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Göttingen Englischlehrerin muss Versetzung hinnehmen
Die Region Göttingen Englischlehrerin muss Versetzung hinnehmen
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18:08 04.05.2017
Quelle: dpa
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Göttingen

Die Behörde hatte die Pädagogin an ein anderes Gymnasium versetzt, nachdem es an ihrer bisherigen Schule zu Konflikten gekommen war. Außerdem entzog man ihr die Ausbildung von Studienreferendaren für das Fach Englisch. Nach Ansicht des Gerichts sind sowohl die Versetzung als auch der Widerruf der Beauftragung mit Aufgaben der Referendarausbildung rechtmäßig (Aktenzeichen 1 A 299/15).

Die Klägerin hatte an ihrem Gymnasium durchgehend sehr gute fachliche Leistungen bescheinigt bekommen und war 2009 zur Oberstudienrätin ernannt worden. Im Verhältnis zu ihren Lehrerkollegen sei es jedoch mehrfach zu Auseinandersetzungen gekommen, die 2013 eskaliert seien, heißt es im Urteil.

Damals habe sie sich per E-Mail beim Sekretariat ohne zeitliche Angaben krank gemeldet und darum gebeten, keine E-Mails oder Anrufe von der Schulleitung, dem Kollegium oder dem Studienseminar zu erhalten. Sie ergänzte ihre Mail mit einem Zitat aus einer Szene in dem Kinofilm „Pretty Woman“, in der Julia Roberts ihren Filmpartner Robert Gere zurechtweist: „I say who, I say when, I say who“.

Nachdem die Lehrerin mehrere Tage lang nicht zum Unterricht erschienen war, forderte der Schulleiter sie auf, ein Attest vorzulegen. Zwei Tage später übersandte sie ihm und anderen Lehrkräften statt eines Attestes eine Strafanzeige. Darin bezichtigte sie die Schulleitung, den Personalrat und die Leitung des Studienseminars für das Lehramt an Gymnasien der Vernachlässigung ihrer Fürsorgepflicht, unangemessener Anweisungen, des Eindringens in die Privatsphäre sowie der üblen Nachrede und Verleumdung. Die Strafanzeige sandte sie an zahlreiche weitere Empfänger sowie Polizei und Staatsanwaltschaft.

Die Schulbehörde ordnete daraufhin eine amtsärztliche Untersuchung an und sprach ein Amtsführungsverbot aus, da Zweifel an ihrem Gesundheitszustand bestünden. Die Begutachtung ergab, dass bei ihr eine psychische Erkrankung vorlag. Die Lehrerin unterzog sich daraufhin einer fachärztlichen Behandlung.

Als ihre volle Dienstfähigkeit wiederhergestellt war, wurde sie an ein anderes Gymnasium versetzt. Die Schulbehörde begründete dies unter anderem damit, dass die Lehrerin in der Zwischenzeit diverse Texte verfasst und an mehr als 100 Personen versandt hatte, in denen sie das Verhalten des Schulleiters und anderer Lehrer kritisierte. Diese Veröffentlichungen hätten erhebliche Unruhe und Verunsicherung im Kreis ihrer Kollegen, Schüler und Referendare verursacht.

Die Lehrerin wollte dies nicht hinnehmen und zog vor Gericht. Nach Ansicht der Richter lag der Versetzung jedoch ein „dienstliches Bedürfnis“ zugrunde. Die Schulbehörde habe zu Recht annehmen dürfen, dass die Parteien nicht in der Lage seien, selbst den Konflikt zu beseitigen und in Zukunft eine störungsfreie Zusammenarbeit zu gewährleisten.

Die Klägerin habe maßgeblichen Anteil sowohl an der Entstehung als auch am Fortbestehen der innerdienstlichen Spannungen gehabt und keine Verhaltensänderung gezeigt. Sie habe zudem keine schwerwiegenden Gründe oder persönliche Härten genannt, weswegen ihr eine Versetzung nicht zuzumuten sei. Die Versetzung sei daher nicht zu beanstanden. nie

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