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Göttingen Voigtschule und Baptistenkirche: Kaufvertrag weiter im Entwurfsstadium
Die Region Göttingen Voigtschule und Baptistenkirche: Kaufvertrag weiter im Entwurfsstadium
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18:08 10.09.2013
Baptistenkirche: Das Gebäude soll mit der ehemaligen Voigtschule an den Bielefelder Natan Koch verkauft werden. Quelle: Hinzmann
Göttingen

„Die zahlreichen Details dieses umfangreichen Vertrages werden zurzeit in konstruktiven Gesprächen mit dem Erwerber abgestimmt und in einen Vertragstext eingearbeitet. Sobald der Vertragstext fertiggestellt und verwaltungsintern abgestimmt ist, wird er den zuständigen Gremien vorgelegt werden.

Eine verbindliche Zeitschiene gibt es nicht“, erklärt Stadtbaurat Thomas Dienberg. Koch hält sich gegenüber dem Tageblatt bedeckt, wenn es um konkrete Pläne für die beiden Gebäude geht. Stattdessen bitten er und sein Galeriepartner Reinhard Sonnak um Verständnis, dass sie „in der Planungsphase keine weiteren Informationen“ geben könnten.

Weder gibt es Auskünfte zur angestrebten Nutzungsaufteilung und wie die in einer Verwaltungsvorlage angesprochene Kombination von gewerblichen („freie Berufe“) und nicht-kommerziellen Einrichtungen aussehen soll, noch beantworten die Bielefelder Fragen, ob es bereits konkrete Interessenten für die Räume in dem neuen „Art Center“ gibt, wie hoch die Mietkosten pro Quadratmeter dort sein werden oder wie das Gastronomiekonzept aussieht.

Stadt erwartet Klage

Mit rund 1,2 Millionen Euro für beide Häuser hatte Koch das höchste Gebot von 13 Bewerbern vorgelegt. Nach Tageblatt-Informationen hat er inzwischen die Baptistenkirche im Bieterverfahren unterlegenen Mitbewerbern zum Kauf angeboten.

Um zu verhindern, dass der Käufer die Häuser oder auch nur eines kurz- und mittelfristig veräußern kann, soll aber nun nach Auskunft von Verwaltungssprecher Detlef Johannson „wie bei anderen vergleichbaren Verkaufsverträgen auch“ ein Rückkaufsrecht der Stadt im Kaufvertrag verankert werden.

Gegen den Verkauf erwartet die Stadt eine Klage, eingereicht vom Kulturverbund Göttingen, der seit kurzem als Verein eingetragen ist. So dürfe keine neue Bebauung zugelassen werden und Gemeinbedarfsfläche zu schulisch-kulturell-sozialen Zwecken dürfe nicht verloren gehen, argumentiert der Verein.

„Der von uns dargelegte und von der Politik inzwischen nicht mehr bestrittene Bedarf an solcher Fläche und auch der Denkmalschutz verbieten sowohl einen Verkauf der Immobilien als auch eine Änderung des Bebauungsplanes“, schreibt Christine Büttner vom Verein. Sie beruft sich auf Paragraf 125 des Kommunalverfassungsgesetzes.

Hausschwamm im Kirchengebäude

Danach dürfen Kommunen „Vermögensgegenstände, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben in absehbarer Zeit nicht benötigen, veräußern“. Bei Sachen, „die einen besonderen wissenschaftlichen, geschichtlichen oder künstlerischen Wert haben,“ muss der Verkauf begründet und die Begründung dokumentiert werden.

Unterdessen hat die Stadt, nachdem das Junge Theater (JT) die Baptistenkirche fristgerecht Ende Juli verlassen hatte, mit Hausschwamm im Kirchengebäude zu kämpfen. „Und zwar dort, wo das JT bislang untergebracht war. Leider hat uns der Mieter über seine Entdeckung nicht zeitnah informiert“, sagt Johannson.

Auswirkungen auf den Verkauf des Gebäudes habe das aber nicht. Nur finanzielle: Die Kosten für die Schwammbeseitigung schätzt die Stadt auf rund 15 000 Euro.

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