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Göttingen Vier Kilometer Zaun zum Schutz der Katze
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19:10 14.02.2012
Bauprojekt für Wildkatzen: Wenn die Grünbrücke am Södderich fertig ist, werden die Bauzäune an der B27 durch feste Zäune ersetzt. Quelle: CH
Göttingen

Damit die Tiere den Weg zur Brücke finden, wird die Bundesstraße eingezäunt – beidseitig auf einer Länge von gut zwei Kilometern. „Früher verliefen die Grenzanlagen unweit von hier in Nord-Süd-Richtung, künftig vor unserer Tür in Ost-West-Richtung“, klagt der CDU-Politiker und stellvertretende Bürgermeister von Waake, Johann-Karl Vietor.

Schon die Brücke ist gewaltig: Wie ein Tunnel wird sie die Straße auf dem Södderich in einer Breite von 50 Metern überspannen –  komplett bepflanzt, aber gesperrt für Fußgänger. Sie soll vor allem Wildkatzen dienen. Die scheuen Tiere sind vom Aussterben bedroht, erobern aber zunehmend den Raum zwischen Harz und hessischem Bergland – wenn sie nicht überfahren werden. Denn nach Angeben des Naturschutzbundes und der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (LSV) gilt dieser B-27-Abschnitt als Unfallschwerpunkt für Wildkatzen. Das soll sich mit der Brücke ändern. Aber auch Wildschweine, Rotwild, Damwild, Waldfledermaus und andere Tiere sollen die Brücke nutzen, um Wildunfälle zu vermeiden. Bezahlt wird die Brücke aus Bundesmitteln, im Sommer soll sie fertig sein.

Schutz vor Scheinwerferlicht

Jetzt hat die LSV erste Pläne für die Begleitzäune veröffentlicht: Auf der Brücke selbst und 30 Meter tief in den Wald hinein werden zwei Meter hohe Irritationsschutz-Zäune die Tiere vor Scheinwerferlicht und Motorengeräusche schützen, erklärt Harro Herzberg vom Planungs- und Umweltmanagement der Fachbehörde. Um die Tiere dort hin zu leiten, werde die Straße beidseitig eingezäunt: 1,80 bis zwei Meter hoch etwa ab Waldbeginn bei Roringen bis hinter die alte Gaststätte Södderich an der Gefällstrecke nach Waake. Der Zaun werde voraussichtlich mit grünem Kunststoff beschichtet. Ein drei Meter breiter, baumfreier Korridor solle verhindern, dass Wildkatzen von hohen Äste über den Zaun springen können. Und es werde große Tore für den Forstbetrieb und kleine Türen für Wanderer geben, so Herzberg.

Offen sei noch, wie weit der Zaun an Waake heran reichen wird. Ebenso offen sei, ob er an der Straße vor dem alten Gasthaus entlanggeführt wird, oder um das Gelände herum. Vorerst vom Tisch sei die Idee, die B 27 auch zwischen Waake und Ebergötzen einzuzäunen. Dort sollten sensorgesteuerte Warntafeln die Autofahrer an Durchlässen warnen, wenn sich Tiere nähern. Hier gebe es zwar auch viele Wildunfälle, für dieses Projekt fehle aber Geld. Außerdem habe es Proteste aus den Gemeinden gegeben.

"Enorme Zerstörung des Landschaftsbildes"

Schon der Grenzcharakter des Zaunes und die „enorme Zerstörung des Landschaftsbildes“ ärgern Vietor, aber auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis sei fraglich. Denn Jäger und Förster kritisieren den Standort der Brücke, sie sehen mehr Wildkatzen östlich von Waake. Bürgermeisterin Gabriele Schaffartzik (Grüne) will den Zaun vorerst nicht kommentieren: „Wir wissen bisher zu wenig darüber.“ Sie hat eine Informationsveranstaltung mit Planer Herzberg initiiert: am Mittwoch, 22. Februar, um 17.30 Uhr im Gemeindehaus Waake.

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