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Göttingen Vollzug Moringen: Mörder würgt Mitpatienten
Die Region Göttingen Vollzug Moringen: Mörder würgt Mitpatienten
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00:17 08.02.2013
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Moringen / Göttingen

Nur das Eingreifen von Patienten und Pflegern hat am 13. November 2011 einem Mitpatienten des Maßregelvollzugs das Leben gerettet. Alles, weil sich der heute 21-jährige Psychiatriepatient verhört hat – oder verhören wollte.

Denn er heißt K. Pinkmüller (Name verfälscht), sie nennen ihn „Pinki“. Am Tattag will er „Stinki“ gehört haben. Da setzte es bei ihm aus. Was dann geschah, erinnere er nicht, sagt er. Sogar die, die den Mitpatienten retteten, sagen: „Nach dem Ausbruch wie mit dem Schalter umgelegt – plötzlich wurde sein Arm locker und er sagte: Sie können mich loslassen, ich mache nichts mehr.“

Angeklagt ist dies: Der Damals 20-Jährige, der schon seit zwei Jahren in der Psychiatrie einsaß, hatte den Abschied eines Pflegeschülers mitgefeiert. „Alle waren heiter und gut gelaunt“, sagt ein Pfleger. Das spätere Opfer fotografierte nacheinander alle Anwesenden – als Erinnerungsgeschenk für den Verabschiedeten.

Schon als Dreijähriger auffällig

„Jetzt bist du dran, Pinki“, habe er gesagt. Da sei ihm der Angesprochene sofort an die Gurgel gegangen und habe in Tötungsabsicht mit aller Kraft gewürgt. Die Staatsanwaltschaft hat einen Sicherungsantrag gestellt, um den an einer schweren schizoiden Störung leidenden und dauerhaft gefährlichen Mann in der Psychiatrie zu behalten.

Schon als Dreijähriger war der Wolfsburger auffällig gewesen. Diagnosen und Therapien, Retalin-Behandlung und Klinikaufenthalte zogen sich durch sein Leben. Zweimal wurde er wegen Gewaltdelikten bestraft. Immer mehr zog er sich zurück, lebte seine Gewaltfantasien, so ein Gutachter damals, nur in Computerspielen aus.

Am 14. August 2008 verfolgte er eine arglose 42-jährige Nachbarin, die mit dem Hund vom Gassigehen heim kam. Unvermittelt stieß er ihr ein Messer in den Hals. Um seine Tötungs- und Allmachtsfantasie umzusetzten, erklärte der Psychiater. Niemand hatte den drohenden Ausbruch vorher erkannt. Diesmal auch nicht, musste seine behandelnde Ärztin zugeben, die mit hochrotem Kopf sagte: „Wir hätten ihn wohl besser medikamentös einstellen sollen.“

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