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Göttingen Wählen als „demokratische Pflicht“
Die Region Göttingen Wählen als „demokratische Pflicht“
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00:19 16.10.2017
Am Sonntag wird gewählt. Quelle: PH
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Göttingen

Am Sonntag wählt Niedersachsen einen neuen Landtag. Warum aber sollte man überhaupt wählen gehen? Weil es die einzige Möglichkeit für die Bürger ist, sich am politischen Geschehen zu beteiligen, sind sich die Befragten auf dem Göttinger Wochenmarkt einig.

Für Kommunalpolitiker und SPD-Mitglied Edgar Culp ist klar, welcher Partei er am Sonntag sein Kreuz geben wird. Mit der Arbeit der SPD-geführten Landesregierung ist er sehr zufrieden. Vor allem, was die Bildungspolitik und den Ausbau der Universität betreffe, habe Göttingen profitiert. Der niedersächsischen SPD traue Culp deutlich mehr zu als der Bundes-SPD. „Es ist ein Grundrecht, sich zu beteiligen“, sagt Culp. „Eigentlich ist es eine Pflicht.“ Schließlich gehe uns alle die Landespolitik vor der eigenen Haustür etwas an. „Das Ergebnis ist fast schon egal“, meint der 60-Jährige. „Solange sich nur möglichst viele Menschen beteiligen.“

Das sieht Swen Biensack ähnlich. Wählen zu gehen ist „eine demokratische Pflicht“ für den Wochenmarktverkäufer. „Man kann hinterher nicht meckern, wenn man sich nicht beteiligt hat.“ Ginge es nach ihm, würde das Volk häufiger direkt durch Volksentscheide in die Politik eingreifen. „Die Beteiligung des Volkes gehört zur Demokratie dazu.“ Was die Arbeit der jetzigen Regierung betrifft, ist Biensack nicht sehr euphorisch. „Es wurde in der Schulpolitik zu wenig getan, es gab viele leere Worte“, meint der Verkäufer. Die Schulen bräuchten mehr Geld. „Nicht nur für für Computer und Internet, sondern für grundlegende Dinge wie die Toiletten“, wisse er aus seiner Tätigkeit im Elternrat. Im Wahlkampf sei die Bildungspolitik ein großes Thema gewesen, sagt Biensack. Das werde sich nach der Wahl vermutlich ändern. Der Verkäufer traut keiner Partei auf diesem Sektor eine effektive Lösung zu.

Für die 62-jährige Katharina Fischer sind die Flüchtlings-, Europa- und Bildungspolitik in diesem Jahr besonders wichtig. Sie habe sich schon „einigermaßen entschieden“, welche Partei sie wählen wird. „Es geht ja eh bloß darum, das geringste Übel zu finden“, sagt die Therapeutin. Zu den von ihr favorisierten Themen habe sie bisher noch keine fundierte Meinung gehört. Ihre Bilanz der letzten Jahre: Vor allem die Bildungspolitik der rot-grünen Landesregierung sei „katastrophal“ und „ideologisch gefärbt“. Schon deshalb werde Fischer am Sonntag wählen gehen. „Wie können wir uns denn sonst in die Politik einschalten?“

„Wer nicht wählen geht, darf sich nicht beklagen. Nicht wählen bringt nichts“, glaubt auch Dorothee Linke-Frowein. Sich für eine Partei zu entscheiden, falle der Floristin aber allgemein schwer. Von der Politik ist sie eher enttäuscht: Politiker machten vor allem, was für sie gut sei, meint Linke-Frowein. Die Themen, die die 48-Jährige derzeit beschäftigten, seien die Flüchtlingspolitik, der Tierschutz und die Infrastruktur. Welches Thema sie speziell in Niedersachsen für wichtig hält? „Schnelles Internet“, sagt die 48-Jährige.

Von Maximilian Zech

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