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Göttingen Von Cleopatra und ihrer Katze
Die Region Göttingen Von Cleopatra und ihrer Katze
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00:18 01.02.2018
Jouline Siegmann und Chiara Brünig vom Hainberg Gymnasium (v. l.) auf der Bühne. Quelle: Marks
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Göttingen

Dass Latein nicht nur in Büchern lebt, sondern durch gesprochene Sprache, wurde beim Vorlesewettbewerb Latein in Göttingen deutlich. Die Schüler legten sich dabei eifrig ins Zeug, um der Sprache einen Charakter zu geben. Es gab eine Lesegruppe, in der allein die Lese - und Vortragsqualität bewertet wurde sowie eine Kreativgruppe, in der die Texte auch szenisch vorgetragen wurden.

Mehr dazu im Video-Clip:

Wie zum Beispiel von den Schülern des Hainberg-Gymnasiums Rachel Weiss, Caroline Reese und Hannes Kramer. Sie führten die Geschichte von Caesar und Cleopatra mit Kostümen wie auf der Theaterbühne auf. Auch Jouline Siegmann und Chiara Brünig trugen einen Text über Cleopatra und ihre Katze szenisch vor. Dabei mussten die Schüler bestimmte Ausspracheregeln beherzigen.

Schulübergreifender Vorlesewettbewerb Latein mit 150 Schülern in der Alten Mensa in Göttingen mit Rachel Weiss, Caroline Reese, Hannes Kramer Hainberg Gymnasium (v.r.) Quelle: Marks

Jury-Mitglied Peter Kuhlmann, Professor für Lateinische Philologie und Fachdidaktik der Alten Sprachen an der Universität Göttingen, zeigte sich zufrieden mit den Leistungen. „Die Schüler sind hochmotiviert und lesen erstaunlich gut“, so sein Urteil.

Der Lesewettbewerb, der bisher vom Hainberg-Gymnasium organisiert worden war, wurde das erste Mal unter Regie des YLAB (Geisteswissenschaftliches Schülerlabor der Georg-August-Universität Göttingen) ausgetragen. „Der Wettbewerb kommt bei den Schülern gut an“, sagte der Geschäftsführender Leiter des YLAB, Gilbert Heß.

„Latein ist lebendig“

Angemeldet hatten sich Schüler von weiterführenden Schulen aus der Stadt Göttingen und aus der Region. Sogar aus Sottrum bei Bremen waren einige Schüler angereist. „Man merkt bei solchen Veranstaltungen, dass Latein lebendig ist“, erläuterte Heß weiter. Latein sei wichtig für ein grundsätzliches grammatikalisches Verständnis aller Sprachen – auch für die eigene Muttersprache. Zudem erschließe sich dabei eine Form der mathematischen Logik, so Heß.

„Als Universität wollen wir das Interesse an der Sprache Leiten fördern“, sagte Heß. Es sei zudem wichtig, das Fach an den Schulen zu unterstützen. „Die Belegungszahlen für Latein sind in den vergangenen Jahr etwas zurückgegangen“, erklärte Kuhlmann. Mit dem Wettbewerb wolle die Universität diesem Trend entgegensteuern. „Lateinkenntnisse sind immerhin sehr nützlich für wissenschaftliche Fächer wie Geschichte, Theologie oder Philosophie, weil viele ältere Texte auf Latein verfasst wurden“, sagte Kuhlmann.

Die Gewinner

Recitare solo

Platz 1 im 1. Lernjahr belegte Nike Heitmann gefolgt von Patrizia Hogrefe (beide Gymnasium Sottrum) und Feline Homayounfar (Theodor Heuss-Gymnasium Göttingen). Im 2. Lernjahr gewann Tobias Ziegert vor Jakobus Abliganz (beide Gymnasium Sottrum).

Recitare tandem

Im 1. Lernjahr lagen Sarah Sophie Höß und Clara Grossmann (Theodor Heuss-Gymnasium Göttingen) vor Marian Juric und Theo Kirchhof (Otto Hahn Gymnasium Göttingen). Auf Platz 3 kamen Jeremias Klasen und Yunfei Wang (Felix Klein-Gymnasium Göttingen). Im 2. Lernjahr belegten Platz 1 Cornelius Höhmann und Cord Burghardt (Max-Planck-Gymnasium Göttingen) sowie auch Ida Zapf und Dawei Wang (Theodor-Heuss-Gymnasium Göttingen). Auf den Platz 2 kamen Marlen Augustin und Oliver Csépes (Theodor-Heuss-Gymnasium Göttingen) vor Stine Kurth und Amelie Hagemann (Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt)

Aspiciens ludere

Im 1. Lernjahr erklommen Anna Hirzbergerova und Sophia Störmer (Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt) den Platz 1. Im 2. Lernjahr schafften Rachel Weiss und Caroline Reese (Hainberg-Gymnasium Göttingen) Platz 1. Romy Ohnesorge und Leonie Gottsknecht (Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt) sowie Amelie Link und Johanna Schaberg (Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt) folgten.

Von Bernard Marks

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