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Göttingen Busse und Mülltonnen bleiben in Göttingen stehen
Die Region Göttingen Busse und Mülltonnen bleiben in Göttingen stehen
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00:25 17.03.2018
Warnstreik: Kundgebung der Gewerkschaften Verdi und Komba auf dem Neuen Rathaus. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Die Busse blieben stehen, die Mülltonnen auch: Am Mittwoch hatten die Gewerkschaften Verdi und Komba erneut einen ganztägigen Warnstreik im öffentlichen Dienst aufgerufen und viele Mitarbeiter in den Kindertagesstätten, der Göttinger Verkehrsbetriebe, der Entsorgungsbetriebe und der Verwaltung haben die Arbeit ruhen lassen.

Komba-Warnstreik in Göttingen Quelle: Britta Bielefeld

Am Morgen haben sich die Mitglieder der Gewerkschaft Komba vor dem Neuen Rathaus getroffen. Rund 300 Kollegen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, so Gewerkschaftssekretär Moritz Braukmüller, zogen zudem mit Tröten und Transparenten gegen 10.30 Uhr vom Groner Tor zum Neuen Rathaus um sich dort mit den Komba-Organisierten zu einer Kundgebung treffen. Komba-Vorsitzender Daniel Bratschek freute sich über die große Beteiligung seiner Kollegen. „Die Busse der GöVb sind stehen geblieben, die Müllwerker fahren auch nicht raus”, sagte er. Auch der Ordnungsdienst der Stadtverwaltung, so Marita Bruns von Komba, sei nahezu zum Erliegen gekommen, nur zwei Mitarbeiter seien unterwegs, um Knöllchen zu verteilen. Die Gewerkschaften kündigten an, dass bis zum 15 April täglich mit einem Streik gerechnet werden kann, so Bratschek.

Viele Eltern, die ihre Kinder nicht in eine der bestreikten städtischen Kitas bringen konnten, ärgerten sich. Beispielsweise in der Kita am Rosdorfer Weg wurde gestreikt, rund 50 Kinder mussten dort also anderweitig betreut werden. Nur die Krippe war geöffnet, so eine Mitarbeiterin. Steffi Asche hat eigentlich ihre beiden Kinder der Kita untergebracht, der ältere Sohn wird im Kindergarten betreut, die Kleine in der Krippe. „Heute hatte ich Glück und sowieso einen freien Tag”, sagt die berufstätige Mutter. So konnte sie ihren Sohn zu Hause betreuen. „Vorige Woche hatte sich mein Mann am Streiktag extra Urlaub genommen”, sagt sie. Die Eltern seien aber zum Glück mit einigen Tagen Vorlauf gewarnt worden, dass es einen Streik geben könnte. Asche hofft nun, dass sich die Tarifparteien schnell einigen. Sie hat aber vorsichtshalber schon mal bei ihrem Arbeitgeber vorgefühlt, ob sie sich gegebenenfalls spontan frei nehmen kann.

Warnstreik: Kundgebung der Gewerkschaften Verdi und Komba auf dem Neuen Rathaus. Quelle: Niklas Richter

Vom Busstreik profitieren hingegen die Göttinger Taxiunternehmen. „Hier ist die Hölle los, “ sagte Georgios Agioploudes von der Night & Day Taxi Göttingen, dem nach eigenen Angaben größten Taxiunternehmen der Stadt. Das Fahrgastaufkommen habe sich an diesem Tag etwa verdoppelt, sagte er am Mittwoch Mittag.

Die Gewerkschaften Verdi und Komba fordern in den laufenden Tarifverhandlungen für ihre Mitglieder sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt oder mindestens ein Plus von 200 Euro auf dem Gehaltskonto. Zugleich fordern sie eine verbindliche Übernahme von Auszubildenden nach der Ausbildung. Die Gewerkschaft weist darauf hin, dass die Arbeitgeber bisher „noch nicht einmal ein Angebot vorgelegt hätten. Verdi-Bezirksgeschäftsführer Sebastian Wertmüller, baut auf das Verständnis der Bürger für die möglichen Beeinträchtigungen und sagte bereits in der ersten Streikrunde: „Wer sich die Gehälter von Erzieherinnen, Busfahrern, bei der Müllabfuhr und in der Verwaltung anschaut und vergleicht, weiß warum es mehr Geld geben muss. Auch in anderen Städte, wie in Hannover, wird gestreikt.

Von Britta Bielefeld

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