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Göttingen Von Osterbrezel, Osterfeuern und Eierfärben
Die Region Göttingen Von Osterbrezel, Osterfeuern und Eierfärben
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15:55 28.10.2009
Erzählen von früher: Anke Burzinski, Gertrud Müller,Margarete Stock und Dirk Harling (v.l.). Quelle: CM
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Auf dem Tisch liegt zwischen bunt gefärbten Eiern und Schokohasen eine riesengroße Brezel aus Hefeteig. „Die Osterbrezel, auch Fastenbrezel genannt, wurde früher zu Ostern an Bedürftige verteilt“, erklärt Susanne Schirrmacher-Peter den erstaunten Besuchern des Erzählcafés. Sie hat die Brezel extra für den Nachmittag anfertigen lassen. Der Bäcker kannte ein solches Gebäck bis dahin nicht, denn der Brauch kommt aus der süddeutschen Region. Trotzdem langen die sechs Besucher eifrig zu.

Bekannter scheint das „Osterwasser“ zu sein. „Ganz früh am Ostermorgen, wenn es noch dunkel ist, müssen dieMädchen das Wasser aus einer Quelle holen. Auf dem Rückweg dürfen sie weder nach hinten schauen, noch reden. Wer es geschafft hat, hat ein Jahr Glück oder heiratet einem guten Mann“, berichtet Margarete Stock. Auch Getrud Müller kennt den Brauch aus Ostpreußen. Allerdings führte dort das erfolgreiche Heimbringen des Wassers zu Schönheit.

„Osterschmack“ zu Ostern

Müller vermisst die Ostereier aus Pappmaché , die sie aus ihrer Kindheit kennt. Sie waren bedruckt mit österlichen Motiven, im Inneren warteten grünes Kunstgras und Süßigkeiten auf die Kinder. Auch ihre Kinder haben diese süßen Nester noch gesucht.

„Kennt noch jemand ,Osterschmack macht Ostern’“, fragt Stock in die Runde. Einige schütteln ratlos den Kopf, andere lächeln wissend. Dafür wurde Reisig gesammelt, zu einem kleinen Strauß gebunden und mit diesem dann den Mitgliedern der Familie leicht auf die Schulter gehauen.

Für die Region typisch seien die vielen Osterfeuer, egal ob am Sonnabend oder am Sonntag. „Es ist so schön, wenn man abends überall die Feuer sieht“, freut sich Anke Burzinski. Sie ist der Meinung, dass viele christliche Oster-Traditionen ihre Grundlagen in heidnischen Bräuchen haben: „Ostern ist ein Naturerwachungsfest.“

Eine Tradition, die sich bewahrt hat und von allen Teilnenehmern des Erzählcafés geschätzt wird, ist das Färben der Eier. „Ostereier werden vielleicht bunt bemalt, damit sie so schön sind, wie die Blumen, die zu der Zeit wachsen“; vermutet Burzinski. „Meine Ostersträuche schmücke ich am Ostersonnabend. Nicht schon vor Karfreitag, wie ich es oft bei jüngeren Familien sehe“, sagt Müller. Heute werde der Karfreitag, damals ein regelrechter Trauertag, von vielen hingegen nur noch als freier Tag zur Kenntnis genommen. Es sei aber wichtig, dass Ostern nicht zu einem Fest des Konsums werde. Die übrigen Teilnehmer des Erzählcafés stimmen ihr zu.

Von Corinna Berghahn

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