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Göttingen „Wahnsinnsbauwerk“: Burgturm Adelebsen
Die Region Göttingen „Wahnsinnsbauwerk“: Burgturm Adelebsen
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06:17 09.07.2012
Imposanter Wohnturm der Burg Adelebsen: Nach neuer Datierung wurde der untere Teil um 1370/80 gebaut. Quelle: Heller
Adelebsen

Das ist das Fazit einer ausführlichen Untersuchung des Turmes, die Zeune vorgenommen hat und die er nun im Rittersaal der Burg vorgestellt hat. Dazu waren auf das Anwesen von Peter Graf Wolff Metternich auch Gäste aus Politik, Verwaltung und Denkmalpflege gekommen.

Der Turm sei auch deshalb so bedeutend, weil er von störenden modernen Ein- und Umbauten verschont geblieben sei, schreibt Zeune in seiner Untersuchung: „Seine Bausubstanz ist weitgehend authentisch, sein Denkmalwert völlig intakt.“ Aufgrund von Baubefunden kommt Zeune zu dem Schluss, dass der heute fast 40 Meter hohe Turm in zwei Phasen errichtet wurde. Die unteren drei Geschosse seien um 1370/80 entstanden, die darüber liegenden sechs – einfacher ausgeführten – Geschosse in der Zeit von 1420 bis 1440. Mit dem früheren Dach habe der Turm sogar eine Firsthöhe von rund 50 Metern besehen, erläutert Zeune. Der Turm war vermutlich nach der Brandschatzung im Dreißigjährigen Krieg über Jahrhunderte dachlos und erhielt erst Ende des 19. Jahrhunderts durch eine Turmplattform wieder einen Abschluss.

Gesellschaftlicher Anspruch

Rätselhaft bleibe, welcher Herr von Adelebsen dieses großartige Bauwerk erstellt und vor allem, wie er es finanziert habe. Die architektonische Selbstdarstellung der beiden frühen Bauphasen zeuge jedenfalls von einem „ungeheuerlichem gesellschaftlichen Anspruch“, so Zeune.

Es sei ihm völlig unerklärlich, wie die deutsche Burgenforschung es bisher geschafft habe, dieses herausragende Bauwerk derart zu ignorieren, so Zeune. Er will sich mit seinem Gutachten dafür einsetzen, dass der Wohnturm zu einem Denkmal von nationaler Bedeutung erklärt wird – dies würde den Zugang zu besonderen Fördertöpfen im Bereich der Restaurierung ermöglichen.

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