Anzeige