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Göttingen Vorerst kein Verwaltungsneubau
Die Region Göttingen Vorerst kein Verwaltungsneubau
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12:22 28.10.2018
Der Kreisverwaltung wird’s zu eng. Dennoch soll der Verwaltungsneubau jetzt verschoben werden. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Der Architektenwettbewerbs Anfang Januar 2017 hatte noch eine Baukosten-Vorgabe von maximal 14 Millionen Euro zum ursprünglich vorgesehenen Fertigstellungstermin im November 2019 enthalten. Die aktuelle Kostenberechnung der Kreisverwaltung aus dem September dieses Jahres liegt jedoch bei 19,57 Millionen, teilt der Landkreis in einer Vorlage für den Bau- und Wirtschaftssausschuss mit.

Bislang hatte die Kreisverwaltung mit einer jährlichen Kostensteigerung von sechs Prozent kalkuliert. In der näheren Zukunft, meint der Landkreis jetzt, dürften die Kosten aber noch rasanter steigen. Grund für diese Annahme: die Entwicklungen von Bauzeit und Baukosten bei anderen größeren Projekten in der Region. Als Beispiel nennt der Landkreis den Neubau der Dreifeldsporthalle in Groß Schneen. Zum Zeitpunkt des Bauantrags für die Halle, führt der Landkreis aus, „ergab die Kostenberechnung etwa 5,85 Millionen Euro. Eine Vergrößerung der Bruttogeschossfläche, verschiedene präventive Hochwasserschutzmaßnahmen aber insbesondere die konjunkturbedingt oftmals höheren Angebotssummen (bei vielfach deutlich geringeren Angebotsrückläufen) führten letztendlich zu Baukosten von zwischenzeitlich etwa 8,4 Millionen Euro“. Und: „Verschiedene laufende größere Bauprojekte im regionalen Umfeld wie die Erweiterung der Grundschule in Friedland oder das Kunstquartier in der Stadt Göttingen weisen laut der Presseberichterstattung aus unterschiedlichen Gründen ebenfalls Kostensteigerungen von teilweise über 20 Prozent gegenüber den ursprünglich veranschlagten Baukosten auf.“

23,5 statt 14 Millionen

Im Fall des Verwaltungsneubaus an der Carl-Zeiss-Straße würde eine solche Kostensteigerung in Höhe von 20 Prozent zu Baukosten von etwa 23,5 Millionen Euro führen, prognostiziert die Kreisverwaltung. Wegen anderer regionaler Großprojekte, die möglicherweise zur gleichen Zeit realisiert werden sollen wie die Neubauten des Universitätsklinikums bestehe weiterhin die Gefahr, „dass sich in den kommenden Jahren noch weniger Bieter an den Vergabeverfahren beteiligen werden. In der Folge davon sind weitere Baukostensteigerungen und ein Verzögerung bei der Fertigstellung des Neubaus (unter anderem Wiederholung bei der Durchführung von Vergabeverfahren) nicht auszuschließen.“

Fertigstellungstermin gefährdet

Damit könne sich auch der Fertigstellungstermin des Verwaltungsneubaus am 31. März 2022 verschieben. Das wiederum sei riskant, weil nicht klar sei, ob der bislang angemietete Bürotrakt der Gothaer an der Geismarlandstraße nach dem 31. März 2022 noch verfügbar sei „der ob der Auszug zwingend zum Vertragsende zu erfolgen hat, da es einen Folgemieter gibt“.

Unter Einbeziehung all dieser Unwägbarkeiten hat die Kreisverwaltung nun eine erneute Wirtschaftlichkeitsberechnung vornehmen lassen. Geprüft wurde unter anderem, ob eine Verschiebung der Neubaulösung „mit der Konsequenz eines mittel- bis längerfristigen Verbleibs im Mietobjekt ,Gothaer Platz‘ vorzuziehen ist“. Ergebnis: Die Baukostenentwicklung bei einem Neubau, der sich wie in diesem Fall erst im Jahr 2038 amortisiere, berge erhebliche Haushaltsrisiken vor allem deshalb, weil „ zum jetzigen Zeitpunkt niemand einschätzen kann, wie sich die Inflation entwickelt“. Schon jetzt weise die mittelfristige Haushaltsplanung der Jahre 2020 bis 2022 „eine steigende Verschuldung“ aus. Und schon jetzt sei der Spielraum für investive Hoch- und Tiefbaumaßnahmen deutlich eingeschränkt.

Baubeginn 2028 oder 2030

Die Konsequenz der Verwaltung: „Ein späterer Baubeginn wird daher aus haushaltsrechtlicher Sicht sehr begrüßt.“ Stattdessen solle die Gothaer Immobilie für weitere zehn oder zwölf Jahre angemietet werden. Und der Neubau? „Ein Baubeginn sollte daher für das Jahr 2028 beziehungsweise 2030 angestrebt werden.“

Der Kreis-Wirtschaftsausschuss am Montag, 29. Oktober, befasst sich außerdem mit dem Breitbandausbau im Landkreis und dem Klimaschutzkonzept. Die Sitzung im Kreishaus, Reinhäuser Landstraße 4, Saal 018, beginnt um 15 Uhr.

Von Matthias Heinzel

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