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Göttingen WKN plant fest mit Windpark bei Sieboldshausen
Die Region Göttingen WKN plant fest mit Windpark bei Sieboldshausen
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00:18 26.04.2013
Quelle: Kunze
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Rosdorf / Sieboldshausen

Wichtigste und für viele überraschende Erkenntnis dabei: Das Husumer Unternehmen geht fest davon aus, Windräder von bis zu 200 Metern Höhe auf der Fläche südlich der Biogasanlage zu errichten, die ersten wahrscheinlich schon im kommenden Jahr.

Es geht lediglich noch darum, wie viele Windkraftanlagen gebaut werden und welchen Abstand sie zur Wohnbebauung haben. Mindestens acht Anlagen dürften es aber sein.

„Wenn alles optimal läuft, würden wir Ende 2014 gerne mit dem Windpark ans Netz gehen“, sagte WKN-Mitarbeiter Christopher Schramm in der Bürgerfragestunde der Ratssitzung. Im dritten oder vierten Quartal 2014 solle das erste Windrad entstehen. Bis dahin habe man genügend Daten mit dem Windmessmasten gesammelt, der bereits in den nächsten Wochen westlich der Biogasanlage errichtet werden soll.

Es sei zwar schon vorgekommen, dass derartige Messungen negativ ausgefallen seien. Das sei aber in diesem Fall nicht zu erwarten. „Wir messen nicht, um zu entscheiden, ob wir bauen oder nicht“, betonte WKN-Mitarbeiter Stephan Eidinger. „Dieser Standort ist wirtschaftlich.“ Es gehe einzig und allein darum, die Finanzierung abzusichern. Schließlich habe man schon einen sechsstelligen Betrag investiert.

Eine Stunde Zeit

Zuvor hatten die Bürger eine knappe Stunde Zeit gehabt, Fragen zu stellen. Ob WKN von der Gemeinde Rosdorf dabei unterstützt worden sei, die Eigentümer zu ermitteln, denen Grundstücke in dem betreffenden Areal gehören, wollte ein Zuhörer wissen. Man habe die Grundstückseigentümer über Katasterangaben identifiziert und sich mit diesen getroffen, sagte Eidinger. Die Gemeinde habe man erst später kontaktiert.

Wie es mit der Geräuschbelastung aussehe, fragte ein anderer Zuhörer. Immerhin liege Siebolshausen am Hang und der Windpark im Tal. Die Grenzwerte von zum Beispiel 40 Dezibel nachts (entspricht in etwa leiser Musik) würden eingehalten, versprach Schramm. Wenn die Anlagen stehen, werde das auch noch einmal überprüft.

Zu der Frage, ob die WKN etwaige Wertverluste von Grundstücken ersetze, gab es hingegen keine direkte Antwort. Aber Eidinger sagte, dass Häuser in der Nähe eines Windparks nicht generell an Wert verlören. Allerdings gab er zu, dass der Preis von Gebäuden, die direkt am Windfeld lägen, sinke.

Bürgerwindpark

Eidinger wies auch auf die Möglichkeit hin, bis zu zwei Anlagen als Bürgerwindpark zu betreiben. Die WKN könne das begleiten. Dann seien nicht 21 000 Euro Gewerbesteuereinnahmen pro Anlage und Jahr möglich, sondern 30 000 Euro. Pro Anlage sei aber eine Million Euro Eigenkapital nötig.

Der Bauausschuss befasst sich in seiner heutigen Sitzung mit dem Thema Windpark. Beginn ist um 18.30 Uhr im Gemeindezentrum Rosdorf, Am Plan 1.

Kommentar

Schaden begrenzen

Andreas Fuhrmann

Es ist noch nicht lange her, da wollte ein Investor an der Autobahn 7 in Sichtweite von Dramfeld und Mariengarten einen gigantischen Autohof bauen. Der Protest der Bürger war ähnlich laut wie jetzt in Sieboldshausen, wo schon bald ein gigantischer Windpark entstehen soll.

Der große Unterschied aber ist: Damals hätte der Rat den Autohof verhindern können, wenn der Investor nicht plötzlich von selbst abgesprungen wäre.

Jetzt aber gilt: Die WKN AG wird nicht abspringen; und der Rat kann den Windpark nicht verhindern. Daher kann es für die Politik jetzt nur noch um eines gehen: Schadensbegrenzung.

Die könnte zum Beispiel so aussehen, der WKN ein oder zwei Windräder für einen Bürgerwindpark abzukaufen. Dann könnten auch andere Bürger als die großen Unbekannten, die Grunstückseigentümer, von dem Projekt profitieren.

Parallel würde wenigstens die Gewerbesteuer dieser beiden Anlagen zu hundert Prozent in Rosdorf bleiben. Eine andere Möglichkeit besteht darin, Einfluss auf die Fläche und somit auf die Anzahl der Windräder und ihren Abstand zur Wohnbebauung zu nehmen. Die WKN hat schon Kompromissbereitschaft signalisiert, aber auch vor einer „willkürlichen Verhinderungsplanung“ gewarnt. Das könne schnell in einer Klage gipfeln.

Dessen sind sich auch die Rosdorfer Politiker bewusst. Ärgerlich ist dabei vor allem, dass die Vorrangfläche, die die Gemeinde für teures Geld ermitteln ließ, größer und somit näher an Sieboldshausen ist, als die, die sich der Investor ausgeguckt hat.

Demnach sind nicht sieben oder acht, wie die WKN dachte, sondern gar elf bis zwölf Anlagen möglich. So viel zum Thema Schadensbegrenzung.

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